Geflüchtete, Kinder

Geflüchtete Kinder: 70% der Fachkräfte sehen keine Chance auf gesunde Ernährung

Veröffentlicht: 14.07.2026 um 18:04 Uhr, Redaktion boerse-global.de

Ein österreichisch geführtes Forscherteam stellt einen umfassenden Leitfaden mit 101 Maßnahmen für gesunde Kinderernährung vor.

HEAL-Initiative: 101 Empfehlungen für gesunde Kinderernährung
Eine Familie, einschließlich Kindern, bereitet in einer modernen Küche eine gesunde Mahlzeit mit frischen Lebensmitteln zu. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

101 Empfehlungen sollen als Mindeststandard in Prävention, Gesundheitsversorgung und Bildungssystem dienen. Hintergrund: Nichtübertragbare Krankheiten verursachen weltweit rund 75 Prozent aller Todesfälle.

Was wirklich auf den Teller kommt

Die HEAL-Initiative (Healthy Eating & Active Living) setzt auf einen ganzheitlichen Ansatz. Ernährung und Bewegung sollen endlich fest in den Alltag von Kindern verankert werden – nicht nur zu Hause, sondern auch in Kitas und Schulen.

Doch die Wissenschaft geht weiter. Eine Übersichtsarbeit der Semmelweis Universität zeigt: Polyphenole aus grünem Tee, Beeren oder Kurkuma können das Gehirn gesund altern lassen. Und bei der Adipositas-Prävention setzen Forscher zunehmend auf intuitives Essen. Statt Kalorien zu zählen, geht es darum, die eigenen Sättigungssignale wieder wahrzunehmen.

Praxis statt Theorie

In Baden-Württemberg zeigt ein Projekt, wie nachhaltige Schulverpflegung funktionieren kann. 22 Schulen und zwei Kitas entwickelten Verpflegungskonzepte mit regionalen Bio-Lebensmitteln. Die Landgard Stiftung hilft Grundschulen im Jahr 2027 sogar beim Aufbau von Schulgärten.

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Die HEAL-Initiative hat 101 Empfehlungen für gesunde Kinderernährung vorgelegt – von der Pausenbox bis zur Schulverpflegung. Erfahren Sie, wie Sie die Tipps im Familienalltag umsetzen, ohne Druck und mit kleinem Budget. Jetzt kostenlosen Ratgeber anfordern

Ernährungsexperten wie Sigrid Fellmeth setzen auf klare Strukturen. Für die Pausenbox empfehlen sich Vollkornprodukte, Käse oder Hülsenfrüchte plus Obst und Gemüse. Die Fachbuchautoren Lena Merz und Annina Schäflein schlagen vor, Klassiker durch nährstoffreiche Alternativen zu ersetzen – etwa Quinoa-Bratlinge statt Schnitzel.

Typische Fehler im Familienalltag

Liana Schulz, Leiterin einer Kindertagesstätte, warnt vor einer verbreiteten Praxis: Süßigkeiten als Belohnung oder Druckmittel einzusetzen. Das störe das natürliche Sättigungsgefühl und führe zu Machtspielen. Besser: Kinder in die Zubereitung einbeziehen.

Wenn das Geld nicht reicht

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Süßigkeiten als Belohnung stören das Sättigungsgefühl – ein typischer Fehler im Familienalltag. Stattdessen: Kinder in die Zubereitung einbeziehen und auf intuitive Essenssignale achten. Der Ratgeber zeigt, wie das gelingt. Ratgeber mit Praxistipps sichern

Doch alle Empfehlungen nutzen wenig, wenn die Umsetzung scheitert. Eine Befragung des Paritätischen Gesamtverbands und von Save the Children zeigt: Über 70 Prozent der Fachkräfte halten eine gesunde Ernährung für geflüchtete Kinder in Deutschland für unmöglich. Hauptgründe: fehlende finanzielle Mittel und die Bezahlkarte, die laut 90 Prozent der Befragten negative Folgen hat.

Auch in der breiten Bevölkerung wird Geld zum Problem. In einer Leserdiskussion gaben 16 Prozent der Teilnehmer an, dass Zeitmangel und knappe Finanzen den Speiseplan bestimmen. Während 40 Prozent für klare elterliche Autorität bei der Essenswahl plädierten, kritisierten 17 Prozent den Einfluss sozialer Medien.

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