Gelenkspalt, Arthrose

Gelenkspalt bei Arthrose: Glucosamin bremst den Verlust auf 0,06 Millimeter

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 02:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien zeigen unterschiedliche Ergebnisse zu Nahrungsergänzungen; angepasste Liegestütze können die Gelenkbelastung gezielt verändern.

Gelenkschmerzen lindern: Studien zu Wirkstoffen und gelenkschonendem Training
Ein minimalistischer Physiotherapieraum mit einer anatomischen Kniegelenksnachbildung auf einem weißen Tisch. Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle Analysen und Erfahrungsberichte bewerten die Wirksamkeit von topischen Gelenkhilfen sowie spezifischen Gymnastikübungen zur Reduktion von Gelenkschmerzen im Alltag. Neben biomechanischen Anpassungen im Training stehen dabei immer wieder bioaktive Nährstoffe und pflanzliche Extrakte im Fokus wissenschaftlicher Untersuchungen.

Klinische Evidenz zu Glucosamin und Chondroitin

Die Datenlage zu den weitverbreiteten Substanzen Glucosamin und Chondroitin zeigt ein differenziertes Bild, wobei sich die Forschung fast ausschließlich auf Kniegelenksarthrose konzentriert. In der groß angelegten GAIT-Studie mit 1583 Patienten über einen Zeitraum von 24 Wochen zeigte sich keine statistisch signifikante Überlegenheit der Wirkstoffe gegenüber Placebo.

Die Placebo-Responder-Rate lag bei 60,1 Prozent. Glucosamin erreichte ein Plus von 3,9 Prozentpunkten (p=0,30), Chondroitin von 5,3 Prozentpunkten (p=0,17) und die Kombination beider Stoffe eine Verbesserung von 6,5 Prozentpunkten (p=0,09).

Demgegenüber stehen Ergebnisse aus der MOVES-Studie, die 606 Patienten über sechs Monate begleitete. Hier erwies sich eine Kombination aus täglich 1200 Milligramm Chondroitinsulfat und 1500 Milligramm Glucosaminhydrochlorid als nicht unterlegen gegenüber dem Schmerzmittel Celecoxib in einer Dosierung von 200 Milligramm pro Tag.

Beim WOMAC-Index betrug der Rückgang 185,7 Punkte in der Kombinationsgruppe gegenüber 186,8 Punkten bei Celecoxib, bei Ansprechraten von 50,1 Prozent beziehungsweise 50,2 Prozent.

Zudem wies eine dreijährige Studie an 212 Patienten auf strukturelle Effekte hin: Die tägliche Gabe von 1500 Milligramm Glucosaminsulfat verminderte den Verlust an Gelenkspaltweite deutlich. Während in der Placebogruppe eine Verringerung von 0,31 Millimetern gemessen wurde, lag der Abbau unter Glucosamin bei lediglich 0,06 Millimetern.

Weitere Wirkstoffe und medikamentöse Einflüsse

Zu den Substanzen mit Evidenz bei Gelenkbeschwerden zählen neben Glucosamin und Chondroitin auch Kollagenpeptide (Typ I und II, sowohl hydrolysiert als auch nicht denaturiertes UC-II), Boswellia serrata mit dem Wirkstoff AKBA sowie Methylsulfonylmethan (MSM).

Aufmerksamkeit erhalten zudem Avocado-Sojanichtverseifbare (ASU). Untersuchungen zeigen, dass ASU pro-entzündliche Zytokine wie Interleukin-1? (IL-1?) und Tumornekrosefaktor-alpha (TNF-?) hemmen, die Bildung von Prostaglandin PGE2 reduzieren und Matrix-Metalloproteinasen (MMPs) dämpfen.

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In randomisierten Untersuchungen verbesserten sich unter ASU-Gabe Gelenkbeschwerden und Beweglichkeit, wodurch Betroffene ihren Bedarf an nichtsteroidalen Antirheumatika verringern konnten. Eine standardisierte Einnahme über mehrere Wochen gilt als ratsam, wobei die genaue Dosierung individuell mit medizinischem Fachpersonal abzustimmen ist.

Indirekte Effekte auf Gelenkbeschwerden werden auch bei modernen Medikamenten zur Gewichtsreduktion beobachtet. So können GLP-1-Agonisten Gelenkschmerzen über den Abbau von Übergewicht lindern. Allerdings warnen Fachleute davor, dass ein rascher Gewichtsverlust bei älteren Personen Knochendichte und Mobilität beeinträchtigen kann, da dem Skelett mechanische Reize entzogen werden, was Gebrechlichkeit und Knochenbrüche begünstigen kann.

Gelenkschonende Anpassung von Übungen

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Neben Nahrungsergänzungen spielt die präzise Ausführung von Gymnastikübungen eine zentrale Rolle, um Gelenke gezielt zu entlasten. Bei Liegestützen variiert die Belastung je nach Hand- und Armstellung stark: Enge Liegestütze belasten vor allem den Trizeps und die vordere Schulter, breite Ausführungen die Brust und die vordere Schulter. W-Liegestütze beanspruchen Brust, Trizeps sowie die mittlere Schulter.

Für einen gelenkschonenden Bewegungsablauf bei W-Liegestützen werden ein etwas breiterer Stand, leicht nach außen gedrehte Hände und schräg nach hinten geführte Ellenbogen empfohlen. Diese Haltung entspricht dem von Trainern angeratenen Armwinkel von 45 bis 60 Grad zum Rumpf.

Vor allem Frauen mit einem ausgeprägten physiologischen Tragewinkel des Arms (Cubitus valgus) profitieren von dieser Anpassung, da eine klassische enge Ausführung eine unnatürliche Schulterrotation erzwingen kann.

Eine übermäßige Außendrehung sollte jedoch vermieden werden, um eine Verlagerung der Belastung auf Schulter und Nacken zu verhindern. Für Anfänger eignen sich Varianten auf den Knien oder an erhöhten Auflageflächen.

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