GEAK, AMDs

GEAK v3: AMDs neues GPU-Framework verdreifacht KI-Leistung

Veröffentlicht am: 21.07.2026 um 17:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

AMD veröffentlicht quelloffenes KI-Framework GEAK v3 und gewinnt Microsoft als Helios-Kunden. Zukäufe stärken das Portfolio für agentische KI.

AMD GEAK v3 Framework: KI-Beschleunigung und Microsoft-Partnerschaft
Nahaufnahme der GPU-Hardware in einem modernen Server-Rack in einem Rechenzentrum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Chiphersteller bringt GEAK v3 für GPU-Optimierung – Partnerschaft mit Microsoft und strategische Zukäufe.

Der US-Chipkonzern AMD treibt seine KI-Offensive weiter voran. Am 20. Juli 2026 veröffentlichte das Unternehmen mit GEAK v3 ein quelloffenes Framework, das die Leistung von KI-Workloads auf den hauseigenen GPU-Architekturen CDNA und RDNA optimieren soll. Die Software zielt darauf ab, Entwicklern eine Alternative zu proprietären Lösungen zu bieten – und das gleich in mehreren Programmiersprachen wie HIP, Triton und FlyDSL.

Deutliche Leistungssprünge in Benchmarks

Die ersten Benchmark-Ergebnisse können sich sehen lassen. Für HIP-basierte Anwendungen meldet AMD einen 3,02-fachen Geschwindigkeitszuwachs, bei Triton-Workloads liegt der Faktor bei 2,22. In der Praxis zeigt sich das Potenzial bereits: Beim KI-Modell DeepSeek V4 steigerte GEAK v3 den Durchsatz um das 2,10-Fache, die Zeit bis zum ersten Token (TTFT) sank um das 3,71-Fache.

Auch in anderen Bereichen überzeugt das Framework. Bei 3D-Weltmodellen erzielte es eine Beschleunigung von 36 Prozent, das Sprachmodell GPT-OSS 120B profitierte von acht bis zehn Prozent mehr Leistung. In MLPerf-Tests, dem Industriestandard für KI-Benchmarks, lagen die Verbesserungen ebenfalls zwischen acht und zehn Prozent.

Microsoft setzt auf AMDs Helios-System

Parallel zur Software-Offensive gab AMD eine bedeutende Partnerschaft mit Microsoft bekannt. Der Cloud-Riese wird die neuen Helios-Rack-Systeme von AMD in seiner Azure-Umgebung einsetzen. Ein einzelnes Helios-Rack integriert 72 MI455X-GPUs und 31 Terabyte HBM4-Speicher – genug für 2,9 Exaflops FP4-Leistung.

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Microsoft plant, auf dieser Basis virtuelle Maschinen vom Typ Azure ND MI455X v7 anzubieten. Hinzu kommen neue VM-Familien: die HDv2 für agentische KI und die HXv2 für Halbleiter-Engineering. Diese Systeme nutzen die kommenden Venice-EPYC-Prozessoren auf Zen-6-Basis. Erste Engineering-Muster des Helios-Systems werden für die zweite Jahreshälfte 2026 erwartet, die Massenproduktion soll im zweiten Quartal 2027 anlaufen.

Zukäufe und Zusammenarbeit im Bereich Agentic AI

AMD baut sein KI-Portfolio auch durch gezielte Übernahmen aus. Am 20. Juli gab das Unternehmen die Akquisition von FastFlowLM bekannt, einem Runtime-Entwickler für lokale KI-Inferenz. Das Team soll künftig in der AMD AI Group die Leistung auf NPUs mit der Iron Python API verbessern. Erst im Juni hatte AMD das Startup Mext übernommen.

Im Bereich der agentischen KI arbeiten AMD und Moonshot AI zusammen. Gemeinsam entwickeln sie einen Serving-Stack für das Modell Kimi K2.6 auf AMD Instinct MI355X-Hardware. Erste Ergebnisse zeigen eine Steigerung des Token-Durchsatzes um 7,7 Prozent sowie eine deutliche Reduzierung der p99-Latenz.

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Marktposition und Ausblick

Am 22. Juli 2026 stellt AMD auf dem Advancing AI Summit die neuen EPYC-Venice-Prozessoren vor. Die Chips werden in TSMC-2nm-Fertigung mit GAA-Nanosheet-Transistoren produziert, bieten bis zu 256 Kerne und unterstützen PCIe Gen 6 sowie 16-Kanal-DDR5-Speicher.

Die jüngsten Entwicklungen spiegeln sich auch in den Geschäftszahlen wider: Im ersten Quartal 2026 erzielte AMD einen Data-Center-Umsatz von 5,78 Milliarden Euro – ein Plus von 57 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Branchenanalysten sehen den Konzern auf dem besten Weg, zwischen 20 und 25 Prozent des KI-Beschleuniger-Marktes zu erobern. Acht der zehn größten KI-Unternehmen weltweit setzen bereits auf AMD Instinct GPUs, darunter Meta, OpenAI und Oracle.

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