Gelenkdiagnostik, Markerloses

Gelenkdiagnostik: Markerloses System Mamma weicht weniger als 1 mm ab

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 21:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Das System Mamma erfasst Gelenkbewegungen ohne Körpermarker und erreicht eine Abweichung von unter einem Millimeter.
Ein minimalistisch gestalteter, heller Therapieraum mit hölzernen Trainingsgeräten in einer orthopädischen Praxis. Illustration mit AI erstellt.

Die Erfassung menschlicher Bewegungsabläufe gewinnt in der orthopädischen Diagnostik und Rehabilitation zunehmend an Bedeutung. Eine zentrale Rolle spielen dabei innovative Verfahren zur optischen Gelenkanalyse: Laut einem Bericht vom 17. Oktober 2026 wurde die markerlose Bewegungserfassung bei älteren Patienten mit Hüft- und Kniebeschwerden als zuverlässig eingestuft. Dieser technologische Fortschritt verspricht, aufwendige Messverfahren zu vereinfachen und zugleich präzise klinische Daten über Gelenkfunktionen zu liefern.

Fortschritte bei optischen Messverfahren ohne Marker

Bislang erforderte eine hochpräzise Analyse von Bewegungsabläufen oft das Anbringen physischer Marker am Körper der Patienten. Neuere Systeme demonstrieren jedoch, wie weit die markerlose Technologie inzwischen fortgeschritten ist.

Das Max-Planck-Institut für Intelligente Systeme entwickelte gemeinsam mit der Carnegie Mellon University das System „Mamma“ (Markerless Accurate Multi-person Motion Acquisition). Dieses System schätzt 512 virtuelle Tracking-Punkte auf der Haut und passt das SMPL-X-Körpermodell an die Bewegungen an.

Die Technologie kommt ohne Spezialanzüge aus und funktioniert mit handelsüblichen Smartphones, darunter mehreren iPhones. Im Vergleich zu herkömmlichen Marker-Anzügen liegt die Genauigkeitsabweichung bei unter 1 mm. Hanz Cuevas Velasquez vom Max-Planck-Institut hob hervor, dass der Unterschied weniger als einen Millimeter betrage.

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Zudem erfolgt die Datenverarbeitung dreimal schneller als mit einem Marker-Anzug. Das Verfahren wurde auf der Fachtagung CVPR-2026 vorgestellt und als quelloffene Software veröffentlicht, mit potenziellen Anwendungsfeldern in der Medizin, der Physiotherapie, dem Sporttraining sowie bei virtuellen Avataren und in der Film- und Spieleindustrie.

Klinischer Einsatz von Motion Capture und 3D-Modellen

Die Erfassung von Bewegungen ist in spezialisierten Einrichtungen bereits ein wichtiger Bestandteil der Patientenversorgung. An der Fondazione Policlinico Universitario Campus Bio-Medico setzt das Labor für Bewegungsanalyse laut einem Bericht vom 17. Oktober 2026 markerbasiertes Motion Capture mit Infrarotkameras und tragbaren Sensoren zur dreidimensionalen Rekonstruktion von Bewegungen ein.

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Diese Messungen erfolgen am 16. Oktober 2026 sowohl vor als auch nach chirurgischen Eingriffen, darunter Prothesenimplantationen an Schulter, Hüfte und Knie sowie Ligamentrekonstruktionen, und finden zudem in der Rehabilitation mit Systemen der virtuellen Realität Anwendung. Professor Umile Giuseppe Longo erklärte, dass diese Technologien objektive Messungen ermöglichten, um Behandlungen gezielt zu personalisieren.

Ergänzend zu den Bewegungsanalysen treiben rechnergestützte Modelle das anatomische Verständnis voran. Wie am 16. Oktober 2026 berichtet wurde, gelang es mittels eines Deep-Learning-Modells, die Anatomie des Hüftgelenks bei fast 2.500 jungen Erwachsenen in 3D zu kartieren.

Perspektiven für die Gelenkchirurgie und Mobilisierung

Die zunehmende Digitalisierung stand auch im Mittelpunkt des Internationalen Symposiums zu Fortschritten der Hüft- und Kniegelenkchirurgie, das vom 17. bis 18. Oktober 2026 stattfand. Bei der Veranstaltung mit 13 Experten aus 10 Zentren und über 100 Teilnehmern bildeten Robotik, künstliche Intelligenz, minimalinvasive Techniken wie das SuperPATH-Verfahren sowie personalisierte Therapieansätze die Schwerpunkte.

Ein besonderer Fokus lag dabei auf der frühzeitigen Mobilisierung älterer Patienten. Branchenexperten prognostizierten auf der Tagung, dass durch den Einsatz von Robotik und künstlicher Intelligenz in den kommenden 5 bis 10 Jahren signifikante Fortschritte in der Patientenversorgung zu erwarten seien.

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