Geflüchtete in Deutschland: 81% der Jugendlichen fürchten Krieg
Veröffentlicht: 01.07.2026 um 21:11 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Das belegt eine aktuelle Analyse des Robert Koch-Instituts auf Basis von Daten aus dem Jahr 2023.
Frauen besonders betroffen
Konkret litten 21 Prozent der Befragten unter depressiven Symptomen, 13 Prozent unter Angstsymptomatiken. Frauen sind häufiger betroffen als Männer. Die Studie entstand in Zusammenarbeit von IAB, BAMF und SOEP.
Entscheidend für die psychische Gesundheit sind laut Forschern drei Faktoren: soziale Einbindung, Diskriminierungserfahrungen und der Erwerbsstatus. Wer Arbeit hat, ist psychisch stabiler.
Jugendliche fürchten neuen Krieg
Besonders dramatisch ist die Lage bei jungen Geflüchteten. Ein Fachtag in Potsdam im Juni 2026 ergab: Rund 81 Prozent der 14- bis 27-Jährigen haben Angst vor einem Krieg in Europa. Experten forderten dort bessere psychosoziale Angebote für diese Gruppe.
In Frankfurt arbeiten Therapeuten mit Kindern zwischen sechs und zwölf Jahren kunsttherapeutisch an Kriegstraumata. Die entstandenen Bilder zeigen laut Projektleitern die tiefen seelischen Wunden. Unterstützt wird die Initiative vom Anna-Freud-Institut. Auch Oldenburg plant für September eine Veranstaltungsreihe zu Traumata im frühen Kindesalter.
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Bleibeperspektive beeinflusst Psyche
Die psychische Stabilität hängt direkt mit den Lebensumständen zusammen. Ein Bericht der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt für 2023 bis 2025 zeigt: Über 80 Prozent der Geflüchteten mit Diskriminierungserfahrungen erwägen einen Umzug in andere Bundesländer.
Gleichzeitig ändern sich die Rahmenbedingungen. Seit Juli 2026 ersetzt die Grundsicherungsreform das Bürgergeld – mit strengeren Sanktionen und niedrigeren Schonvermögen. Das trifft auch viele ukrainische Geflüchtete.
Zusätzliche Unsicherheit schafft die geplante Anpassung des Schutzstatus für wehrfähige Männer zwischen 23 und 60 Jahren. Laut Bundesinnenministerium sind rund 265.000 Personen betroffen.
Neue Therapiemethode anerkannt
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Im Frühjahr 2026 erkannte die Bundespsychotherapeutenkammer die EMDR-Methode zur Behandlung von posttraumatischen Belastungsstörungen offiziell an. Das erweitert das Spektrum erstattungsfähiger Leistungen für traumatisierte Geflüchtete.
Die praktische Umsetzung bleibt schwierig. Im Landkreis Weilheim-Schongau etwa sinkt zwar die Zahl der Neuankömmlinge, der Bestand an behandlungsbedürftigen Personen bleibt aber hoch. Fachleute betonen: Neben Therapie gewinnen auch präventive Maßnahmen an Bedeutung – etwa der Schutz vor Hitzebelastung für psychisch Kranke.
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