Gehverhalten: Menschen weichen beim Gehen systematisch nach links ab
Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 02:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bandbreite reicht von kollektiven Entscheidungsprozessen über visuelle Aufmerksamkeit bis hin zu biomechanischen Bewegungsmustern.
Schwarmintelligenz: Was Ameisen und Menschen unterscheidet
Der Biologe Iain Couzin (Universität Konstanz, Max-Planck-Institut) erklärte am 19. Juli auf einer Fachkonferenz: Komplexe Gruppenverhalten lassen sich durch sogenannte Ring-Attraktor-Netzwerke im Gehirn erklären. Tiere wie Ameisen, Heuschrecken oder Paviane treffen hocheffiziente kollektive Entscheidungen – ohne individuelle Intelligenz im menschlichen Sinne.
Menschen in modernen Großstädten sind anders gestrickt. Sie zeigen eine Anfälligkeit für äußere Beeinflussung, weil sie evolutionär nicht an Massengesellschaften angepasst sind. Die mathematische Beschreibung dieser Netzwerke erlaubt es Forschern, die Dynamik von Gruppenbewegungen besser nachzuvollziehen.
Gesichts- oder Textmensch? Die Struktur deines Gehirns verrät es
Eine Studie der Universität Gießen, veröffentlicht am 20. Juli in Nature Human Behaviour, untersuchte an 61 Erwachsenen: Warum setzen Menschen unterschiedliche Schwerpunkte bei der Bildbetrachtung? Die Forscher unterschieden zwischen Gesichts- und Textmenschen.
Das Ergebnis: Personen mit einer Präferenz für Gesichter verfügen über stärker entwickelte gesichtspräferierende Areale im Gehirn. Textmenschen zeigen analoge Ausprägungen in ihren Verarbeitungszentren. Das führt zu messbaren Vorteilen – höhere Lesegeschwindigkeit oder bessere Gesichtserkennung.
Die Wissenschaft zeigt, dass gezieltes Training unsere neuronalen Netzwerke maßgeblich beeinflussen kann. Mit diesen 11 praktischen Alltagsübungen stärken Sie Ihre Konzentration und halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter leistungsfähig. Kostenlosen Gehirntraining-Ratgeber jetzt sichern
Die gute Nachricht: Die Aufmerksamkeitssteuerung ist nicht ausschließlich angeboren. Eine Studie aus 2025 mit 69 Probanden belegte, dass tägliches Training die Aufmerksamkeitskontrolle verbessert – über alle Altersgruppen hinweg.
Warum wir beim Gehen nach links abweichen
Eine internationale Studie der Universitäten Madrid, Shanghai, Waseda und Tokio analysierte das Gehverhalten von 573 Personen. Die Ergebnisse, veröffentlicht am 20. Juli in Nature Communications, zeigen: Unabhängig von Herkunft, Alter oder Händigkeit weichen Menschen beim Gehen leicht nach links ab.
Bei Kindern ist diese Linkstendenz besonders stark ausgeprägt. Mit zunehmendem Alter verliert sie sich geringfügig, bleibt aber als statistisches Muster bestehen. Die Forscher sehen darin eine Grundlage, um öffentliche Räume und Verkehrswege effizienter und sicherer zu gestalten.
Während die Forschung biomechanische Muster entschlüsselt, ist die individuelle geistige Fitness im Alltag oft schwer einzuschätzen. Ein kurzer, wissenschaftlich basierter Check hilft Ihnen dabei, Ihre kognitive Leistung in nur einer Minute spielerisch zu testen. Hier am 60-Sekunden-Gehirnjogging teilnehmen
Parallel dazu gelangen theoretischen Mathematikern Fortschritte. Ein Schweizer Mathematiker erzielte mit KI-Unterstützung einen Durchbruch bei der Abschätzung von Ramsey-Zahlen – das vertieft das Verständnis von Ordnung in chaotischen Systemen. Ein Harvard-Mathematiker fand mithilfe eines KI-Modells ein Gegenbeispiel zur seit 1939 offenen Jacobi-Vermutung.
Digitale Karten fürs Gehirn
Ein Team um Timo Dickscheid vom Forschungszentrum Jülich stellte am 20. Juli in Nature Methods die Software-Suite „siibra“ vor. Dieser digitale Atlas ermöglicht den Zugriff auf eine Vielzahl von Hirndaten – von Zellstrukturen über Moleküle bis zu funktionellen Verbindungen.
Praktisch dient das Werkzeug unter anderem dazu, die Lokalisierung für die Tiefenhirnstimulation zu verbessern. Solche Fortschritte sind essenziell, um die genetischen und neurologischen Grundlagen von Verhaltensstörungen zu erforschen.
Eine genomweite Assoziationsstudie unter Leitung des Zentralinstituts für Seelische Gesundheit Mannheim identifizierte elf Risikoloci für die Borderline-Persönlichkeitsstörung. Die Analyse von 13.000 Betroffenen zeigte zudem genetische Überschneidungen mit Depressionen oder ADHS. Das unterstreicht: Die biologischen Determinanten menschlichen Verhaltens sind hochkomplex.
Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.
