Gefäßplaques: CCEP empfiehlt Screening ab 40 bei Herz-Kreislauf-Risiken
Veröffentlicht am: 18.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Prävention atherosklerotischer kardiovaskulärer Erkrankungen (ASCVD) erfährt eine grundlegende Neuausrichtung hin zu früheren Stadien der Gefäßveränderung.
Im Mittelpunkt dieser Entwicklung steht die Expertenempfehlung des China Cholesterol Education Program (CCEP 2026) zum ganzheitlichen Management atherosklerotischer Plaques bei intensivierter lipidsenkender Therapie. Das Dokument wurde im Rahmen einer Konferenz in Peking vorgestellt.
Der neue Konsens vollzieht einen Paradigmenwechsel: Subklinische Plaques werden nicht mehr nur als reines Werkzeug zur Risikostratifizierung betrachtet, sondern als eigenständige Krankheitsentität definiert. Damit verschiebt sich die klinische Intervention gezielt in die subklinische Phase, noch bevor manifeste kardiovaskuläre Ereignisse auftreten.
Früherkennung und gezieltes Screening bei Risikogruppen
Der Volltext der Empfehlung erschien im Chinese Circulation Journal (2026, Band 41, Ausgabe 10). Die Ausarbeitung erfolgte durch die Verfasser Shi Xubo und Zhao Dong, während Hu Dayi und Gao Runlin als Berater fungierten.
Ein zentraler Bestandteil des Konsenses ist die Definition klarer Kriterien für das Screening. Vorgesehen ist die Untersuchung für Personen ab dem 40. Lebensjahr, bei denen bislang keine ASCVD diagnostiziert wurde, die jedoch mindestens einen kardiovaskulären Risikofaktor aufweisen.
Zu diesen Faktoren zählen Bluthochdruck, Diabetes, Hypercholesterinämie, Rauchen sowie eine familiäre Vorbelastung für frühzeitige kardiovaskuläre Erkrankungen. Für die diagnostische Erfassung empfiehlt das Expertenpapier:
- Ultraschalluntersuchungen der Karotis- oder Femoralarterien,
- die Bestimmung des Koronar-Calcium-Scores (CAC) sowie
- nicht-EKG-gesteuerte Thorax-Computertomografien.
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Durch diesen methodischen Ansatz sollen Gefäßveränderungen bereits sichtbar gemacht werden, bevor sie zu Durchblutungsstörungen oder akuten Verschlüssen führen.
Stufenschema für die intensivierte Lipidsenkung
In therapeutischer Hinsicht formuliert der CCEP-Konsens klare Vorgaben für die medikamentöse Behandlung identifizierter Plaques. Die Basis der lipidsenkenden Therapie bildet der Einsatz von Statinen.
Sofern das individuell definierte Ziel für das LDL-Cholesterin (LDL-C) mit einer Statin-Monotherapie nicht erreicht werden kann, sieht der Konsens eine Eskalation vor.
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In diesen Fällen soll die Behandlung durch eine Kombination mit Ezetimib und/oder PCSK9-Inhibitoren intensiviert werden. Das primäre Ziel dieser therapeutischen Strategie besteht darin, das Fortschreiten der Gefäßablagerungen aufzuhalten oder im Idealfall eine Plaqueregression herbeizuführen, um das langfristige Risiko für schwere ischämische Komplikationen nachhaltig zu senken.
