Gefäßplaques, LDL

Gefäßplaques: Bei LDL unter 55 mg/ dl bilden sie sich oft zurück

Veröffentlicht am: 26.09.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Risikowerte regelmäßig prüfen und LDL senken: Studien zeigen mögliche Plaque-Rückbildung sowie Vorteile mediterraner Kost und Vollkorn.

Bluthochdruck: Früherkennung und Ernährung können Gefäßplaques entgegenwirken
Ein minimalistisch eingerichtetes, helles Behandlungszimmer mit einem Stethoskop auf einem weißen Tisch. Illustration mit AI erstellt.

Mediziner betonen die Notwendigkeit umfassender diagnostischer Untersuchungen und ernährungsbasierter Ansätze, um die Entstehung und das Fortschreiten von Gefäßplaques bei Hypertonie zu verhindern. Angesichts von schätzungsweise 20 Millionen Menschen mit Bluthochdruck in Deutschland und rund 340.000 jährlichen Todesfällen durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen kommt einer frühzeitigen Risikobewertung eine zentrale Rolle zu.

Früherkennung und systematische Risikofaktoren

Der LMU-Experte Klaus Parhofer empfiehlt mit Blick auf den Weltherztag am 29. September 2026 sowie die erste europaweite EU Screening Week, wesentliche Gesundheitsparameter wie Blutdruck, LDL-Cholesterin, Blutzucker, Gewicht, Raucherstatus und familiäre Vorbelastungen genau zu kennen.

Diese Werte sollten spätestens ab dem jungen Erwachsenenalter erfasst und in Abständen von etwa fünf Jahren überprüft werden, bei gravierenden Veränderungen auch früher.

Laut Studien lasse sich etwa die Hälfte der kardiovaskulären Ereignisse durch Prävention verhindern oder hinausschieben, da die fünf veränderbaren Hauptrisikofaktoren – Bluthochdruck, LDL, Rauchen, Diabetes und Übergewicht – rund die Hälfte der Erkrankungen bedingen.

Gemeinsam weisen die Deutsche Herzstiftung, der Bundesverband Niedergelassener Kardiologen (BNK) und die ABDA zum Weltherztag auf acht entscheidende Herzfaktoren hin: Bewegung, Ernährung, Rauchstopp, gesundes Gewicht, Schlaf sowie Blutdruck, Blutzucker und Blutfette, ergänzt durch Schutzimpfungen als neunten Faktor.

Regelmäßige Gesundheits-Check-ups werden ab 35 Jahren empfohlen. Ein Rauchstopp gilt als besonders wirksam: Nach dem Verzicht sinkt das Herzinfarktrisiko innerhalb der ersten zwei Jahre um die Hälfte. Zudem können Apotheken Patienten mit Hypertonie einmal pro Jahr zur Blutdruckeinstellung beraten.

Bei technischen Hilfsmitteln wie Smartwatches ist jedoch eine genaue Differenzierung erforderlich: Tests optischer Sensoren ergaben Abweichungen von bis zu 6 mmHg systolisch und 5 mmHg diastolisch. Entsprechende Warnungen stellen keine Diagnose dar und sollten stets mit einem zertifizierten Oberarmgerät kontrolliert werden.

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Ernährungsansätze und Plaque-Rückbildung

Neben der Diagnostik bilden Ernährungsumstellungen eine tragende Säule. Wie LMU-Mediziner Klaus Parhofer anhand von Studien mit intravaskulärem Ultraschall darlegt, bilden sich Gefäßplaques bei mehr als 90 Prozent der Patienten zurück, sofern der LDL-Wert unter 55 mg/dl gesenkt werden kann.

Dieser Prozess beansprucht allerdings mehrere Jahre. Zur Unterstützung der Gefäßgesundheit rät Parhofer zu ungesättigten pflanzlichen Fetten, Omega-3-Fettsäuren aus Lebensmitteln und Vollkorn anstelle von Einfachzuckern, während tierische Fette und zuckerreiche Säfte gemieden werden sollten.

Konkrete Studien untermauern diese Ansätze: Im Rahmen der PREDIMED-Studie senkte eine mediterrane Kost mit nativem Olivenöl das Risiko schwerer kardiovaskulärer Ereignisse um 30 Prozent. Langzeitstudien belegen zudem, dass der regelmäßige Konsum von Nüssen das Risiko für eine koronare Herzkrankheit um bis zu 24 Prozent mindern kann.

Einer Metaanalyse zufolge verringern rund 170 Gramm Hülsenfrüchte täglich das Bluthochdruckrisiko um etwa 30 Prozent. Täglich 60 bis 100 Gramm Vollkorn verbesserten in Analysen sowohl Blutfette als auch Blutdruck, während drei Gramm Beta-Glucan pro Tag den LDL-Spiegel um bis zu 15 Prozent senkten.

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Pharmakologische Begleitung und Risiken

Da eine reine Lebensstiländerung den LDL-Wert meist nur in geringem Umfang senkt, sind häufig medikamentöse Therapien erforderlich. Nach Angaben des Pharmakologen Dobromir Dobrev reduzieren Statine das Cholesterin insgesamt um etwa 20 bis 50 Prozent.

Die Mehrzahl dieser Präparate sollte am Abend eingenommen werden; langwirkendes Rosuvastatin lässt sich hingegen unabhängig von Tageszeit und Mahlzeiten anwenden. Dobrev warnt in diesem Zusammenhang vor potenziellen Wechselwirkungen: Grapefruitsaft könne bei Lovastatin und Simvastatin die Wirkstoffspiegel im Blut stark erhöhen und Muskelschmerzen begünstigen.

Vorsicht sei zudem bei leberverstoffwechselten Arzneien wie Amiodaron geboten, während Rosuvastatin und Pitavastatin ein geringeres Wechselwirkungspotenzial aufweisen. In seltenen Fällen können schwere Muskelschädigungen auftreten, die zu Rhabdomyolyse, Nierenschäden und Herzrhythmusstörungen führen können.

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