Gedächtnistraining, Ansätze

Gedächtnistraining im Alter: Drei Ansätze verbessern Kognition nach zwölf Monaten

Veröffentlicht am: 05.11.2026 um 07:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Nach zwölf Monaten waren je nach Ansatz 28,4 bis 32,8 Prozent der Teilnehmenden nicht mehr kognitiv beeinträchtigt.
Ein minimalistischer, lichtdurchfluteter Raum mit einer Pflanze und leeren Papierblättern auf einem Holztisch. Illustration mit AI erstellt.

Strukturierte Lebensstiländerungen und gezielte geistige Übungen können kognitive Beeinträchtigungen bei älteren Erwachsenen merklich reduzieren. Dies belegt eine im September 2026 im Fachjournal Lancet Primary Care veröffentlichte Untersuchung der Universität Southampton.

An der Studie nahmen 11.563 Personen im Alter zwischen 60 und 85 Jahren aus Hausarztpraxen in England, Schottland und Wales teil, die zu Beginn der Erhebung niedrige kognitive Scores aufwiesen.

Die Forschenden teilten die Teilnehmenden in drei Gruppen ein, um unterschiedliche Interventionsformen zu analysieren. Die erste Gruppe erhielt eine wissenschaftlich fundierte Beratung zu Ernährung, Bewegung und Hirnstimulation.

Die zweite Gruppe wurde auf die Plattform Active Brains verwiesen, die Anleitungen zu körperlicher Bewegung, mediterraner Ernährung sowie Denksportaufgaben und Puzzles umfasst. Die Teilnehmenden der dritten Gruppe nutzten ebenfalls das Portal und erhielten zusätzlich drei kurze Unterstützungseinheiten per E-Mail oder Telefon durch eine Pflegekraft.

Messbare Verbesserungen nach zwölf Monaten

Nach einem Zeitraum von zwölf Monaten zeigten sich bei allen untersuchten Ansätzen positive Veränderungen. In der ersten Gruppe galten nach Ablauf des Jahres 28,4 Prozent der Probanden nicht mehr als kognitiv beeinträchtigt.

Unter den Nutzern des Online-Programms ohne persönliche Begleitung lag dieser Anteil bei 32,8 Prozent, während in der Gruppe mit zusätzlicher Betreuung durch Pflegekräfte 31,6 Prozent den Status einer kognitiven Beeinträchtigung verloren.

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Nach Angaben der Universität Southampton führte die Nutzung des digitalen Programms im Vergleich zur reinen Beratung zu einem Rückgang leichter kognitiver Störungen um 8 Prozent. Bei den Teilnehmern, die zusätzlich von Fachkräften per E-Mail oder Telefon unterstützt wurden, verzeichneten die Wissenschaftler gegenüber der Kontrollgruppe einen Rückgang schwerer kognitiver Störungen um 18 Prozent.

Einordnung in ganzheitliche Präventionsstrategien

Die Resultate stützen das Ziel der Weltgesundheitsorganisation WHO für das Jahr 2026 zur Risikominderung kognitiver Verschlechterungen und von Demenzerkrankungen.

Die Organisation hebt hervor, dass effektive Prävention auf einem ganzheitlichen Multidomänen-Ansatz basieren sollte, der neben geistiger Aktivität auch Aspekte wie Bewegung und die Herz-Kreislauf-Gesundheit einbezieht. Zugleich hält die WHO fest, dass kognitive Aktivitäten für sich allein genommen kein Heilmittel darstellen.

Dass körperliche Betätigung eine zentrale Rolle für die Gehirngesundheit spielt, untermauert auch eine im British Journal of Sports Medicine erschienene Übersichtsarbeit von Ben Singh und Kollegen. Diese ergab, dass sportliche Aktivität Denkvermögen, Gedächtnisleistung und exekutive Funktionen nachweislich verbessert.

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Ergänzend verweist ein systematischer Review aus dem Jahr 2025 darauf, dass die neuronale Plastizität im Alter lebenslang erhalten bleibt, wenngleich fluide Fertigkeiten sowie explizites Lernen nachlassen können.

Strukturierte Konzepte, die geistige Reize mit verhaltensbezogenen Faktoren verknüpfen, erweisen sich laut der aktuellen Datenlage als wirksame Instrumente zur Unterstützung der geistigen Leistungsfähigkeit.

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