Gelenkgesundheit, Frauen

Gelenkgesundheit: Frauen verlieren 30% Hautkollagens nach Menopause

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Forschungsdaten zeigen höhere Arthroseraten bei Frauen. Kombiniertes Calcium und Vitamin D senken Frakturrisiken, während Bewegung zentral bleibt.

Arthrose bei Frauen: Hormone, Risiken und neue Studienergebnisse
Symbolbild: Yogamatte, Trinkflasche und Laufschuhe Illustration mit AI erstellt.

Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen und Expertenanalysen verdeutlichen einen engen Zusammenhang zwischen dem weiblichen Hormonhaushalt und der Gelenkgesundheit.

Frauen sind laut Professor Yves Henrotin von der Universität Lüttich (Uliège) deutlich häufiger von Arthrose betroffen als Männer; das Verhältnis der Betroffenen liegt bei etwa 6 zu 4. Als besonders kritisch gilt die Phase der Perimenopause, in der ein sinkender Östrogenspiegel häufig mit verstärkten Gelenkschmerzen im Bereich der Finger und des Nackens einhergeht.

Demografische Entwicklung und biologische Ursachen

Die Relevanz dieser Erkenntnisse wird durch aktuelle Bevölkerungsdaten untermauert. In einem Bericht vom 20.09.2026 wird die Häufigkeit symptomatischer Arthrose in der belgischen Bevölkerung mit etwa 12,5 % angegeben. Von diesen Betroffenen sind 60 % Frauen und 40 % Männer.

Bemerkenswert ist zudem, dass rund 30 % der Patienten jünger als 45 Jahre sind. Mit Blick auf die Zukunft prognostiziert Henrotin eine globale Zunahme: Bis zum Jahr 2050 könnten weltweit rund 1 Mrd. Menschen von Arthrose betroffen sein, wobei die zunehmende Alterung der Gesellschaft und Adipositas als Haupttreiber gelten.

Biologisch lässt sich das erhöhte Risiko für Frauen unter anderem durch die Beschaffenheit des Knorpels erklären, der über Hormonrezeptoren verfügt. Östrogen übernimmt dabei eine schützende Funktion für das Knochengewebe.

Sinkt dieser Spiegel während der Menopause deutlich ab, kann sich der Knochenverlust beschleunigen. In den ersten fünf Jahren nach der Menopause verlieren Frauen laut Studien zudem bis zu 30 % ihres Hautkollagens, da Östrogen die Aktivität der kollagenproduzierenden Fibroblasten reguliert.

Wissenschaftliche Debatte um Nahrungsergänzungsmittel

Hinsichtlich der Prävention von Knochenbrüchen und Stürzen liefert eine Auswertung eines kanadischen Forschungsteams, die im September 2026 im Fachjournal The BMJ veröffentlicht wurde, differenzierte Ergebnisse. Die Analyse von 69 kontrollierten Studien mit rund 154.000 Erwachsenen deutet darauf hin, dass die isolierte Einnahme von Calcium- oder Vitamin-D-Präparaten insgesamt nur einen geringen klinischen Nutzen bietet.

Anzeige

Wer bei Gelenkbeschwerden nach natürlichen Wegen sucht, kann mit gezielten Techniken der Traditionellen Chinesischen Medizin oft in wenigen Minuten eine spürbare Linderung erzielen. Dieser bebilderte Ratgeber zeigt Ihnen, wie Sie 101 bewährte Druckpunkte ohne Hilfsmittel selbst aktivieren können. 101 Druckpunkte gegen Arthrose jetzt kostenlos entdecken

Die Kombination beider Präparate zeigte hingegen einen Effekt: Das relative Risiko für Hüftfrakturen sank um 16 % und für sonstige Brüche um 9 %. In absoluten Zahlen bedeutet dies eine Reduktion von etwa 3 Hüftfrakturen je 1.000 behandelte Personen, was einer absoluten Risikoreduktion von rund 0,3 Prozentpunkten entspricht.

Eine Expertin für Osteoporose betonte dazu in einem Interview, dass Calcium oder Vitamin D allein keinen Schutzeffekt hätten, die kombinierte Gabe bei erhöhtem Risiko jedoch weiterhin gemäß geltender Leitlinien empfohlen werde.

Ganzheitliche Ansätze und Lebensstiländerungen

Da eine Heilung von Arthrose derzeit nicht möglich ist, fordern Fachleute wie Yves Henrotin einen multidisziplinären Ansatz. Lebensstiländerungen sollten dabei vor medikamentösen oder chirurgischen Eingriffen stehen.

Anzeige

Eine angepasste Ernährungsweise ist ein wesentlicher Baustein, um Entzündungen im Körper zu bekämpfen und die Gelenkgesundheit langfristig zu unterstützen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Leitfaden, welche 12 natürlichen Lebensmittel wie sanfte Schmerzmittel wirken und Ihre Vitalität steigern können. Gratis-Ratgeber: Entzündungshemmende Ernährung sichern

Ein Ernährungsmediziner erläuterte in einem Bericht vom 20.09.2026, dass über die Ernährung Blutfettwerte um durchschnittlich 10 % bis 20 % gesenkt werden können, was wiederum das Risiko für chronische Entzündungen und Folgeschäden reduziert.

Für Frauen ab 50 Jahren werden folgende präventive Maßnahmen empfohlen:

  • Ernährung: Reduktion von Zucker, Alkohol und hochverarbeiteten Lebensmitteln. Empfohlen wird eine proteinreiche Kost (1,2 bis 1,6 g pro Kilogramm Körpergewicht) sowie der regelmäßige Verzehr von Hülsenfrüchten, Nüssen und Ballaststoffen (mindestens 30 Gramm täglich).
  • Bewegung: Neben Gehaktivitäten sind altersgerechte Kraft- und Widerstandsübungen entscheidend, um Muskeln und Knochen zu stärken.
  • Besondere Risiken: Bei Patientinnen mit rheumatoider Arthritis verläuft der Knochenabbau oft schneller, da Entzündungsstoffe den Abbau beschleunigen und Therapien mit Cortison die Calciumaufnahme stören können. Hier sind regelmäßige Knochendichtemessungen sowie eine gezielte Bewegungstherapie ratsam.

Zur Früherkennung von Kompressionsfrakturen, die oft infolge von Osteoporose auftreten, sollten Warnsignale wie plötzliche, stechende Rückenschmerzen oder eingeschränkte Beweglichkeit ernst genommen und mittels bildgebender Verfahren wie Röntgen oder MRT abgeklärt werden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70145601 |