Gehirn-Konservierung: Erlanger Forscher bewahren Nervenfunktionen ein
29.05.2026 - 14:09:30 | boerse-global.deErlanger Wissenschaftler haben erstmals nachgewiesen, dass Nervenfunktionen im Gehirn auch nach dem Einfrieren erhalten bleiben. Die Vitrifikationstechnik verhindert die Bildung von Eiskristallen und bewahrt synaptische Verbindungen.
Ein Team um Alexander German von der Universität Erlangen nutzte dafür ein spezielles Kühlverfahren. Die Ergebnisse erschienen im Mai 2026 im Fachblatt PNAS. Die Forscher wiesen nach, dass sowohl Synapsen als auch Mitochondrien intakt blieben.
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Besonders bedeutsam: Die sogenannte Langzeitpotenzierung funktionierte weiter. Dabei handelt es sich um elektrische Reizreaktionen, die als Grundlage für Lernprozesse und Gedächtnisbildung gelten. Während ganze Maushirne bislang nur über wenige Stunden konserviert werden konnten, blieben Hippocampus-Schnitte in der Studie über ohne Minuten bis zu einer Woche stabil.
Die Forscher sehen Potenzial für die Notfallmedizin – etwa bei Schlaganfällen, beim Organtransport oder in der bemannten Raumfahrt.
Nasenspray verjüngt Gehirn alter Mäuse
Parallel zur physischen Konservierung arbeiten Wissenschaftler an chemischen Methoden gegen das Altern. Ein Team der Texas A&M University um Dr. Ashok Shetty stellte im April 2026 Ergebnisse zu einem neuartigen Nasalspray vor.
Extrazelluläre Vesikel aus Stammzellen gelangen über die Riechnerven direkt ins Gehirn. Bei alten Mäusen reduzierten sie chronische Entzündungen und verbesserten über mehrere Monate die Gedächtnisleistung.
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Eine weitere Studie der Universität Heidelberg und des DKFZ, veröffentlicht im Mai 2026 in Nature Communications, zeigt: Bestimmte Killer-T-Zellen sammeln sich gezielt in der Nähe von Alzheimer-Plaques. Dort treiben sie über spezifische Signalwege Entzündungsprozesse voran. Die Erkenntnisse könnten den Weg für zeitlich abgestimmte Therapien ebnen.
Gen-Uhren messen biologisches Alter in Echtzeit
Die Bewertung von Anti-Aging-Maßnahmen wird präziser. Ein internationales Team mit Beteiligung der ETH Zürich und der Harvard Medical School veröffentlichte am 28. Mai 2026 eine Studie über sogenannte Transkriptom-Uhren.
Diese Gen-Uhren basieren auf der Auswertung von über 11.000 Gewebeproben verschiedener Säugetierarten, darunter auch vom Menschen. Sie messen das biologische Alter und das Sterberisiko in Echtzeit.
Israelische Forscher der Bar-Ilan-Universität erzielten einen Durchbruch bei der Organverjüngung. Sie stoppten Alterungsprozesse in den Lebern sehr alter Mäuse, indem sie das Protein SIRT6 erhöhten. Das Protein verdichtete die DNA-Struktur und reduzierte altersbedingte Fehlsteuerungen. Der Zellzustand wurde in eine jüngere Phase zurückversetzt.
KI simuliert Wirkstoffverteilung im Körper
Um die Übertragbarkeit auf den Menschen zu beschleunigen und Tierversuche zu reduzieren, setzen Forscher verstärkt auf digitale Werkzeuge. Die Forscherin Jimeng Wu von der Schweizer Forschungsinstitution Empa präsentierte am 28. Mai 2026 ein KI-gestütztes virtuelles Mausmodell.
Das Modell simuliert die Verteilung von Nanopartikeln im Organismus – basierend auf Daten aus zahlreichen Vorstudien. Besonders relevant ist die Technologie für Therapien gegen Hirntumore, da sie berechnet, wie Materialien die Blut-Hirn-Schranke überwinden.
Langfristig sollen die KI-Modelle auf den menschlichen Organismus übertragen werden. Das würde die Entwicklung nanomedizinischer Wirkstoffe deutlich effizienter machen.
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