Gehirn-Scanner: NeuroExplorer ermöglicht 20-mal schärfere Bilder
14.06.2026 - 17:50:58 | boerse-global.de
Belgische und niederländische Kliniken setzen die Geräte bereits ein.
NeuroExplorer: 20-mal schärfer als herkömmliche Verfahren
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Seit Juni 2026 arbeitet das Universitätsklinikum UZ Leuven als weltweit erste Klinik mit dem NeuroExplorer-PET-Scanner von United Imaging Healthcare im Routinebetrieb. Die Detailgenauigkeit liegt laut Fachleuten bis zu 20-mal höher als bei herkömmlichen PET-Verfahren.
Professor Koen Van Laere von der KU Leuven vergleicht den Fortschritt mit der Wirkung einer ersten Brille für Kurzsichtige. Erstmals lassen sich biologische Prozesse in kleinsten Gehirnstrukturen wie dem Hirnstamm messen.
Das Gerät wurde bereits an über 30 Forschungszentren getestet. In einer sechsmonatigen Phase scannten die Teams über 400 Patienten, bevor der klinische Einsatz begann.
Früherkennung von Alzheimer und Parkinson rückt näher
Die gesteigerte Auflösung visualisiert Strukturen bis nahe an den Millimeterbereich. Das eröffnet neue Möglichkeiten bei der Früherkennung von Alzheimer, Parkinson und ALS. Mit spezifischen Biomarkern könnten Diagnosen künftig Jahre vor den ersten Symptomen stehen.
Auch Chirurgen profitieren: Thomas Decramer betont die verbesserte Präzision bei der Entfernung von Mikrotumoren und der Platzierung von Elektroden für die tiefe Hirnstimulation.
Über die Neurologie hinaus untersuchen Forscher mit dem System Hirnregionen für Stimmung, Motivation und Schlaf. Damit rücken auch psychiatrische Krankheitsbilder wie Schizophrenie in den Fokus.
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KI-gestützte CT und transatlantische Forschung
Parallel dazu setzt das Flevoziekenhuis im niederländischen Almere als erste Klinik den Rembra-CT-Scanner von Philips ein. Das Gerät optimiert Bilder per künstlicher Intelligenz.
Flankiert werden die technischen Innovationen durch neue wissenschaftliche Strukturen. Die Universitätsmedizin Magdeburg gründete das Transatlantic Network of Excellence zur Erforschung der zerebralen Amyloidangiopathie (CAA), einer Erkrankung der Hirngefäße.
Die Leducq Foundation fördert das auf fünf Jahre angelegte Projekt mit rund 9 Millionen US-Dollar (ca. 8 Millionen Euro). Zu den Partnern gehören die Harvard Medical School und die Boston University. Der offizielle Start ist für Anfang 2027 geplant.
