Gemeinsam, Menschen

Gemeinsam kochen: 31 Menschen mit Behinderung stärken ihre Fähigkeiten

Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 16:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Die Lebenswelt St. Antonius verbindet ausgewogene, regionale Mahlzeiten mit der aktiven Beteiligung und Förderung ihrer Bewohner.

Stiftung Liebenau: Kärntner Gütesiegel für gemeinsame Küchenpraxis
Frisches Gemüse in einer hellen, professionell ausgestatteten Gemeinschaftsküche einer Betreuungseinrichtung. Illustration mit AI erstellt.

In Betreuungseinrichtungen gewinnt die Verknüpfung von Alltagsstruktur, gesunder Kost und aktiver Mitgestaltung zunehmend an Bedeutung. Wenn Bewohner aktiv in die Vorbereitung der täglichen Mahlzeiten eingebunden werden, dient dies nicht nur der Versorgung, sondern fördert kognitive Fähigkeiten, persönliche Handlungsspielräume und das soziale Miteinander.

Wie ein solcher Ansatz im Alltag umgesetzt wird und welche pädagogischen Effekte damit einhergehen, verdeutlicht die Praxis in der Lebenswelt St. Antonius der Stiftung Liebenau in Spittal an der Drau.

Gelebte Teilhabe durch gemeinsame Küchenpraxis

In der Einrichtung in Spittal an der Drau leben 31 erwachsene Menschen mit Behinderung. Der Alltag ist dort so organisiert, dass die Klienten täglich gemeinsam mit der Küchenleitung das Menü für die gesamte Einrichtung zubereiten, zu der auch das Personal zählt.

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Kärntens Gesundheitslandesrätin Beate Prettner hob hervor, dass die Speisen in der Einrichtung gemeinsam geplant werden. Ein solcher strukturierter Ablauf schaffe ein tieferes Bewusstsein für gesunde Ernährung, stärke die individuelle Selbstständigkeit der Bewohner und stelle eine Form gelebter Teilhabe dar. Das gemeinsame Kochen und Vorbereiten erfordert Konzentration, Absprachen und planerisches Denken, was wiederum die kognitiven Ressourcen der Teilnehmenden im täglichen Tun trainiert und festigt.

Zertifizierung nach landesweiten Qualitätsstandards

Für dieses Konzept wurde der Lebenswelt St. Antonius am 26. September 2026 das Gütesiegel der Landesinitiative „Gesunde Küche“ Kärnten verliehen. Landesrätin Prettner überreichte die Urkunde an Küchenleiterin Nicole Oberrainer, Hausleiterin Kirsten Ratheiser und die pädagogische Leiterin Margit Ropatsch.

Die Auszeichnung knüpft an feste Kriterien an, nach denen in der Einrichtung täglich gekocht wird. Dazu gehören eine ausgewogene Zusammenstellung der Menüs, ein hoher Frischegrad, der Rückgriff auf regionale Produkte sowie ein bewusster Einsatz pflanzlicher Lebensmittel. Die praktische Umsetzung dieser ernährungsphysiologischen Leitlinien liegt dabei nicht allein beim Fachpersonal, sondern wird schrittweise gemeinsam mit den Klienten bewältigt.

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Das Netzwerk der Initiative in Kärnten

Die Spittaler Einrichtung ist der 67. Betrieb, der das Gütesiegel der Kärntner Landesinitiative erhalten hat. Das landesweite Netzwerk setzt sich aus unterschiedlichen Institutionen zusammen, darunter Kindergärten, Schulen, Kantinen sowie Pflege- und Betreuungseinrichtungen.

Der integrative Ansatz in Spittal an der Drau zeigt beispielhaft, dass Ernährungsinitiativen in sozialen Einrichtungen über rein gesundheitliche Aspekte hinausreichen. Das Zusammenspiel aus verbindlichen Qualitätskriterien, fachlicher Begleitung und der eigenständigen Mitarbeit der Bewohner verbindet Gesundheitsförderung mit pädagogischer Förderung im Alltag.

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