Gartenpflege, Schafe

Gartenpflege: Schafe, Sandarien und resiliente Pflanzen gegen Trockenheit

Veröffentlicht am: 09.08.2026 um 13:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Trockenheit erfordert neue Gartenstrategien: robuste Pflanzen, Wasserstellen für Tiere und städtische Förderprogramme gewinnen an Bedeutung.

Klimawandel im Garten: Strategien gegen Trockenheit und für Artenvielfalt
Ein naturnaher Garten mit einer Wildtier-Tränke aus Steinen an einem heißen Sommertag. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die anhaltende Trockenheit zwingt Gartenbesitzer, Städte und Landwirte zum Umdenken. Hitzeperioden und sinkende Pegelstände machen neue Strategien für Grünflächen nötig. Fachleute fordern: weg von empfindlichen Zierpflanzen, hin zu klimaresistenten Gewächsen.

Diese Pflanzen überstehen Hitze und Trockenheit

Bei der Auswahl der Bepflanzung beobachten Experten einen klaren Trend. Hitzeverträgliche Sträucher wie Schlehdorn, Liguster, Haselnuss und Weißdorn gelten als robust. Auch Bäume wie die Ungarische Eiche, der Spitzahorn oder der Zürgelbaum trotzen dem Trockenstress. Wer neu pflanzen möchte, sollte das laut Expertenmeinung besser im Herbst tun – dann haben die Wurzeln genug Zeit, sich zu etablieren.

Immer häufiger finden sich auch mediterrane Gewächse in deutschen Gärten. Feigen und Chinesische Hanfpalmen überstehen den Winter an geschützten Standorten. Olivenbäume brauchen bei Frost weiterhin gezielten Schutz. Im Nutzgarten kämpfen Tomaten und Gurken zunehmend mit Sonnenbrand. Gartenexperte Klaus Fischer empfiehlt, die Früchte gezielt zu beschatten oder Tomaten an die Nordseite von Gebäuden zu pflanzen.

Wasserstellen für Wildtiere – und sichere Tränken für Insekten

Die Trockenheit macht auch Wildtieren zu schaffen. Kreisjagdmeister Hubertus Gramowski rät dazu, Wildtränken im Wald zu installieren. Im eigenen Garten helfen Wasserschalen mit Steinen – so können Insekten, Igel und Vögel gefahrlos trinken. Offene Wasserfässer sind dagegen tabu: Sie werden schnell zur tödlichen Falle für Kleintiere.

Besonders wichtig ist das für Wildbienen. Rund 75 Prozent der 570 in Deutschland heimischen Arten nisten im Boden. Ein Projekt in Selters zeigte im August, wie sogenannte Sandarien aus ungewaschenem Sand mit Drainage-Schicht funktionieren – eine echte Alternative zum klassischen Insektenhotel.

Neue Wege geht auch Euskirchen: In einem umgebauten Bauwagen entstand ein Taubenhaus für rund 25.000 Euro. Stadt, Caritas und Tierschutz wollen damit die Population kontrollieren – statt zu töten, werden Eier gegen Attrappen ausgetauscht. Das Haus bietet Platz für 150 Tiere.

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Städte fördern grüne Oasen – und Schafe mähen den Trockenrasen

Darmstadt setzt auf Beratung und Zuschüsse: Pflanzlisten, Kurse und Förderprogramme für Zisternen oder die Entsiegelung von Flächen sollen private Gärten als Kühlelemente stärken. Brandenburg geht bei historischen Gärten einen Schritt weiter: Seit April 2025 läuft dort ein 1,5-Millionen-Euro-Projekt zur Schadenserfassung – mit dem Ziel, resiliente Ersatzpflanzungen zu etablieren.

Auch bei der Flächenpflege gibt es ungewöhnliche Ansätze. Am Windpark Neusiedl an der Zaya übernehmen rund 60 Schafe den Job als natürliche Rasenmäher. Auf fünf Hektar Trockenrasen halten sie die Fläche offen – Teil eines Ökoprojekts, das über 250 Hektar umfasst.

Weniger Falter, mehr Schnecken – und ein Rekordtief am Rhein

Die Schmetterlingszählung des NABU NRW liefert ein gemischtes Bild: Zwischen dem 15. Juni und 15. Juli 2026 meldeten Freiwillige 19.053 Falter. Der Kohlweißling blieb mit fast 4.000 Meldungen Spitzenreiter, der Faulbaumbläuling überraschte mit hohen Beständen. Arten wie der Schornsteinfeger gingen dagegen zurück.

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Ärger im Garten bereitet weiterhin die Spanische Wegschnecke – natürliche Feinde meiden sie. Barrieren aus Kronkronkorken, Kupferband oder Kaffeesatz helfen. Wer jedoch Weinbergschnecken tötet, riskiert ein Bußgeld von bis zu 65.000 Euro, warnen Juristen.

Die Trockenheit hinterlässt auch in der Infrastruktur Spuren: Der Rhein erreichte bei Düsseldorf mit 15 Zentimetern ein Rekordtief und unterbot damit den bisherigen Wert von 20 Zentimetern. Die Binnenschifffahrt muss ihre Frachtmengen reduzieren – und die Politik diskutiert über Ausnahmeregelungen für Lkw, um die Versorgung zu sichern.

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