Gehirntraining: 20 Jahre Forschung belegen Demenz-Schutz um 9%
26.06.2026 - 07:31:27 | boerse-global.de
Aktuelle Studien und Produktneuheiten im Juni 2026 zeigen: Das Angebot reicht von wissenschaftlich fundierten Trainingsprogrammen bis zu fragwürdigen Social-Media-Trends.
20 Jahre Forschung belegen: Gehirntraining wirkt
Die Johns Hopkins Medicine veröffentlichte eine Langzeitstudie mit beeindruckenden Zahlen. Über 20 Jahre hinweg beobachteten Forscher die Wirkung von Geschwindigkeitstraining auf das Demenzrisiko. Das Ergebnis: Nur 40 Prozent der Teilnehmer mit zusätzlichen Trainingseinheiten entwickelten eine Demenz. In der Kontrollgruppe lag die Quote bei 49 Prozent.
Noch aktueller: Die University of Texas at Dallas präsentierte am 25. Juni 2026 eine Studie mit 4.000 Erwachsenen zwischen 19 und 94 Jahren. Die Botschaft: Das Gehirn kann sich in jedem Lebensalter verbessern. Schon fünf bis 15 Minuten tägliches Training über drei Jahre führten zu messbaren kognitiven Steigerungen.
Apps für spezielle Patientengruppen
Die Teva GmbH erweiterte im Juni ihre kostenlose App für MS-Patienten. Neben Tagebuchfunktionen gibt es jetzt kognitive Einheiten für Konzentration und Gedächtnis.
Für Menschen mit ADHS hat Aftermath ein besonderes Tool entwickelt. Das Co-Working-Spiel „On Together“ nutzt 3D-Avatare und einen Pomodoro-Timer. Der Clou: Der sogenannte Body-Doubling-Effekt soll die Produktivität steigern. Ein Belohnungssystem sorgt für langfristige Motivation.
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Lernen mit der Biene Maja – und einem 3.000-Euro-Laufband
Mitte Juni kamen neue Lernspiele auf der Edurino-Plattform. Zum 50. Jubiläum der Biene Maja trainieren Kinder Selbstbewusstsein, Mathe und Sprache. Die Spielfiguren kosten rund 25 Euro, das Starter-Set 45 Euro.
Deutlich teurer: das Virtuix Omni One. Das omnidirektionale Laufband für VR-Systeme kostet knapp 3.000 Euro. Dafür sollen Nutzer bis zu 700 Kalorien pro Stunde verbrennen – und das in virtuellen Welten.
Vorsicht vor TikTok-Trends
Nicht alles, was viral geht, ist auch gesund. Der Trend „Pinky Time“ auf TikTok verspricht, durch Fingerübungen das Alzheimer-Risiko zu senken. Experten stellen klar: Dafür gibt es keine wissenschaftlichen Belege. Die Übungen fördern zwar die Koordination, sind aber kein Schutz gegen kognitiven Abbau.
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Lokale Angebote und Kunst trifft Wissenschaft
Die VHS Würmtal bietet ab Oktober Gedächtnistrainingskurse in Gauting, Gräfelfing und Planegg an. Die Preise liegen zwischen 19 und 80 Euro. Bis August gibt es sogar kostenlose Spielenachmittage.
Das ZKM Karlsruhe geht Anfang Juli einen Schritt weiter: Eine interaktive Performance misst mit EEG-Sensoren Gehirnaktivitäten während zwischenmenschlicher Interaktionen und übersetzt sie in audiovisuelle Signale.
Auch die Unterhaltungsbranche entdeckt das Thema. Die New York Times veröffentlicht regelmäßig neue Logikrätsel, und die Plattform ABEMA brachte am 21. Juni ein kniffliges Quiz heraus. Niederschwelliger Einstieg in die tägliche Denksport-Routine – für jeden Geldbeutel und jedes Alter.
