Gehaltstransparenz, Italien

Gehaltstransparenz ab Juni: Italien und Slowakei führen neue Regeln ein

28.05.2026 - 08:30:16 | boerse-global.de

Die EU modernisiert ihren Arbeitsmarkt mit digitalen Portalen, strengeren Transparenzregeln und neuen Mobilitätsinitiativen für Arbeitnehmer.

Gehaltstransparenz ab Juni: Italien und Slowakei führen neue Regeln ein - Foto: über boerse-global.de
Gehaltstransparenz ab Juni: Italien und Slowakei führen neue Regeln ein - Foto: über boerse-global.de

Neue digitale Plattformen, strengere Transparenzregeln und gezielte Reformen sollen den Arbeitsmarkt modernisieren.

EURES-Portal startet neue Funktionen

Seit dem 27. Mai 2026 bietet das europäische Arbeitsvermittlungsportal EURES eine erweiterte Suchfunktion an. Arbeitssuchende können nun noch gezielter nach Stellenangeboten in ganz Europa filtern. Die Neuerung ist Teil einer umfassenden Digitalisierungsoffensive der EU-Kommission.

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Der Versicherungskonzern Allianz hat seine gesamte Recruiting-Strategie auf eine einheitliche Plattform umgestellt. Ein zentrales Bewerbermanagementsystem und KI-gestützte Auswahlverfahren sollen den Prozess beschleunigen. Weil die eingesetzte KI unter das EU-Gesetz für künstliche Intelligenz fällt und als hochriskant eingestuft wird, hat der Konzern strenge Richtlinien erlassen. Dazu gehören regelmäßige Schulungen und Überprüfungen der Algorithmen.

Digitale Nomaden: Kasachstan und Australien ziehen nach

Auch außerhalb der EU setzen Staaten auf Digitalisierung, um Fachkräfte anzulocken. Kasachstan startete am 26. Mai ein Pilotprojekt für digitale Nomaden in den Städten Astana und Almaty. Ausländische IT-Spezialisten können dort über ein vereinfachtes Online-Verfahren eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung beantragen.

Australien investiert massiv in die Modernisierung seines Arbeitsmarkts. 312 Millionen australische Dollar (umgerechnet rund 190 Millionen Euro) fließen in die Reform der Arbeitsvermittlung. Davon entfallen 205 Millionen Dollar auf digitale Dienstleistungen und neue Online-Pläne für Arbeitssuchende.

Neue Regeln: Mehr Transparenz bei Gehältern

Brüssel treibt die Regulierung des Arbeitsmarkts voran. Am 26. Mai schlug die EU-Kommission vor, dass Mitgliedstaaten wirtschaftlich inaktiven EU-Bürgern im Ausland die Sozialhilfe kürzen dürfen – sofern diese keine ausreichende Verbindung zum Sozialsystem des Gastlandes haben. Der Vorschlag muss noch vom Europaparlament und Ministerrat gebilligt werden.

Gleichzeitig dürfen Arbeitssuchende künftig bis zu sechs Monate lang Arbeitslosengeld aus ihrem Herkunftsland beziehen, während sie im EU-Ausland nach einem Job suchen.

Italien und die Slowakei machen Ernst mit der Gehaltstransparenz. Als erste EU-Staaten setzen sie die entsprechende Richtlinie um. Ab Juni 2026 müssen Arbeitgeber in beiden Ländern in Stellenanzeigen das Einstiegsgehalt oder eine Gehaltsspanne angeben. Die Frage nach dem vorherigen Gehalt ist verboten. Beschäftigte erhalten zudem das Recht, geschlechtergetrennte Gehaltsdaten von ihrem Arbeitgeber anzufordern.

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Personalkrise: 500.000 Lkw-Fahrer fehlen

Der Fachkräftemangel in Europa spitzt sich zu. Allein im Transportgewerbe sind über eine halbe Million Stellen für Lkw-Fahrer unbesetzt. Prognosen zufolge könnte diese Zahl auf 650.000 steigen. Speditionen rekrutieren daher zunehmend in Asien, Afrika und Lateinamerika.

Spanien arbeitet an vereinfachten Verfahren zur Anerkennung ausländischer Führerscheine. Bereits 2025 stieg die Zahl der umgeschriebenen Lizenzen um zwölf Prozent. Die EU plant zudem, bis 2027 eine eigene Talent-Pool-Plattform zu starten, die internationale Einstellungen erleichtern soll.

Der saisonale Bedarf treibt die Rekrutierung ebenfalls an. Kroatien sucht Studenten für Sommerjobs im Tourismus. Nach einem Rekordjahr mit 20,7 Millionen Ankünften wirbt die EURES-Kampagne „Seize the Summer“ für offene Stellen. Der Mindestlohn liegt bei 6,56 Euro pro Stunde.

Bahnreisen: Ein Ticket für ganz Europa

Die EU treibt auch die physische Mobilität voran. Seit dem 13. Mai gilt ein neues Passagierpaket: Reisende können künftig mit einem einzigen Ticket Zugreisen buchen, die mehrere Betreiber umfassen. Die Betreiber müssen Daten untereinander und mit Drittanbietern teilen. Bei Verspätungen gibt es Entschädigungsansprüche.

Neue Verbindungen entstehen ebenfalls. Ab dem 25. Juni verkehrt eine tägliche Zugverbindung von Polen über Tschechien nach Deutschland.

Parallel dazu läuft die schrittweise Einführung des EU-Einreise-/Ausreisesystems (EES). Seit Oktober 2025 müssen Nicht-EU-Bürger bei der Einreise in den Schengen-Raum biometrische Daten hinterlegen. An vielen Grenzübergängen führte dies zu längeren Wartezeiten.

Ausblick: Konferenzen und Webinare

Mehrere Veranstaltungen widmen sich den aktuellen Entwicklungen. Am 10. Juni findet in Polen eine internationale Konferenz zur grenzüberschreitenden Mobilität statt. Am 23. Juni werden in Rom Ergebnisse von Tests zum autonomen Fahren präsentiert. Ein Webinar zu Beschäftigungsmöglichkeiten in Deutschland ist für den 30. Juni angesetzt.

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