Galicien, Millionen

Galicien: 1,2 Millionen Euro für psychische Gesundheit am Arbeitsplatz

Veröffentlicht am: 17.10.2026 um 19:01 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Plan bis 2029 unterstützt kleinere Betriebe mit Prävention, ergonomischen Verbesserungen und Angeboten zur psychischen Gesundheit.
Ein heller, moderner Arbeitsplatz in einer Werkstatt mit ergonomischer Ausstattung und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die spanische Region Galicien setzt bei der betrieblichen Gesundheitsförderung verstärkt auf zielgerichtete Hilfen für kleinere Betriebe. Im Rahmen eines im September genehmigten Integralplans stockt die Xunta de Galicia die Mittel für das regionale Arbeitsschutzinstitut Issga (Instituto de Seguridade e Saúde Laboral de Galicia) im Jahr 2027 um zusätzlich 1,2 Millionen Euro auf.

Die zusätzlichen Gelder sind zweckgebunden für Maßnahmen der Prävention sowie des betrieblichen Wohlbefindens vorgesehen. Die Vereinbarung wurde im Rahmen des Sozialen Dialogs zwischen der Regionalregierung, dem Unternehmerverband CEG und der Gewerkschaft UGT-Galicia beschlossen.

Gezielte Entlastung für kleine Betriebe und Selbstständige

Der verabschiedete Plan für den Zeitraum von 2026 bis 2029 legt seinen Schwerpunkt auf kleine und mittlere Unternehmen, Kleinstbetriebe sowie Selbstständige. José González, Regionalminister für Beschäftigung, Handel und Emigration, hob die Bedeutung der öffentlichen Unterstützung für diese Zielgruppen hervor.

Um Ausfälle in Betrieben mit geringer Personaldecke abzufedern, umfasst der Plan finanzielle Beihilfen zur Stellvertretung bei Langzeitkrankschreibungen. Zudem fördert das Programm Investitionen in ergonomische Arbeitsplatzausstattungen. Ein zentraler Baustein ist die Initiative „Coida Peme“, die Beschäftigten vertrauliche psychologische sowie muskuloskelettale Betreuung zur Verfügung stellt.

Einheitliche Anlaufstelle und Unterstützung bei der Rückkehr

Ergänzt werden die Maßnahmen durch strukturelle Beratungsangebote für die Unternehmen. Mit der „Fiestra Única Galega de Saúde Laboral“ wird eine zentrale Anlaufstelle für Arbeitsgesundheit eingerichtet. Darüber hinaus sieht das Gesamtkonzept unter der Bezeichnung „Apoio á Reincorporación Saudable“ ein kostenloses Unterstützungsprogramm für die gesunde Rückkehr an den Arbeitsplatz nach längeren Erkrankungen vor.

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Europäische Daten belegen den Handlungsbedarf

Die regionalen Schritte fügen sich in eine breitere europäische Entwicklung zum Schutz der psychischen und physischen Gesundheit am Arbeitsplatz ein. Am 13. Oktober 2026 stellte die europäische Arbeitsschutzagentur EU-OSHA im Brüsseler Charlemagne-Gebäude ihre dreijährige Kampagne für gesunde und sichere Arbeitsumgebungen 2026–2028 vor.

Nach Ergebnissen der Erhebung EU-OSHA Pulse Survey 2025 berichten 29 Prozent der europäischen Beschäftigten über Symptome von arbeitsbedingtem Stress, Angst oder Depression; 45 Prozent fühlen sich Risiken für ihr psychisches Wohlbefinden ausgesetzt.

EU-OSHA-Direktor William Cockburn verwies auf die bestehenden gesetzlichen Schutzpflichten und betonte Schwerpunkte wie die Bewertung psychosozialer Risiken sowie Programme zur Wiedereingliederung.

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Wissenschaftliche Untersuchungen untermauern die Notwendigkeit aufeinander abgestimmter Maßnahmen. Eine Studie des Nationalen Forschungszentrums für Arbeitsumgebung in Dänemark, basierend auf Erhebungsdaten von über 18.000 Beschäftigten aus den Jahren 2012 bis 2018, zeigte, dass das Zusammentreffen von hohem Zeitdruck und hohen emotionalen Anforderungen das Risiko für depressive Symptome nach zwei Jahren mehr als verdoppelt.

Eine ähnliche Risikoverdopplung wurde bei der Kombination von körperlichen Belastungen mit Zeitdruck oder emotionalen Belastungen festgestellt. Ansätze, die wie der galicische Plan ergonomische Verbesserungen mit psychologischer Betreuung verbinden, adressieren diese zusammenhängenden Risikofaktoren auf Betriebsebene.

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