Gehirntraining: Computerspiel senkt Demenzrisiko um 25%
28.05.2026 - 22:30:38 | boerse-global.deVon klassischen Quizformaten über KI-gestützte Apps bis hin zu Bewegungsworkshops: Ende Mai 2026 zeigen Medien und Forschung, wie vielfältig die Möglichkeiten sind, die grauen Zellen auf Trab zu bringen.
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Digitale Wissensformate als Trainingstool
Klassische Quizformate und Intelligenztests erleben derzeit eine Renaissance. Medienhäuser wie stern.de oder t-online.de veröffentlichten in der letzten Maiwoche verschiedene Formate, die kognitive Fähigkeiten fordern. Während stern.de Fragen aus 17 Fachbereichen wie Physik, Wirtschaft und Digitales bietet, setzt t-online.de auf zeitkritische IQ-Tests: Für jede der 15 Fragen bleiben nur 30 Sekunden.
Solche Tests ersetzen zwar keine professionellen psychologischen Gutachten. Sie fördern aber die Konzentration und das Abrufen von Wissen unter Zeitdruck.
Auch spezialisierte Themengebiete sind gefragt. Die Wiener Wochenzeitung Falter veröffentlichte Ende Mai ein Quiz zum 25-jährigen Bestehen des Wiener Museumsquartiers. In Italien bietet Corriere.it tägliche Multiple-Choice-Tests mit popkulturellen Fakten. Dass solche Formate auch finanziell reizen können, zeigen Berichte über historische Rekordgewinne in Shows wie „Wer wird Millionär?": Im Rahmen eines Jackpot-Specials wurden bereits über 1,5 Millionen Euro erzielt.
Wissenschaftliche Belege für spielerische Ansätze
Die Forschung stützt die Annahme, dass gezielte Spielmechaniken positive Effekte auf die Gehirngesundheit haben. Eine im Mai 2026 diskutierte Langzeitstudie mit rund 3.000 Teilnehmern über 20 Jahre belegt signifikante Wirkungen: Bei Probanden über 65 Jahre senkte das Computerspiel „Doppelentscheidung" das Demenzrisiko um 25 Prozent.
Professorin Marilyn Albert von Johns Hopkins Medicine erklärt den Effekt mit einer erhöhten Gehirnplastizität – das Spiel trainiere gezielt die Verarbeitungsgeschwindigkeit. Auch Professorin Barbara Sahakian von der Universität Cambridge betont, dass fordernde Aktivitäten das Gehirn grundsätzlich stärken können. Experten warnen jedoch: Gehirntraining ist kein Allheilmittel und muss immer mit einem gesunden Lebensstil einhergehen.
Personalisierung durch Künstliche Intelligenz
Bei der Softwareentwicklung zeichnet sich ein Trend zur Personalisierung ab. Das Unternehmen DYNSEO stellte Ende Mai KI-gestützte Programme vor, die kognitive Trainingspläne individuell anpassen. Durch die Analyse von über 50 Parametern reguliert die Software die Schwierigkeit der Übungen in Echtzeit. Laut Unternehmensangaben führt das zu einer Effizienzsteigerung von 85 Prozent und einer deutlich höheren Nutzerbindung. Anwendungen wie „COCO ÜBERLEGT" ermöglichen zudem eine umfassende Bewertung der kognitiven Verfassung in kurzer Zeit.
Neben rein digitalen Formaten gewinnen hybride Rätselerlebnisse an Popularität. Das LVR-Landesmuseum Bonn bietet bis Ende August ein Escape Game an, das historische Bildung mit spielerischer Problemlösung verbindet. Auch das Börsenblatt veröffentlichte im Mai ein KI-Rätsel: Hier gilt es, computergenerierte Bilder von echten Aufnahmen zu unterscheiden – ein Training für visuelle Wahrnehmung und kritische Analysefähigkeit.
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Kombination von Bewegung und kognitiver Herausforderung
Ein weiterer Fokus liegt auf der Verknüpfung von Bewegung und geistigem Training. In Diepholz startet im Juni das Projekt „3.000 Schritte zur Gesundheit", das leichte kognitive Übungen in gemeinsame Spaziergänge integriert. Ähnliche Ansätze verfolgt man in Neustrelitz für Grundschulkinder: In einem neuen Lernformat wechseln sich Konzentrationsphasen in Mathe und Deutsch direkt mit Bewegungseinheiten an der Tischtennisplatte ab.
Auch die motorische Koordination wird als Mittel zur kognitiven Steigerung eingesetzt. Ende Mai findet in München ein spezialisierter Workshop zum Thema Jonglieren statt. Unter der Leitung von Stephan Ehlers lernen Teilnehmer, wie Jonglierübungen Koordination und Kognition verbessern. Diese Trainingsform gewinnt zunehmend an Bedeutung für Schulen, Vereine und therapeutische Kontexte – denn komplexe Bewegungsabläufe fördern die Vernetzung der Gehirnhälften.
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