Futtermittelbranche, EU-Entwaldungsverordnung

Futtermittelbranche warnt: EU-Entwaldungsverordnung kostet 1,05 Mrd. Euro

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 06:53 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DVT ordnet seine Führung neu und warnt vor steigenden Belastungen durch EU-Vorgaben, obwohl Deutschland 88 Prozent des Rohproteinbedarfs deckt.

Futtermittelbranche warnt vor Bürokratie und Milliardenkosten
Ein weites Weizenfeld vor einer landwirtschaftlichen Verarbeitungsanlage unter blauem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Die deutsche Futtermittelbranche sieht sich mit einer steigenden Zahl regulatorischer Auflagen konfrontiert. Auf der 26. Jahrestagung des Deutschen Verbandes Tiernahrung (DVT) in Berlin warnten Vertreter der Branche eindringlich vor den Folgen der zunehmenden bürokratischen Belastung.

Nach Einschätzung des Verbandes könnten die administrativen Vorgaben langfristig die Stabilität und Versorgungssicherheit entlang der gesamten Lebensmittelkette gefährden. Der bisherige DVT-Präsident Cord Schiplage mahnte an, dass der wachsende bürokratische Aufwand die betrieblichen Abläufe zunehmend erschwere.

Personelle und strukturelle Weichenstellungen im Verband

Im Rahmen der Tagung stellte sich der Verband personell und organisatorisch neu auf. Bernd Schmitz wurde zum neuen DVT-Präsidenten gewählt und folgt damit auf Cord Schiplage, der das Amt seit 2022 innehatte. Schmitz führt seit August 2019 die AGRAVIS Futtermittel GmbH und bekleidet zudem seit 2023 das Amt des Vizepräsidenten beim europäischen Verband FEFAC, in dem er vor kurzem für eine zweite Amtszeit bestätigt wurde.

Zugleich führte der DVT eine veränderte Verbandsstruktur ein, die eine klare Aufgabentrennung zwischen Präsidium und Vorstand vorsieht. Den Vorstandsvorsitz übernimmt Dr. Sebastean Schwarz.

Hoher Selbstversorgungsgrad und europäische Importabhängigkeiten

Die Debatte um regulatorische Vorgaben berührt zentrale Fragen der Rohstoffversorgung. Nach Erhebungen der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) decken heimische Futtermittel derzeit 88 Prozent des Rohproteinbedarfs in der deutschen Tierernährung. Auf europäischer Ebene strebt die EU-Proteinstrategie an, den Selbstversorgungsanteil bis zum Jahr 2035 von 25 auf 35 Prozent zu steigern.

Gleichzeitig bleibt der Kontinent auf internationale Rohstoffströme angewiesen. Wie Erhebungen des europäischen Branchenverbandes FEFAC zeigen, liegt der zusätzliche Maisimportbedarf in diesem Jahr bei rund 7 Millionen Tonnen, während sich der Gesamtimport auf etwa 26 Millionen Tonnen beläuft.

Anzeige

Angesichts der komplexen Importabhängigkeiten in der Tierernährung stehen viele Unternehmen vor der Herausforderung, ihre Sorgfaltspflichten korrekt umzusetzen. Dieser kostenlose Leitfaden mit praktischer Checkliste zeigt Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie die neuen Compliance-Vorgaben ohne großen Aufwand erfüllen. EU-Entwaldungsverordnung: So erfüllen Sie Ihre Sorgfaltspflichten ohne Aufwand

Kostenfaktor EU-Entwaldungsverordnung

Ein wesentlicher Treiber der aktuellen Verunsicherung ist die EU-Entwaldungsverordnung, deren Inkrafttreten für den 31. Dezember 2026 vorgesehen ist. Zwar sind bereits 90 Prozent des in Deutschland eingesetzten Sojaschrots als entwaldungsfrei eingestuft, dennoch zieht die Umsetzung der Neuregelung erhebliche wirtschaftliche Belastungen nach sich.

Anzeige

Experten warnen davor, dass die EU-Entwaldungsverordnung viele Betriebe unvorbereitet trifft und zu empfindlichen Sanktionen führen kann. Ein kostenloser Report hilft Ihnen dabei, potenzielle Risiken für Ihr Unternehmen frühzeitig zu erkennen und rechtssicher zu vermeiden. Gratis-Report zur Entwaldungsverordnung jetzt sichern

Nach Branchenberechnungen drohen direkte Mehrkosten für Soja in Höhe von rund 1,05 Milliarden Euro bei einem jährlichen Gesamtverbrauch von rund 35 Millionen Tonnen. Die Futtermittelwirtschaft dringt daher auf praxistaugliche Regelungen, um zusätzliche Kostenrisiken und Lieferengpässe abzuwenden.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70103233 |