Gehirntraining, Schach

Gehirntraining: Schach und Videospiele fördern Resilienz messbar

10.06.2026 - 06:06:28 | boerse-global.de

Forschung belegt positive Effekte von Video- und Strategiespielen auf kognitive Fähigkeiten und Problemlösungskompetenz.

Spiele fördern Gehirn: Neue Studien zu Gaming und Resilienz
Gehirntraining - Ein Schachbrett mit unscharfen Videospiel-Controllern im Hintergrund, über dem Brett schwebt ein leuchtendes Gehirn-Hologramm. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Aktuelle Forschungsergebnisse aus dem Juni 2026 zeigen: Sowohl digitale als auch analoge Spiele fördern Resilienz, strategisches Denken und Problemlösefähigkeiten. Dabei rücken neben modernen Videospielen auch klassische Disziplinen wie Schach und physische Koordinationsübungen in den Fokus.

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Warum Rückschläge im Spiel uns stärker machen

Gaming kann als effektives Training für den Umgang mit Niederlagen dienen. Besonders die Entwicklung von Resilienz und die Fähigkeit, in komplexen Situationen strategisch zu entscheiden, werden durch Videospiele gezielt beansprucht. Diese kognitiven Anforderungen finden sich in verstärktem Maße auch in klassischen Spielen wieder.

Schach erlebte in den vergangenen Jahren einen deutlichen Popularitätsschub. Eine Studie der Universität Sheffield belegt: Intensives Training kann anfängliche Unterschiede im Intelligenzquotienten kompensieren. Während bei jungen Spielern die Übung im Vordergrund steht, zeigen Daten, dass im fortgeschrittenen Alter intelligentere Spieler statistisch im Vorteil sind. Eine Feldstudie der Universität Trier belegte zudem: Leistungsschwache Kinder profitieren besonders von der Förderung der Konzentration und Entscheidungsfindung beim Schachspiel.

Kurze Spielpausen – unterschätztes Wundermittel

Anlässlich des Weltspieltags am 11. Juni 2026 betonen Experten die Relevanz kurzer, regelmäßiger Spielmomente. Zwei Studien des University College London und der University of East London belegen positive Effekte solcher Pausen auf die Bindung zwischen Eltern und Kindern.

Professor Zimpel von der Universität Hamburg bezeichnet freies Spiel als eine Form des hocheffizienten Lernens. Es stärke Fantasie, Empathie und Problemlösekompetenz. In Projekten wie der Aktion „Digital wird analog“ in Offenbach wird dieser Ansatz praktisch umgesetzt: Ein Spielparcours macht digitale Themen haptisch erfahrbar.

Jonglieren als Gehirntraining – und KI trifft auf Geschichte

Neben strategischen Aufgaben gewinnt physisches Gehirntraining an Bedeutung. Ein Anfang Juni vorgestellter Onlinekurs nutzt die REHORULI-Methode: Jonglieren mit drei Bällen als neuroplastisches Training. Wissenschaftliche Grundlagen wie die Ausschüttung von Dopamin und die Förderung der Gehirnvernetzung stehen im Vordergrund. Der Kurs richtet sich mit 34 Übungseinheiten an Personen ab zehn Jahren.

Gleichzeitig wird Gaming für die kulturelle Bildung genutzt. Am 8. Juni präsentierten schwäbische Dialektvereine das Projekt „Streets of Stuttgart 2.0“. Mithilfe von KI wurde ein historisches Bauwerk aus dem Jahr 1635 rekonstruiert – digitale Technik trifft auf regionale Geschichte.

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Die Schattenseite: Lootboxen als Gefahr für Minderjährige

Trotz der kognitiven Chancen warnen Fachstellen vor finanziellen und psychologischen Risiken bestimmter Spielmechanismen. Die Bundeszentrale für Kinder- und Jugendmedienschutz kritisierte erneut den Einsatz von Lootboxen in populären Titeln wie „EA FC 25“ oder „Counter-Strike“. Diese Mechanismen wiesen glücksspielähnliche Strukturen auf und gefährdeten besonders Minderjährige.

Seit 2023 werden solche Elemente bereits in der Altersbewertung der USK berücksichtigt. Auf rechtlicher Ebene sollen künftig der EU Digital Services Act sowie ein geplanter Digital Fairness Act den Schutz der Verbraucher vor manipulativen Designs verbessern.

Ausblick: Was Spieler 2027 erwartet

Der Markt reagiert auf den Trend zu komplexeren Inhalten. Für 2027 kündigte das Studio Ninja Theory das Action-Adventure „Senua“ an, das auf taktische Kämpfe und eine vergrößerte Spielwelt setzt. Das Sci-Fi-Rollenspiel „Exodus“ legt einen Schwerpunkt auf moralische Entscheidungen, welche die Charakterentwicklung maßgeblich beeinflussen sollen. Für den 30. Juni ist zudem der Release des Indie-Titels „Momento“ angekündigt, der dekorative Elemente mit lebensverändernden narrativen Weichenstellungen verknüpft.

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