Gefälschte Gas-App in Ahmedabad: Familie verliert 11,5 Lakh
Veröffentlicht am: 05.10.2026 um 12:13 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Kriminelle nutzen manipulierte Aktualisierungen für Gasrechnungen als Vorwand, um Verbraucher zur Installation schädlicher Anwendungsdateien auf Mobiltelefonen zu verleiten. Das Ziel der Angreifer besteht darin, über installierte Schadsoftware Bank- und Kreditkartendaten abzugreifen und Konten unbemerkt zu plündern, wie mehrere Medien am 5. Oktober 2026 berichteten.
Täter locken mit angeblichen Kleinstbeträgen
Die Betrugsmasche setzt auf direkte Kontaktaufnahme per Telefonanruf oder über den Messengerdienst WhatsApp. Die Täter geben sich dabei als Mitarbeiter von Gasversorgern aus, darunter Unternehmen wie Green Gas Ltd oder Adani Gas. Unter dem Vorwand, eine Gasrechnung begleichen oder ein Rechnungsupdate einspielen zu müssen, fordern sie die Empfänger auf, eine externe Android-Installationsdatei (APK) herunterzuladen.
Die manipulierte Software trägt unter anderem Bezeichnungen wie „Adani Gas Bill Update.apk“ oder „Adani Gas Bill Updated“. Zugleich verlangen die Anrufer oft eine scheinbar unbedeutende Kleinstzahlung in Höhe von rund 10 Rupien.
Sobald die Anwendung installiert ist, erfasst sie eingegebene Bankinformationen sowie Debit- und Kreditkartendaten. Zudem fängt die Schadsoftware Einmalpasswörter (OTP) ab, die von Banken zur Autorisierung von Transaktionen versendet werden.
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Hohe finanzielle Verluste bei Betroffenen
Welche Ausmaße der Betrug annehmen kann, zeigt ein Fall aus Ahmedabad. Dort verloren ein Geschäftsmann und seine Familie Rs 11,5 Lakh durch eine gefälschte Rechnungs-App. Dem Opfer war nach der Installation der Software die Erteilung von Zugriffsrechten für Benachrichtigungen und Standortdaten entlockt worden, woraufhin die Aufforderung zur Zahlung von 10 Rupien folgte.
Obwohl der Betroffene die fragliche Anwendung umgehend wieder von seinem Gerät entfernte, wurde auf seinem Mobiltelefon eine Anrufweiterleitung aktiviert. Innerhalb von rund 30 Minuten gingen mehrere OTP-Nachrichten ein. In der Folge führten die Kriminellen über einen Zeitraum von zwei Tagen insgesamt 12 unautorisierte Transaktionen durch, die von mehreren Konten bei der Bank of India sowie von einer Kreditkarte abgebucht wurden.
Erste Festnahme nach Ermittlungen in Lucknow
In Lucknow gelang den Strafverfolgungsbehörden unterdessen ein erster Schlag gegen das kriminelle Netzwerk. Im Rahmen der polizeilichen Initiative Operation CYVAJRA, die in Ermittlungskreisen stellenweise auch als Operation CYBARA bezeichnet wird, nahm die Polizei des Bundesstaates Uttar Pradesh eine 45-jährige Frau aus Mumbai namens Saloni Kumari fest. Es handelt sich um den ersten Zugriff im Kontext von 34 registrierten Fällen von Cyberbetrug, bei denen der Name des Versorgers Green Gas Ltd missbraucht wurde.
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Der Frau wird vorgeworfen, einen Mann um Rs 23,5 Lakh gebracht zu haben. Bei dem Einsatz beschlagnahmten die Beamten ein Mobiltelefon sowie Bargeld in Höhe von Rs 1,08 Lakh. Den Angaben der Ermittler zufolge soll Kumari seit fast fünf Jahren innerhalb des betrügerischen Netzwerks agiert und eine Provision von 10 Prozent auf die Abwicklung von Kreditkartenabrechnungen erhalten haben.
Die Polizei vermutet, dass die Gruppe unbefugten Zugriff auf Kundendaten von Green Gas hatte. Aufnahmen einer Überwachungskamera belegen zudem eine von ihr getätigte Kartenzahlung in einem Geschäft.
Angesichts der zunehmenden Welle derartiger Attacken raten Sicherheitsbehörden in Indien zur Vorsicht bei unaufgefordert zugesandten Programmen und weisen Betroffene auf die zentrale Cybercrime-Helpline 1930 sowie das offizielle Meldeportal cybercrime.gov.in hin.
