Fußball-Stress: Herzfrequenz im Stadion um 19% höher als vor dem TV
12.06.2026 - 02:40:43 | boerse-global.de
Mit Smartwatch-Daten wollen Forscher messen, was Spiele mit den Fans machen.
Unter der Leitung von Christian Deutscher und Christiane Fuchs sammeln die Wissenschaftler ab dem 11. Juni Vitaldaten von Fans verschiedener Nationalitäten. Im Fokus: Herzfrequenz, Stressniveau, körperliche Aktivität und Schlafverhalten während des Turniers.
Die Studie ist technisch breit aufgestellt. Sie unterstützt Daten von 13 Herstellern – darunter Apple, Garmin, Samsung, Google und Xiaomi sowie Spezialanbieter wie Oura, Polar oder Whoop.
Anzeige: Die Studie der Uni Bielefeld zeigt: Ihr Puls steigt im Stadion um 19% – bei Toren sogar um 36%. Mit den richtigen Atemtechniken und Schlaf-Ritualen bleiben Sie gelassen. Jetzt kostenlosen Report anfordern
Was die Pilotstudie bereits zeigte
Die Forscher bauen auf Erkenntnissen einer Voruntersuchung auf. Beim DFB-Pokalfinale 2025 trugen 229 Arminia-Bielefeld-Fans Smartwatches.
Die Ergebnisse sind deutlich: Vor dem Fernseher lag die durchschnittliche Herzfrequenz bei 79 Schlägen pro Minute (BPM). Im Stadion stieg sie auf 94 BPM. Bei Torerfolgen schnellte der Puls um bis zu 36 Prozent nach oben.
Das allgemeine Stressniveau der Teilnehmer stieg um 41 Prozent. Alkoholkonsum trieb die Herzfrequenz zusätzlich um durchschnittlich fünf Prozent in die Höhe.
Besonders interessiert die Forscher nun der Unterschied zwischen Fangruppen aus verschiedenen Regionen. Sie suchen verstärkt Teilnehmer aus Ost- und Südeuropa sowie der Türkei.
Mediziner warnen vor späten Anstoßzeiten
Parallel zur Studie schlagen Mediziner Alarm. Die Apothekerkammer Nordrhein warnt vor der Kombination aus Schlafmangel, emotionalem Stress und Alkohol – besonders für Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes.
Der Schlafexperte Hans-Günter Weeß nennt konkrete Zahlen: Bereits eine Stunde weniger Schlaf erhöht das Unfallrisiko um 30 Prozent. Bei zwei Stunden Defizit sind es 90 Prozent. Wer weniger als vier Stunden schläft, vervierfacht das Risiko.
Seine Empfehlung: Kurze Erholungsphasen am Tag, kein Koffein und keine schweren Mahlzeiten vor dem Schlafengehen. Auch die regelmäßige Medikamenteneinnahme dürfe trotz emotionaler Spiele nicht vernachlässigt werden.
Wenn der VAR die Nerven killt
Anzeige: Späte Anstoßzeiten rauben Schlaf – und erhöhen das Unfallrisiko um 30% pro Stunde Defizit. Erfahren Sie, wie Sie nach emotionalen Spielen trotzdem erholt aufwachen. Schlaf-Rituale jetzt sichern
Nicht nur späte Anstoßzeiten belasten die Fans. Eine Umfrage mit 10.000 Teilnehmern in fünf Ländern zeigt: 69 Prozent der deutschen Fußballfans empfinden Wartezeiten beim Video-Assistenten (VAR) als belastend oder aufregend.
Die Zahlen der vergangenen Bundesliga-Saison untermauern das Problem. 126 VAR-Eingriffe führten zu einer kumulierten Wartezeit von 78 Minuten. Besonders kritisierten Fans die Unterbrechung des emotionalen Jubels und die Dauer der Entscheidungsfindung.
Solche Phasen der Ungewissheit tragen laut den Erhebungen signifikant zur emotionalen Belastung bei. Der nächste Torjubel könnte also nicht nur den Puls in die Höhe treiben – sondern auch die Wartezeit auf die endgültige Entscheidung.
