Geldautomaten-Hack, Kriminelle

Geldautomaten-Hack: Kriminelle nutzen USB-Stick für Million-Euro-Coup

Veröffentlicht am: 19.07.2026 um 13:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neue Schadsoftware-Generation zielt auf Bankautomaten und private Krypto-Depots. Gefälschte E-SIM-Shops und KI-Phishing ergänzen die Bedrohungslage.

KI-Malware attackiert Geldautomaten und Krypto-Wallets
Eine Hand steckt einen leuchtenden USB-Stick in einen Geldautomaten, umgeben von digitalen Codes, die Malware andeuten. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Eine neue Generation hochspezialisierter Schadsoftware zielt gleichzeitig auf physische Geldautomaten und digitale Finanzdaten von Privatnutzern ab. Die Angreifer setzen dabei auf KI-gestützte Tarnmethoden und professionelle Infrastruktur.

Geldautomaten per USB geknackt

In Europa haben Kriminelle eine neue Methode entwickelt: Sie installieren per USB-Stick eine Spezial-Malware direkt an Geldautomaten. Die Schadsoftware aktiviert ein verstecktes Menü, über das sich die Barauszahlung steuern lässt – ohne Netzwerkbenachrichtigungen auszulösen. Der Coup blieb zunächst unbemerkt, die Schadenssumme liegt bei schätzungsweise einer Million Euro.

Parallel dazu warnt Kaspersky vor der Malware OkoBot. Das modulare Schadprogramm ist seit über einem Jahr aktiv und zielt auf Wiederherstellungsphrasen von Krypto-Wallets ab. OkoBot verbreitet sich über Plattformen wie GitHub, getarnt als legitime Software. Die „ClickFix“-Methode verleitet Nutzer zur Ausführung schädlicher Befehle – und gibt Angreifern Zugriff auf digitale Vermögenswerte.

Gefälschte E-SIM-Shops im Umlauf

Ein weiterer Angriffspunkt: der Mobilfunkmarkt. Kriminelle betreiben gefälschte E-SIM-Shops, die täuschend echt die Anmeldeseiten bekannter Provider nachahmen. KI-generierte Kopien offizieller Portale sammeln persönliche Daten und Zahlungsinformationen. Verbraucher sollten E-SIM-Profile ausschließlich über offizielle Apps der Anbieter erwerben und URLs vor der Dateneingabe genau prüfen.

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KI trickst Sicherheitsfilter aus

Um KI-basierte Schutzsysteme zu umgehen, setzen Angreifer auf „Text-Salting“. Seit April wurden über eine Million Phishing-E-Mails registriert, die harmlose Textblöcke im HTML-Code verstecken – und so die Filteralgorithmen täuschen.

Microsoft warnt zudem vor einer Zunahme des „ACR Stealer“. Die Malware zielt auf Unternehmen ab, entwendet Passwörter, Authentifizierungstoken und Browser-Dokumente. Besonders perfide: Sie nutzt öffentliche Blockchain-Dienste als Dead-Drop-Resolver, um die Kommunikation mit den Befehls-Servern zu verschleiern.

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Schutz bleibt das A und O

Angesichts der steigenden Komplexität empfehlen Experten erhöhte Wachsamkeit. Neue Berichte über Session-Hijacking bei macOS zeigen: Selbst eine Zwei-Faktor-Authentifizierung lässt sich durch das Auslesen von Sitzungsdaten umgehen. Die regelmäßige Überprüfung von Kontobewegungen und aktuelle Sicherheitssoftware sind daher essenziell.

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