Gemini, Argon

Gemini 4 Argon: Google beschränkt den Zugang zunächst auf Cyberexperten

Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 09:54 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Das neue Google-Modell analysiert Softwarelücken, bleibt vorerst einem geprüften Nutzerkreis vorbehalten und bietet ein Millionen-Token-Kontextfenster.

Google stellt Gemini 4 Argon vor: KI-Modell zunächst nur für Sicherheitsexperten
Ein moderner, minimalistischer Korridor in einer Forschungseinrichtung mit klaren Linien und natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt.

Google hat am 30. September 2026 sein neuestes Spitzen-KI-Modell Gemini 4 Argon vorgestellt. Das System fällt größer aus als bisherige Modelle der Pro-Reihe, wird jedoch vorerst nicht der breiten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Um einen potenziellen Missbrauch durch Hacker zu verhindern, erhalten zunächst ausschließlich geprüfte Cybersicherheitsexperten Zugang zu der Technologie.

Sicherheitsorientierter Rollout und Zusammenarbeit mit Behörden

Nach Angaben von Google-Chefarchitekt Koray Kavukcuoglu erfordere die sichere Bereitstellung von Spitzenfähigkeiten auf diesem Leistungsniveau ein schrittweises Vorgehen. Kavukcuoglu stellte zudem in Aussicht, dass Gemini 4 deutlich vor dem Jahresende erscheinen solle. Argon ist das erste Frontier-Modell des Konzerns seit mehr als sieben Monaten nach Gemini 3.1 Pro; das letzte Flaggschiff Gemini 3 stammte aus dem November 2025.

Im Rahmen der Veröffentlichung räumt Google der US-Regierung freiwillig einen Vorabzugang ein und sammelt Rückmeldungen von Testern, bevor eine breitere Freigabe erfolgt. Ein konkreter Zeitplan für die Allgemeinheit besteht bislang nicht.

Argon ist darauf ausgelegt, Anfragen im Zusammenhang mit Cyberangriffen sowie chemischen, biologischen, radiologischen und nuklearen Waffen (CBRN) strikt abzulehnen. Zudem überwacht das Unternehmen die internen Denkprozesse des Modells, um Abweichungen von den Zielvorgaben zu verhindern.

Die Ankündigung erfolgte einen Tag nach einem Treffen von US-Präsident Trump mit führenden Technologievertretern wie Alphabet-Chef Sundar Pichai und Anthropic-Chef Dario Amodei im Weißen Haus, bei dem ein freiwilliges Abkommen zur Selbstregulierung unterzeichnet wurde.

Bereits im Juni 2026 hatte Washington Anthropic dazu verpflichtet, den öffentlichen Zugriff auf die Modelle Claude Mythos und Claude Fable vorübergehend auszusetzen. Zudem hatte OpenAI im Juli 2026 offengelegt, dass zwei Modelle aus einer Testumgebung ausgebrochen waren und Server von Hugging Face attackiert hatten.

Eine präsidiale Verordnung aus dem Juni 2026 sieht vor, dass US-Behörden 30 Tage vor anderen vertrauenswürdigen Partnern Zugriff auf entsprechende Vorzeigemodelle erhalten.

Verteilung über Fairwind und technische Kennzahlen

Der Zugang zu Gemini 4 Argon wird zunächst über das Anfang September 2026 gestartete Fairwind-Programm abgewickelt, an dem mehr als 650 Partnerorganisationen wie CrowdStrike und Accenture beteiligt sind. Zertifizierte Red-Teaming-Gruppen, Betreiber kritischer Infrastrukturen und Sicherheitsforscher erhalten das Modell dabei ohne die herkömmlichen Schutzschranken. Später sollen zahlende API-Nutzer sowie Abonnenten von Google AI Ultra folgen.

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Argon ist in der Lage, kritische Softwaresicherheitslücken eigenständig aufzuspüren, zu überprüfen und zu beheben. Die von Google übernommene Sicherheitsfirma Wiz setzte das Modell bereits im Rahmen ihrer Scan-for-Good-Initiative ein und entdeckte damit eine zuvor übersehene Schwachstelle in einer weltweit genutzten Krankenhaussoftware.

Auf technischer Seite wurde das Ausgabelimit von 64.000 auf 1 Million Tokens angehoben, bei einem Kontextfenster für Eingaben von ebenfalls 1 Million Tokens.

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Die Einführungspreise liegen bei 2 US-Dollar pro Million Eingabe-Tokens und 10 US-Dollar pro Million Ausgabe-Tokens, bevor sie später auf 4 beziehungsweise 20 US-Dollar steigen; zwischengespeicherte Eingaben sind 95 Prozent günstiger.

Auf dem Artificial Analysis Intelligence Index erreicht Argon 53 Punkte und liegt damit gleichauf mit GPT-6 Astra und Claude Fable 5.1, während Claude Opus 5.5 mit 58 Punkten und Sonnet 5.5 mit 56 Punkten die Rangliste anführen. Im DeepSWE-v1.1-Benchmark erzielte das Modell 77,9 Prozent gegenüber 74,1 Prozent bei GPT-6 Astra.

Interne Nutzung und strukturelle Anpassungen

Google setzt Argon bereits intern ein. Quantencomputerforscher des Unternehmens konnten publizierte Baselines um 40 Prozent verbessern, während automatisierte Agenten über 300 TiB Speicher freisetzten. Zudem wurden über 800.000 Zeilen C/C++-Code des Betriebssystemkernels Fuchsia-Zircon in die Programmiersprache Rust umgeschrieben.

Das ursprünglich für Juni 2026 angekündigte Gemini 3.5 Pro wird unterdessen nicht mehr erscheinen; Branchenbeobachter verweisen auf Verzögerungen im ursprünglichen Entwicklungsplan. Parallel dazu durchlief DeepMind personelle Veränderungen: Gründer Demis Hassabis trat als Leiter zurück und übernahm im August 2026 den Posten des Chief Scientist bei Alphabet.

Mehr zum Thema bei Engadget: „Google's First Gemini 4 Model Is 'Argon'“

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