Gehirntraining, Speed-of-Processing

Gehirntraining: Speed-of-Processing senkt Demenzrisiko um 9%

26.06.2026 - 08:12:52 | boerse-global.de

Studien belegen: Gehirntraining und Schlaf beeinflussen Demenzrisiko stark. Neue Medikamente helfen nur wenigen Patienten.

Demenzrisiko senken: Lebensstil und neue Therapien im Fokus
Gehirntraining - Ein nachdenklicher älterer Mensch, der eine kognitive Übung oder ein Puzzle macht, mit weichem Licht, das mentale Aktivität symbolisiert. 26.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Forscher haben konkrete Schutzfaktoren identifiziert.

Gehirntraining mit überraschendem Gewinner

Die ACTIVE-Studie liefert nach über 20 Jahren Laufzeit klare Ergebnisse. Rund 2.800 Teilnehmer ab 65 Jahren absolvierten verschiedene kognitive Trainings. Das adaptive „Speed-of-Processing“-Training schnitt am besten ab: Nur 40 Prozent der Teilnehmer entwickelten eine Demenz, in der Kontrollgruppe waren es 49 Prozent.

Reines Gedächtnis- oder Logiktraining zeigte dagegen keine vergleichbaren Langzeiteffekte. Die Studie wurde im Juni 2026 veröffentlicht.

Schlaf als unterschätzter Risikofaktor

Schlafmangel ist mehr als nur unangenehm – er greift direkt ins Gehirn ein. Eine Studie der Edith Cowan University untersuchte 351 kognitiv unauffällige Erwachsene. Das Ergebnis: Bestimmte Genvarianten (AQP4) in Kombination mit Schlafmangel beschleunigen den Verlust grauer Substanz.

Die Zahlen sind deutlich: Schlafapnoe erhöht das Demenzrisiko um etwa 34 Prozent. Bei Insomnie schwankt der Wert zwischen 13 und 53 Prozent. Die Studie erschien im Juni in Alzheimer's & Dementia.

Neue Medikamente – aber nur für wenige

Seit Juni 2026 setzt das Klinikum Emden die Antikörper Donanemab und Lecanemab ein. Sie reduzieren Amyloid-Ablagerungen im Gehirn und verzögern den Krankheitsverlauf. Doch die Hürden sind hoch: Nur etwa 10 Prozent der rund 1,2 Millionen Alzheimer-Patienten in Deutschland kommen infrage.

Voraussetzungen sind ein frühes Krankheitsstadium und spezifische genetische Merkmale – etwa maximal eine ApoE4-Genkopie.

Diabetes-Medikamente mit überraschendem Nebeneffekt

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SGLT2-Inhibitoren und GLP-1-Rezeptor-Agonisten senken nicht nur den Blutzucker. Sie korrelieren mit einem um 43 beziehungsweise 33 Prozent geringeren Alzheimer-Risiko. Ein echter Hoffnungsschimmer.

Doch Vorsicht bei anderen Medikamenten: Anticholinergika erhöhen das Demenzrisiko um bis zu 54 Prozent. Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol um etwa 44 Prozent.

Früherkennung wird präziser

Ein Bluttest auf das Protein pTau217 erreicht mittlerweile eine Genauigkeit von über 90 Prozent bei der Erkennung von Amyloid-Pathologien. Das Verfahren ist CE-gekennzeichnet und damit klinisch einsetzbar.

Noch futuristischer klingt die KI-gestützte Netzhautanalyse. Sie soll ein mögliches Demenzrisiko bis zu achteinhalb Jahre vor den ersten Symptomen erkennen können.

Nahrungsergänzungsmittel: Enttäuschung statt Wunder

Die Hoffnung auf einfache Pillen-Lösungen hat einen Dämpfer bekommen. Eine Doppelblindstudie aus 2026 mit 365 Teilnehmern untersuchte täglich 2000 mg der Omega-3-Fettsäure DHA. Trotz einer 17-prozentigen Erhöhung der DHA-Spiegel im Gehirn: Keine Verbesserung der Kognition, kein Schutz vor Hippocampus-Schwund.

Forscher setzen daher verstärkt auf ganzheitliche Ansätze wie die mediterrane Ernährung.

Wearables als Frühwarnsystem

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Ein systematisches Review im Journal of Medical Internet Research wertete Daten von über 200.000 Teilnehmern aus 49 Studien aus. Das Fazit: Wearables können durch Analyse von Schlafmustern, zirkadianen Rhythmen und Aktivitätsprofilen frühe Anzeichen kognitiver Verschlechterungen erkennen.

Die KI-Modelle erreichen hohe Treffsicherheit. Allerdings steht die flächendeckende externe Validierung noch aus.

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