Gehirntraining: Techniknutzung verzögert geistigen Abbau um 25%
28.06.2026 - 22:20:27 | boerse-global.de
Psychologen liefern neue Ansätze – von digitalen Konsumfallen bis zu physischen Routinen.
Emotionale Abgrenzung wird zur Überlebensstrategie
Rund 70 Prozent der Menschen berichten, dass ihre Stimmung durch andere beeinflusst wird. Das zeigt die Psychologin Mag. Dr. Karin Flenreiss-Frankl in einer Analyse vom 27. Juni. Unser Gehirn reagiere sensibel auf fremde Emotionen, erklärt sie. Strategien zum Schutz vor emotionaler Ansteckung seien deshalb essenziell für die mentale Gesundheit.
Marianne Wellershoff beschreibt in ihrem Bericht vom heutigen Sonntag Methoden zur Steigerung der emotionalen Intelligenz. Ihr Fokus: schmerzhafte Gefühle verarbeiten und Bindungen durch mentale Übungen stärken. Ziel ist eine höhere Resilienz gegen negative Einflüsse von außen. Autor Maxim Leo hingegen nimmt den Achtsamkeitsboom kritisch-satirisch unter die Lupe. Er hinterfragt die gesellschaftlichen Erwartungen an ständige Selbstoptimierung.
Dopamin auf Rezept: Südkoreas neuer Trend gegen Einsamkeit
Eine ungewöhnliche Entwicklung zeichnet sich bei jungen Erwachsenen in Südkorea ab. Sie nutzen sogenannte Dopamin-Websites oder gefälschte Liefer-Apps – und simulieren dort lediglich Bestellvorgänge. Das virtuelle Warenkorbbefüllen ohne Kauf generiert einen Belohnungsreiz, der gegen Einsamkeit, Heißhunger oder Stress helfen soll. Professor Kim Heon-sik zieht Parallelen zum Phänomen des Mukbang.
Doch die digitale Welt hat auch ihre Schattenseiten. Prof. Dr. Julia Brailovskaia hält Ende Juni einen Gastvortrag an der Universität Potsdam über suchtartige Social-Media-Nutzung. Aktuelle Daten zeigen den Druck auf Jugendliche: Männliche Jugendliche verbringen wochentags im Schnitt 4,5 Stunden vor Bildschirmen, am Wochenende steigt der Wert auf 6,1 Stunden. Auf TikTok verbreiten sich bedenkliche Trends wie Bonesmashing – bei dem Nutzer Knochen im Gesicht mit harten Gegenständen bearbeiten – sowie Inhalte, die toxische Männlichkeitsbilder fördern.
Der tägliche Stress und die digitale Reizflut können die mentale Fitness fordern, doch gezielte Übungen helfen dabei, das Gehirn aktiv zu stärken. In diesem kostenlosen Ratgeber erfahren Sie, wie Sie Ihre Konzentration verbessern und mit einfachen Alltagsübungen geistig fit bleiben. 11 praktische Gehirn-Jogging-Übungen jetzt kostenlos sichern
Disziplin trifft Selbstakzeptanz: Der Weg zu neuen Gewohnheiten
Langfristiger Erfolg bei körperlicher Fitness basiert auf einer Kombination aus Disziplin und veränderter Selbstwahrnehmung. Schauspielerin Ronja Forcher berichtet über einen Gewichtsverlust von 14 Kilogramm. Ihre Rezeptur: eine dreijährige CrossFit-Routine, viermal wöchentlich Sauna und proteinreiche Ernährung – ohne medikamentöse Unterstützung.
Louisa Dellert plädiert in ihrer Publikation für einen nachsichtigeren Umgang mit dem eigenen Körper. Sie thematisiert die weit verbreitete Körperscham bei Frauen und fordert dazu auf, mentale Barrieren abzubauen. Ein gesundes Selbstbild sei der Schlüssel.
Ein gesundes Körpergefühl und der Erhalt der Muskulatur sind die Basis für langfristiges Wohlbefinden, gerade wenn man aktiv gegen körperlichen Abbau vorgehen möchte. Ein renommierter Experte zeigt Ihnen 17 einfache Übungen, die Sie in nur 3 Minuten täglich bequem zu Hause durchführen können. Kostenlosen Ratgeber für 3-Minuten Wunderübungen herunterladen
Technologie als Gehirntraining: Die überraschende Metaanalyse
Muss Techniknutzung zwangsläufig negativ sein? Eine Metaanalyse in Nature Human Behaviour zeigt das Gegenteil. Die Untersuchung von 57 Studien mit über 411.000 Teilnehmern über 50 Jahren ergab: Die Nutzung von Computern, Smartphones und Internet korreliert mit einem um 25 Prozent langsameren geistigen Abbau.
Drei Schutzmechanismen wurden identifiziert:
- Komplexe Bedienvorgänge fordern das Gehirn.
- Digitale Kanäle fördern soziale Verbindungen und wirken Isolation entgegen.
- Das Auslagern von Routineaufgaben schafft kognitive Kapitaten.
Allerdings bleibt die Qualität der Anwendungen entscheidend. Oxford-Professorin Victoria Murphy warnt: Viele Lern-Apps für Kinder bieten trotz hoher Downloadzahlen keinen nachweisbaren pädagogischen Mehrwert – und können die Sprachentwicklung sogar behindern. Auch im Alltag älterer Menschen zeigen sich Hürden: Eine Studie der Universität Duisburg-Essen mit über 70-Jährigen ergab, dass 40 Prozent Schwierigkeiten bei Augentropfen und 20 Prozent Probleme mit Medikamentenverpackungen haben.
