GeForce Hotfix 617.70: Nvidia hebt 320-fps-Limit für Pulsar-Monitore auf
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 02:22 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie von Nvidia im Jahr 2024 vorgestellte und Anfang 2026 kommerziell eingeführte Bildschirmtechnik G-Sync Pulsar verspricht eine bis zu vierfach höhere Bewegungsschärfe gegenüber Standardmonitoren, ohne dass dafür die Bildwiederholrate zwingend steigen muss.
Erste Praxistests zeichnen nun jedoch ein differenziertes Bild des Systems: Während synthetische Messungen mit Blur Busters sowie Tests in schnellen Titeln wie Apex Legends bei Bildraten bis zu 320 Hz insbesondere bei 240 Hz eine deutlich gesteigerte Schärfe belegen, fällt der sichtbare Vorteil bei 360 Hz geringer aus. In anspruchsvollen Titeln wie Assassin's Creed Mirage und Cyberpunk 2077 ist der Effekt im realen Spielgeschehen teils nur leicht wahrnehmbar.
Funktionsweise und Grenzen der Stroboskop-Hintergrundbeleuchtung
Technisch setzt G-Sync Pulsar auf eine Kombination aus variabler Bildwiederholrate (VRR), dynamischem Overdrive und einem Rolling-Scan-Stroboskop-Backlight. Dabei wandern beleuchtete Bänder von oben nach unten über das Display. Bei einer Bildrate von 250 fps verweilt jedes Einzelbild rechnerisch vier Millisekunden auf dem Schirm.
Pulsar beleuchtet davon lediglich rund 25 Prozent, was einer Leuchtdauer von etwa einer Millisekunde entspricht. Rein rechnerisch entspricht dies laut Nvidia einer Bewegungsschärfe von 1000 Hz, bei einer Wiederholrate von 360 Hz ergibt sich rechnerisch ein Wert von 1440 Hz.
Hierbei handelt es sich um eine herstellereigene Vergleichsmetrik für die Schärfe und nicht um eine reale Erhöhung der Bildwiederholrate. Das System generiert keine zusätzlichen Zwischenbilder und liefert somit nicht die tatsächliche Geschmeidigkeit eines echten 1000-Hz-Signals.
Die technische Umsetzung erfolgt in Kooperation mit MediaTek direkt im Display-Scaler der Bildschirme. Als erste kompatible Monitore stehen 27-Zoll-IPS-Panels mit einer Auflösung von 2560x1440 Bildpunkten und 360 Hz bereit, darunter der MSI MPG 272QRF X36 sowie der Asus ROG Strix XG27AQNGV.
Firmware-Optimierungen für Helligkeit und Reaktionszeit
Mit der Meldung vom 11. September stellte Nvidia die Firmware-Version 1.1.10 bereit. Diese drückt die Reaktionszeit (MPRT) auf unter eine Millisekunde und verleiht 240-Hz-Panels eine visuell 1000-Hz-äquivalente Schärfe bei hoher Reaktionsfähigkeit in den Betriebsmodi mit 240 und 360 Hz.
Das Update ermöglicht den Betrieb bei einer Vollbild-Spitzenhelligkeit von 480 Nits ohne spürbare Abdunklung und sorgt dafür, dass sich die Pulsar-Funktion bei komplexen Bildinhalten seltener unerwartet abschaltet.
Die Firmware 1.1.10 ist für Monitore wie den Acer Predator XB273U F5, den AOC AGON PRO AG276QSG2, den Asus ROG Strix Pulsar XG27AQNGV sowie den MSI MPG 272QRF X36 vorgesehen.
Das Einspielen erfolgt ausschließlich über ein browserbasiertes Nvidia-Werkzeug mittels eines Micro-B-USB-Kabels. Eine vorherige Firmware-Version 1.1.8 hatte zuvor bereits Probleme mit Eingabeverzögerungen bei 240 Hz sowie Ausfälle nach dem Ruhezustand adressiert.
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Treiber-Hotfix behebt Limitierungen, lässt aber Probleme offen
Gleichzeitig kämpft die Technik mit Software-Fehlern im Treiberbereich. Am 16. Oktober 2026 veröffentlichte Nvidia den GeForce Hotfix 617.70 auf Basis des WHQL-Treibers 617.42 mit einer Downloadgröße von rund 634 MB für 64-Bit-Versionen von Windows 10 und Windows 11. Dieser als Beta eingestufte Treiber mit verkürzter Qualitätsprüfung behebt den Fehler 6408986, der zuvor ein ungewolltes Limit von 320 fps auf 360-Hz-Pulsar-Monitoren samt erhöhter Latenz verursacht hatte – ein Problem, das die Firmware 1.1.10 allein nicht lösen konnte.
Andere Ärgernisse bleiben dagegen bestehen. Ein Fehler, der zu schwarzen Bildblitzen auf QHD-Monitoren mit 2560x1440 Pixeln und 360 Hz in Verbindung mit Grafikkarten der Serien RTX 30 und RTX 40 führt, wird durch den Hotfix 617.70 nur in manchen Fällen behoben; weitere Untersuchungen dauern an.
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Als Behelf empfiehlt Nvidia Betroffenen, den Energieverwaltungsmodus auf maximale Leistung zu stellen und das System neu zu starten. Noch ohne Termin ist eine Lösung für den Fehler, bei dem G-Sync und Pulsar nach dem Aufwachen des Bildschirms aus dem Standby vollständig deaktiviert bleiben.
Da der Hotfix manuell heruntergeladen werden muss und nicht über die Nvidia App verteilt wird, rät der Hersteller Nutzern ohne spezifische Probleme, beim Standardtreiber 617.42 WHQL zu verbleiben.
