Geldwäsche-Netzwerk zerschlagen: 390 Millionen Euro Bitcoin beschlagnahmt
12.06.2026 - 12:07:14 | boerse-global.de
Ermittler aus mehreren Kontinenten haben ein milliardenschweres Netzwerk zur Geldwäsche mit Kryptowährungen zerschlagen. Die Bande namens „AudiA6“ soll jahrelang Drogengelder und Lösegeldzahlungen gewaschen haben.
Die Schlag gegen die Kriminellen gelang am 10. Juni in der georgischen Hafenstadt Batumi. Dort nahmen Beamte des US-Geheimdienstes Secret Service gemeinsam mit der georgischen Polizei und polnischen Kollegen zwei mutmaßliche Hauptverantwortliche fest. Es handelt sich um den 37-jährigen Ukrainer Ruslan Igorevich Tkachuk und den 25-jährigen Russen Alexander Vladimirovich Ledenev. Die USA haben ihre Auslieferung beantragt.
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Millionen für Ransomware-Banden und Darknet-Händler
Die Anklage wirft den Männern vor, zwischen 2021 und 2026 rund 10.333 Bitcoin gewaschen zu haben – damaliger Wert: knapp 390 Millionen Euro. Mindestens 19 Millionen Euro davon stammten nachweislich aus illegalen Quellen wie Lösegeldzahlungen von Ransomware-Opfern oder Geschäften auf dem Darknet. Die australische Bundespolizei schätzt das Gesamtvolumen sogar auf über 540 Millionen Euro.
Das Netzwerk bot seine Dienste auf dem Forum Dark2Web an. Es fungierte als sogenannter „Mischer“: Kriminelle konnten ihre illegalen Kryptowährungen einspeisen und erhielten „sauberes“ Geld zurück – gegen eine Provision von drei bis zehn Prozent. Besonders perfide: AudiA6 garantierte ein Anti-Geldwäsche-Risiko von unter 25 Prozent, damit die Transaktionen nicht aufflogen.
Undercover-Ermittler im Einsatz
Die Ermittler hatten die Bande über Jahre infiltriert. Zwischen Dezember 2022 und Mai 2026 führten verdeckte Ermittler sechs kontrollierte Transaktionen durch. Sie gaben vor, Erlöse aus Drogenhandel und Bitcoin-Diebstahl waschen zu wollen.
Die Behörden beschlagnahmten umfangreiches Beweismaterial:
- 25 Domains und über 30 Server der Plattform
- Kryptowährungen im Wert von rund 1,24 Millionen Euro
- In Georgien: 173 Fahrzeuge, mehrere Immobilien und Bankkonten
Zudem sicherten die Ermittler über 6.000 sogenannte KYC-Datensätze – Identitätsnachweise von Strohleuten, die ihr Konto für die Geldwäsche zur Verfügung gestellt hatten.
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Globaler Schlag gegen die Finanzinfrastruktur der Cyberkriminalität
Die Operation war ein beispielloses Beispiel internationaler Zusammenarbeit. Neben den USA, Polen und Georgien waren auch Behörden aus Australien, Kanada, Frankreich, Deutschland, Island, Japan, der Schweiz und Großbritannien beteiligt. Koordiniert wurde die Aktion von Eurojust und Europol.
Ein erster Erfolg gelang bereits im September 2025: Damals nahm die polnische Polizei einen Ukrainer fest, der ebenfalls mit dem Netzwerk in Verbindung stand.
US-Ermittler betonten nach dem Schlag, man habe die „finanzielle Infrastruktur“ getroffen, ohne die Cyberkriminelle ihre Beute nicht in echtes Geld umwandeln könnten. Die australische Polizei ergänzte, die Zerschlagung solcher Netzwerke sei entscheidend, um das Geschäftsmodell der Cyberkriminalheit insgesamt unrentabel zu machen.
Den beiden Hauptverdächtigen drohen im Falle einer Verurteilung in den USA bis zu 20 Jahre Haft.
