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Ganzheitliche Medizin: Tiergestützte Therapie reduziert Agitiertheit

Veröffentlicht am: 29.06.2026 um 17:09 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Immer mehr Kliniken setzen auf integrative Ansätze. Tierkontakt hilft Demenzkranken, ein neues Kinderhospiz entsteht und internationale Fortbildungen zu Volkskrankheiten starten.

Ganzheitliche Medizin: Tiergestützte Therapie und neue Hospize
Ein goldener Retriever sitzt ruhig neben der Hand einer älteren Person, die Trost spendet, in einem hellen Therapieraum. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Immer mehr Einrichtungen setzen auf fachübergreifende Ansätze, die klassische Behandlung mit psychosozialer Unterstützung und Prävention kombinieren. Aktuelle Projekte in Bayern, Aachen und Vietnam zeigen, wie vielfältig moderne Gesundheitskonzepte aussehen.

Wenn Tiere die Therapie unterstützen

Ein zentraler Baustein ganzheitlicher Behandlung ist der Einsatz von Tieren. In Bayern betreiben derzeit 43 sogenannte Auszeithöfe spezielle Programme für demenzkranke Menschen – 18 davon allein in Schwaben.

Die Hochschule Kempten untersucht die Effekte des Tierkontakts in einem dreijährigen Projekt, das vom bayerischen Gesundheitsministerium gefördert wird. Erste Beobachtungen deuten darauf hin, dass der Umgang mit Tieren die Agitiertheit bei Patienten reduziert und positive Erinnerungen aktiviert.

Ergänzt werden diese non-verbalen Therapieformen durch Kunstangebote. Im Rahmen des Aachener Kultursommers startet Anfang Juli ein Workshop-Programm zur Kunsttherapie. Die Angebote richten sich an alle Altersgruppen – Vorkenntnisse sind nicht nötig.

Neues Kinderhospiz in Stadtbergen

Besonders in der pädiatrischen Palliativversorgung wächst der Bedarf an spezialisierten Einrichtungen. Ende Juni wurde in Stadtbergen der Grundstein für ein neues Kinderhospiz gelegt. Der Bau soll im Frühjahr 2028 fertig sein.

Betrieben wird die Einrichtung vom Bunten Kreis. Sie bietet künftig acht Plätze für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 Jahre. Das Investitionsvolumen liegt bei 7,8 Millionen Euro, davon tragen Land und Landesstiftung 1,7 Millionen.

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Neben der medizinischen Versorgung steht die Entlastung der Familien im Vordergrund. Parallel dazu bleibt die Qualifizierung ehrenamtlicher Kräfte zentral – der Hospizdienst in Dortmund bestätigte das Ende Juni mit neuen Zertifizierungen.

Inklusion auf dem Arbeitsmarkt

Die Integration von Menschen mit Behinderungen in den allgemeinen Arbeitsmarkt funktioniert zunehmend über Kooperationen zwischen sozialen Trägern und Unternehmen. Ein Beispiel: die Weckelweiler Gemeinschaften arbeiten mit einem Textilunternehmen in Schrozberg zusammen.

Die seit September 2017 bestehende Partnerschaft wurde kürzlich erweitert. Die Außenarbeitsgruppe wächst von sechs auf bis zu zwölf Personen pro Tag. Die Beschäftigten arbeiten in Logistik, Kantine und Grünpflege.

Internationale Fortbildung zu Volkskrankheiten

Auf internationaler Ebene rücken nichtübertragbare Krankheiten (NCDs) in den Fokus. Laut WHO sind sie in Ländern wie Vietnam für fast 80 Prozent der Todesfälle verantwortlich.

Im Juni fanden in Ho-Chi-Minh-Stadt und Hanoi Fachseminare statt. Über 800 Ärzte nahmen vor Ort teil, rund 1.000 weitere online. Schwerpunkte: die Verknüpfung von kardiovaskulärer Prävention, Diabetes-Management und psychischer Gesundheit.

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Mundgesundheit als Präventionsbaustein

Neben psychosozialen Ansätzen treiben Forschungseinrichtungen auch gezielte Wirkstoffe voran. Forscher des Fraunhofer-Instituts identifizierten eine Substanz, die spezifisch Parodontitis-Erreger blockiert – ohne die natürliche Mundflora zu schädigen.

Die Technologie entstand im Rahmen eines EU-Projekts. Ein Spin-off brachte sie als Zahnpasta und Pflegegel auf den Markt.

Gesundheit direkt am Arbeitsplatz

Auch die betriebliche Gesundheitsförderung gewinnt an Fahrt. Im Kreishaus Heinsberg starteten im Juni Programme zu Ergonomie, Reanimation und Stressprävention.

Die Maßnahmen kombinieren medizinische Checks wie Blutdruck- und Blutzuckermessungen mit Beratungen zu Ernährung und Bewegung. Ziel: die langfristige Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten sichern.

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