Gehtempo: Schnelles Gehen senkt Sterberisiko um bis zu 43%
Veröffentlicht am: 09.09.2026 um 09:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Wissenschaftliche Untersuchungen zum Zusammenhang zwischen physischer Aktivität und Langlebigkeit weisen darauf hin, dass neben der reinen Anzahl der täglich absolvierten Schritte auch das Gehtempo eine entscheidende Rolle für die Gesundheit spielt.
Eine im September 2026 im British Journal of Sports Medicine veröffentlichte Analyse legt nahe, dass eine Kombination aus moderater Schrittzahl und erhöhter Intensität das Sterberisiko signifikant senken kann.
Die Bedeutung der Gehgeschwindigkeit als Kompensationsfaktor
Die Forschungsergebnisse verdeutlichen, dass eine höhere Intensität beim Gehen Defizite bei der Gesamtmenge der Schritte teilweise ausgleichen kann. Demnach senken entweder eine geringere Schrittzahl bei höherem Tempo oder eine höhere Schrittzahl bei langsamerem Tempo das Sterberisiko um bis zu 43 %.
Ein zentraler Befund der Untersuchung betrifft Personen, die weniger als 5.000 Schritte pro Tag zurücklegen. In dieser Gruppe wurde festgestellt, dass ein Tempo von mindestens 80 Schritten pro Minute ein Sterberisiko bewirkt, das vergleichbar mit dem von Personen ist, die zwischen 5.000 und 7.500 Schritte bei einer Geschwindigkeit von etwa 60 Schritten pro Minute absolvieren.
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Für Menschen mit einer vorwiegend sitzenden Lebensweise, die weniger als 7.500 Schritte täglich erreichen, wird ein zügiges Gehen von etwa 30 Minuten pro Tag bei einer frequenz von zirka 90 Schritten pro Minute als optimal eingestuft.
Die Studienautoren Stamatakis, Koemel und Ahmadi beobachten zudem, dass ein zügiges Tempo generell mit einem geringeren Gesundheitsrisiko verbunden ist, insbesondere wenn die tägliche Schrittzahl unter der Marke von 5.000 bleibt.
Optimale Schrittzahl und wissenschaftliche Einordnung
Trotz der Bedeutung des Tempos bleibt die Gesamtmenge der Bewegung ein wesentlicher Faktor. Die Daten zeigen, dass eine tägliche Belastung von 7.500 bis 10.000 Schritten das Sterberisiko am stärksten senkt, wobei dieser Effekt unabhängig von der gewählten Geschwindigkeit eintritt. In diesem Bereich wurde das geringste Risiko für die Studienteilnehmer ermittelt.
Interessanterweise setzt die Analyse die weitverbreitete Empfehlung von 10.000 Schritten pro Tag in einen historischen Kontext. Demnach stammt dieses Ziel ursprünglich aus einer Marketingkampagne der 1960er-Jahre und ist nicht unmittelbar durch wissenschaftliche Belege fundiert. Die aktuelle Forschung rückt stattdessen die individuelle Kombination aus Volumen und Intensität in den Fokus.
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Datengrundlage und methodischer Hintergrund
Die Analyse stützt sich auf eine breite Datenbasis der UK-Biobank. Insgesamt wurden Informationen von 103.684 Teilnehmern herangezogen, wobei die primären Auswertungen zur Bewegung auf 64.743 Personen im Alter zwischen 40 und 69 Jahren basieren, die einen Tracker über einen Zeitraum von sieben Tagen trugen. Die zugrunde liegenden Aktivitätsdaten wurden bereits in den Jahren 2013 bis 2015 erhoben.
Im Rahmen des Untersuchungszeitraums wurden insgesamt 1.697 Todesfälle dokumentiert, von denen 502 auf kardiovaskuläre Ursachen zurückzuführen waren. Die Ergebnisse unterstreichen die Relevanz von Alltagsbewegung für die Prävention schwerwiegender Erkrankungen.
Fachleute betonen auf Basis dieser Daten, dass bereits kleine Steigerungen der Intensität im Alltag messbare gesundheitliche Vorteile bieten können, selbst wenn die oft propagierten hohen Schrittzahlen nicht erreicht werden.
