Gebäudebegrünung: Moos senkt Temperatur um sechs Grad
26.06.2026 - 05:39:56 | boerse-global.de
Was während der Pandemie als Trend begann, hat sich zu einem festen Bestandteil der Stadtentwicklung und des Einzelhandels entwickelt. Im Juni 2026 diskutierten Experten verschiedene Ansätze, um die Effizienz dieser Flächen zu maximieren.
Balkonschule: 120 Pflanzen auf neun Quadratmetern
In Berlin hat eine neue Bildungseinrichtung eröffnet, die sich an Bewohner mit minimalem Platz richtet. Die physische Balkonschule in den Atelier Gardens bietet seit dem 28. Mai 2026 Kurse an. Dort lernen Teilnehmer, wie sie auf nur neun Quadratmetern bis zu 120 Pflanzen kultivieren können – mithilfe von Vertikalbeeten und sogenannten Klimaterrassen.
Der Nabu empfiehlt dabei, Balkonkästen verstärkt mit Wildblumen statt mit klassischen Geranien zu bestücken. Ziel: die Biodiversität im urbanen Raum fördern.
Auch international boomen solche Bildungsprogramme. Die argentinische Gemeinde Lomas de Zamora verzeichnet für das zweite Halbjahr 2026 eine hohe Nachfrage nach Kursen in Hydroponik und nachhaltigem Gartenbau.
Gartenmarkt: Weniger Umsatz, aber starke Nischen
Trotz des anhaltenden Interesses am Gärtnern zeigt der Markt leichte Dämpfer. Von Januar bis Mai 2026 sank der Umsatz im Gartensegment um 1,7 Prozent auf 1,79 Milliarden Euro, so die GfK. Doch Teilbereiche boomen: Mähroboter legten um 18 Prozent zu, Gasgrills um 10 Prozent.
Auf dem 11. BHB-GardenSummit, der im Juni auf der Messe spoga+gafa stattfand, betonte OBI-COO Jochen Ludwig die Bedeutung von Eigenmarken. Der Baumarktriese verkauft jährlich rund 46 Millionen Pflanzen. Gleichzeitig kritisierte Ludwig die aktuelle Messeentwicklung.
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Prof. Mazda Adli verwies auf die medizinische Bedeutung von Grünflächen: Sie leisten einen messbaren Beitrag zum Schutz der psychischen Gesundheit in dicht besiedelten Gebieten.
Gebäudebegrünung: Moos kühlt um sechs Grad
Die Begrünung von Gebäuden gilt zunehmend als notwendige Klimaanpassung. Beim Weltkongress Gebäudegrün vom 9. bis 11. Juni 2026 in Berlin forderten über 700 Teilnehmer aus 32 Ländern eine konsequentere Umsetzung. Dr. Gunter Mann, Präsident des Bundesverbands GebäudeGrün (BuGG), und Berlins Senatorin Ute Bonde bezeichnen Gebäudegrün als ökologische Notwendigkeit.
Innovative Lösungen kommen aus der Forschung: Das Start-up Respyre, eine Ausgründung der TU Delft, stellte ein System aus moosfreundlichem Beton und speziellem Gel vor. Nach Unternehmensangaben kann Moos die Umgebungstemperatur an Gebäuden um rund sechs Grad senken – ein signifikanter Beitrag zur Kühlung urbaner Hitzeinseln.
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Gemeinschaftsgärten: Sozialer Kitt und Bildungsorte
Neben kommerziellen Ansätzen gewinnen soziale Gartenprojekte an Bedeutung. In Koblenz etablierte die AWO einen interkulturellen Gemeinschaftsgarten als Treffpunkt für Hobbygärtner aus verschiedenen Stadtteilen.
Auch Schulen investieren: An der IGS Stromberg wurde am 24. Juni ein neues Gewächshaus eingeweiht. Die Kosten von rund 25.000 Euro finanzierte eine Weinversteigerung des VDP.
Initiativen wie die der Rotary Darmstadt spenden Hochbeete für Kindertagesstätten. Diese Projekte sind oft Teil größerer Netzwerke wie dem Verbund „Wurzeln schlagen", der Nachhaltigkeit und Umweltbildung fördert.
Im Egapark Erfurt dokumentiert ein Langzeitversuch die Entwicklung von Naturgärten. Das Projekt untersucht die Resilienz von Trockenmauern und heimischen Bepflanzungen – und geht im Juni 2026 in sein zweites Standjahr.
