Gedächtnistraining: Neue Dual-Tasking-Programme fördern Gehirngesundheit
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Im Bereich der Gesundheitsvorsorge und der Betreuung von Menschen mit Demenz gewinnen integrative Konzepte zunehmend an Bedeutung. Ein aktuelles Beispiel für diese Entwicklung ist ein kostenfreier Workshop zum Gedächtnistraining, den das Netzwerk Demenz Mayen-Koblenz gemeinsam mit dem Pflegestützpunkt Andernach für den 15. September 2026 in Andernach angekündigt hat.
Unter der Leitung von Christof Wölk liegt der Schwerpunkt der Veranstaltung auf spielerischen und ganzheitlichen Übungen, die darauf abzielen, die geistige Leistungsfähigkeit zu erhalten und zu fördern.
Multimodale Therapiekonzepte und strukturelle Rahmenbedingungen
Solche regionalen Angebote stehen im Kontext einer breiteren movement hin zu spezialisierten Förderprogrammen. Das Seniorenzentrum Servatius in Augsburg erweiterte bereits im August 2026 sein Angebot in der Tagespflege für Demenzkranke um die sogenannte MAKS-Therapie. Dieser an der Universität Erlangen-Nürnberg entwickelte Ansatz kombiniert motorische, alltagspraktische, kognitive und soziale Elemente.
In Augsburg wird die Therapie in zweistündigen Einheiten in Kleingruppen von zertifizierten Therapeuten durchgeführt, um vorhandene Fähigkeiten zu stabilisieren und pflegende Angehörige zu entlasten.
Auch auf politischer und kommunaler Ebene werden verstärkt Strukturen geschaffen, um dem kognitiven Abbau und der Demenz zu begegnen. Das Land Mecklenburg-Vorpommern stellte im August 2026 seinen ersten Landes-Demenzplan vor.
Angesichts von rund 40.000 Betroffenen im Bundesland definiert der Plan zehn Handlungsfelder, die eine bessere Vernetzung der Angebote und eine stärkere Beteiligung der Betroffenen vorsehen. In NRW initiiert die Stadt Dorsten für den Zeitraum vom 21. bis 26. September 2026 eine erste Demenzwoche, um durch Workshops und Vorträge Berührungsängste abzubauen.
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Physische Aktivierung als Säule der Prävention
Neben dem rein kognitiven Training wird die Verbindung von Bewegung und Geist, das sogenannte Dual-Tasking, als wesentlicher Faktor für die Gehirngesundheit identifiziert. In Schramberg eröffnete das Seniorenzentrum Spittel im August 2026 einen barrierefreien „Aktiv-Weg“ mit fünf Stationen.
Die dortigen Betreuungskräfte wurden speziell für Übungen zur Sturzprophylaxe und zum kognitiven Training geschult. Ein ähnlicher Fokus auf die Verknüpfung von Physis und Kognition zeigt sich in internationalen Programmen: In Suwon, Südkorea, startete Mitte August ein Projekt für „gehirnaktivierende neuromuskuläre Übungen“, das spezielle Geräte und Haltungskorrekturen nutzt.
In Deutschland setzen Kommunen zudem auf digitale Unterstützung. Die Stadt Stuttgart veröffentlichte im August 2026 die Web-App „0711moves“, die rund 120 Bewegungsangebote bündelt.
Das Ziel ist die Erreichung der WHO-Empfehlung von 150 Minuten Bewegung pro Woche, was indirekt auch der kognitiven Prävention dient. In Wiesbaden wurde das Portal „WiAktiv“ ausgebaut, um Freizeit- und Bildungsangebote für alle Altersgruppen zentral zugänglich zu machen.
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Technologische Innovationen und ergänzende Maßnahmen
Die Integration moderner Technik in den Pflegealltag und die Prävention schreitet ebenfalls voran. Das Alten- und Pflegeheim St. Alfons in Neumarkt nutzt seit August 2026 Virtual-Reality-Brillen bei Demenzpatienten.
Durch biografisch angepasste Inhalte wie Natur- oder Kirchenbilder soll eine beruhigende Wirkung erzielt werden. Parallel dazu entwickelte das österreichische Startup VitaBlick eine VR-Anwendung, die Demenzsymptome simuliert, um das Verständnis bei Angehörigen zu erhöhen.
Fachleute wie der Mediziner Professor Kang Dong-woo betonen zudem die wachsende Rolle des digitalen kognitiven Trainings, insbesondere bei beginnenden kognitiven Beeinträchtigungen (MCI). Digitale Anwendungen ermöglichen eine Anpassung des Schwierigkeitsgrades und ein Monitoring der Fortschritte.
Ergänzend dazu werden auch Ansätze aus der Naturheilkunde diskutiert. Für die Nutzung von Extrakten der Löwenmähne zur Unterstützung kognitiver Funktionen werden beispielsweise Dosierungen zwischen 500 und 1000 Milligramm empfohlen, wobei therapeutische Anwendungen bis zu 3000 Milligramm umfassen können.
Diese vielfältigen Initiativen – von lokalen Workshops in Andernach bis hin zu digitalen Programmen – verdeutlichen den Trend zu einer proaktiven, multidimensionalen Förderung der Gehirngesundheit in der alternden Gesellschaft.
