Gemini 3.7 Flash: Google senkt KI-Preise und überholt Konkurrenz
Veröffentlicht am: 17.08.2026 um 08:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Automatisierung von Werbekampagnen erfährt durch Anpassungen in den Gebotsstrategien von Google eine strukturelle Veränderung. Mit dem Inkrafttreten neuer Richtlinien für Smart Bidding am 17. August 2026 reagiert das Unternehmen auf die steigenden Anforderungen an Budget-Kampagnen, insbesondere bei der Nutzung von Ziel-CPA (Cost-per-Acquisition) und Ziel-ROAS (Return on Ad Spend).
Diese Modifikationen sind Teil einer breiteren Strategie, die künstliche Intelligenz und automatisierte Steuerung tiefer in das Wer-be-Ökosystem integriert.
Neuausrichtung der Gebotsstrategien und Reise-Kampagnen
Die Anpassungen beim Smart Bidding zielen darauf ab, die Effizienz von Kampagnen mit festen Budgetvorgaben zu optimieren. Parallel dazu weitete Google Mitte August 2026 die Beta-Phase der „Search Campaigns for Travel“ aus. Diese umfasst nun auch die Bereiche „Things to Do“ und „Events“.
Werbetreibende erhalten damit neue Optionen für Attraktionen, Touren und Veranstaltungstickets. Während Details zu spezifischen Gebotsoptionen und zum Reporting in diesem Segment noch nicht vollständig offengelegt wurden, verdeutlicht die Erweiterung den Fokus auf automatisierte, nischenspezifische Werbeformate.
Zusätzlich experimentiert der Konzern mit einer KI-zentrierten Suchoberfläche. In Testläufen für eine begrenzte Nutzergruppe wurden Funktionen wie der Bildgenerator „Nano Banana“ sowie Werkzeuge zur Dokumentenanalyse integriert. Diese Entwicklungen deuten darauf hin, dass die klassische Suche zunehmend durch generative Elemente ergänzt wird, wobei die Kernfunktionen für Werbetreibende zunächst stabil bleiben sollen.
Technologische Basis: Gemini 3.7 Flash und Sheets Canvas
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Die Grundlage für die beschleunigte Automatisierung bildet die kontinuierliche Weiterentwicklung der KI-Modelle. Im August 2026 veröffentlichte Google das Modell Gemini 3.7 Flash, lediglich drei Wochen nach der Vorgängerversion 3.6. Mit einem Preis von 0,75 US-Dollar pro Million Input-Tokens und 3,75 US-Dollar pro Million Output-Tokens positioniert sich das Modell im Wettbewerbsumfeld.
Interne Benchmarks weisen für Gemini 3.7 Flash eine Steigerung der Codequalität aus: Beim FrontierCode-Benchmark erreichte das Modell 43,6 Prozent, verglichen mit 34,4 Prozent der Vorversion. Damit übertrifft es laut Unternehmensangaben Mitbewerber wie Claude Sonnet 5 mit 42,7 Prozent und GPT-5.6 Terra mit 41,3 Prozent.
Für Geschäftskunden wurde zudem „Sheets Canvas“ eingeführt, ein Tool, das Tabellen ohne Programmieraufwand in interaktive Anwendungen transformiert und für Nutzer von Google AI Pro oder Ultra sowie Workspace Business und Enterprise verfügbar ist.
Transparenzpflichten und Sicherheitsaspekte
Im Zuge der verstärkten KI-Nutzung führt Google neue Kennzeichnungspflichten für Werbeanzeigen ein. Seit Mitte August 2026 müssen Anzeigen, die mit Hilfe von künstlicher Intelligenz erstellt oder bearbeitet wurden, global in der Suche, auf YouTube und in Discover markiert werden.
In Regionen wie der Europäischen Union oder Indien erfolgt dies über ein sichtbares Overlay. Werbetreibende können zudem optionale Wasserzeichen in Gemini nutzen, während unsichtbare Metadaten-Technologien wie SynthID und C2PA-Standards zur Identifikation beibehalten werden.
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Auch im mobilen Sektor werden Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Die im August 2026 veröffentlichte Android 17 QPR2 Beta 3 führt Maßnahmen gegen Betrugsversuche ein.
Da Erhebungen zeigen, dass rund 66 Prozent der Deutschen innerhalb eines Jahres mit Betrugsversuchen konfrontiert waren und KI-basiertes Phishing deutlich höhere Klickraten erzielt als generische Methoden, erfordern Funktionen wie USSD-Code-Weiterleitungen nun eine explizite Bestätigung durch den Nutzer.
Langfristige Änderungen in der Infrastruktur
Neben kurzfristigen Gebotsanpassungen stehen infrastrukturelle Änderungen bevor. Google kündigte an, die Funktion „Senden als“ für Drittanbieter-Adressen wie Yahoo oder Outlook in Gmail ab Januar 2027 einzustellen.
Auch die Synchronisation von Drittanbieter-Konten via Gmailify wird beendet, wobei interne Gmail-Aliasse hiervon unberührt bleiben. Diese Konsolidierung der Dienste markiert einen weiteren Schritt in der Neuausrichtung der plattformübergreifenden Kommunikation und Datennutzung innerhalb des Google-Ökosystems.
