Gedächtnis-Screening in Bayreuth: Kostenloser Test für Menschen ab 65
Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 13:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Niedrigschwellige Testangebote zur kognitiven Leistungsfähigkeit rücken im Rahmen der gesundheitlichen Vorsorge zunehmend in den Fokus. Am 20. Oktober 2026 richten digiDEM Bayern und die Gesundheitsregion PLUS Stadt und Landkreis Bayreuth im Landratsamt Bayreuth (Markgrafenallee 5) einen Screeningtag aus.
Zwischen 10 und 16 Uhr können Bürgerinnen und Bürger ab 65 Jahren aus Bayreuth und der Umgebung kostenlose Gedächtnis-Screenings in Anspruch nehmen. Der rund 15 bis 20 Minuten dauernde Kurztest samt anschließender Beratung ersetzt keine ärztliche Diagnose, dient jedoch dazu, erste Hinweise auf einen möglichen weiteren Abklärungsbedarf zu ermitteln.
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung unter 0921 728238 oder per E-Mail an Katrin.Kuerzdoerfer@lra-bt.bayern.de erforderlich; zudem sind persönliche Seh- und Hörhilfen mitzuführen.
Früherkennung und die Situation in Deutschland
Vorsorge- und Testinitiativen adressieren eine erhebliche diagnostische Lücke: Laut einer wissenschaftlichen Untersuchung leben in Deutschland rund 60 % der Menschen mit einer Demenzerkrankung ohne gesicherte Diagnose. Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts sind bundesweit fast 1,8 Millionen Personen betroffen.
Wie aus Zahlen der Deutschen Alzheimer Gesellschaft hervorgeht, wird die Zahl der Betroffenen in Deutschland auf rund 1,78 Millionen beziffert, wobei dieser Wert bis zum Jahr 2050 auf bis zu 2,6 Millionen ansteigen könnte. Auf die Alzheimer-Krankheit entfallen dabei schätzungsweise 60 bis 65 % der Demenzfälle.
Das bayerische Testkonzept verzeichnet seit mehreren Jahren eine breite Nachfrage. Angaben von digiDEM Bayern zufolge wurden seit 2022 bei bayernweiten Screening-Tagen rund 6.500 Personen überprüft. Das digitale Demenzregister der Einrichtung umfasst nach eigenen Angaben mehr als 3.500 Teilnehmende.
Wer sich mit der Vorsorge befasst, möchte oft diskret prüfen, ob Vergesslichkeit im Alltag noch im normalen Bereich liegt. Dieser kostenlose Selbsttest liefert in nur zwei Minuten eine erste Einschätzung zu möglichen Anzeichen einer Demenz. Gewissheit in 2 Minuten: Check auf frühe Demenz-Anzeichen
Abgrenzung von Alterungsprozessen und Prävention
Fachliche Einordnungen unterstreichen die Notwendigkeit einer differenzierten Betrachtung kognitiver Symptome. Das Pfalzklinikum weist darauf hin, dass Demenz keine zwangsläufige Begleiterscheinung des normalen Alterns ist.
Hinter einer Vergesslichkeit können demnach auch medizinisch behandelbare Ursachen stehen. Eine fachärztliche Abklärung sei angeraten, sobald Probleme mit dem Gedächtnis, der zeitlichen und räumlichen Orientierung oder bei alltäglichen Aufgaben neu auftreten, anhalten oder sich intensivieren.
Darüber hinaus spielen Lebensstilfaktoren eine Rolle bei der Risikominderung. Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung, ausreichender Schlaf, aktive soziale Kontakte sowie die konsequente Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten können das Erkrankungsrisiko beeinflussen, eine Demenz jedoch nicht mit absoluter Sicherheit verhindern.
Um die geistige Fitness bis ins hohe Alter zu erhalten, können neben medizinischen Checks auch einfache tägliche Routinen einen wertvollen Beitrag leisten. Dieser Ratgeber stellt elf praktische Übungen und Ernährungstipps vor, mit denen Sie Demenz gezielt vorbeugen können. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit
Forschungsansätze zu kognitiven Veränderungen
Über Screenings hinaus befasst sich die neurologische Grundlagenforschung mit potenziellen Ansätzen zur kognitiven Stabilisierung. An der Medizinischen Fakultät des Universitätsklinikums Magdeburg formuliert ein Forschungsteam um Emrah Düzel die These, dass gestörte neuronale Verbindungen zwischen dem Hippocampus sowie Bereichen des Vorder- und Temporallappens episodische Gedächtnisprobleme begünstigen.
Solange die betroffenen Gewebestrukturen nicht abgestorben sind, seien Einbußen theoretisch reversibel. Diskutiert werden in diesem Zusammenhang therapeutische Methoden wie gezieltes Gedächtnistraining, magnetische oder elektrische Stimulation sowie pharmakologische Therapien. Bislang lässt sich ein Verlust von Nervenzellen jedoch nicht rückgängig machen.
Dass auch Ernährungsmuster die biologische Alterung beeinflussen können, zeigte eine am 29. August 2026 veröffentlichte Auswertung des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in der Fachzeitschrift Nature Communications.
Anhand von Daten der Rheinland- und der EPIC-Potsdam-Studie mit rund 7.500 Teilnehmenden – davon 6.470 aus der Rheinland-Studie und rund 1.000 aus EPIC-Potsdam – identifizierten die Forschenden über DNA-Methylierungsmuster im Blut langsamere Alterungsprozesse bei zehn anerkannt gesunden Ernährungsformen, darunter der DASH-Diät sowie mediterraner Kost. Maßgeblich sei den Ergebnissen nach vor allem die generelle Qualität der Ernährung.
