Fußball-Karriereende: Depressionen treffen Ex-Profis 3x häufiger
Veröffentlicht: 12.07.2026 um 20:19 Uhr, Redaktion boerse-global.de
Ehemalige Fußballer leiden deutlich häufiger unter Depressionen als der Durchschnitt – das belegt eine neue Studie.
„Wie der Verlust eines Menschen“
Ronaldo Nazário kennt diesen Schmerz. Der 49-jährige Brasilianer sprach im Podcast „Futebol Legends Talks“ offen über seine Zeit nach dem Rücktritt 2011. Er litt unter schweren Depressionen und nahm massiv zu. Den Abschied vom Profifußball verglich er mit dem Verlust eines nahestehenden Menschen.
Die Vorstellung, nie wieder professionell Fußball zu spielen, sei niederschmetternd gewesen. Doch er betonte: Man müsse sich nach dieser Phase neu erfinden, um aus der Krise zu finden.
Studie belegt alarmierende Zahlen
Die Forschung untermauert diese Erfahrungen. Eine Untersuchung des Imperial College London, vorgestellt auf der Fachkonferenz AAIC 2026, verglich über 120 ehemalige Profifußballer mit einer Kontrollgruppe. Die Ergebnisse sind erschreckend:
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Während in der Kontrollgruppe nur 9 Prozent unter Depressionen litten, waren es bei den Ex-Profis 31 Prozent. Bei Angststörungen klafft die Schere noch weiter: 42 Prozent der ehemaligen Spieler sind betroffen, aber nur 25 Prozent der Vergleichsgruppe.
Die Hirnscans lieferten physische Belege. Die Forscher fanden reduzierte graue Substanz und geringeres Hirnvolumen in Regionen, die für Gedächtnis und Emotionsregulation zuständig sind. Ihre These: Eine traumabedingte Neurodegeneration, begünstigt durch jahrelange sportliche Belastung. Finanziert wurde die Studie vom englischen Fußballverband FA und der Spielergewerkschaft PFA.
Tragischer Fall erschüttert Südafrika
Dass Depressionen nicht erst nach der Karriere zuschlagen, zeigt ein aktueller Fall. Am 11. Juli wurde der 25-jährige südafrikanische Nationalspieler Jayden Adams tot in seinem Haus in Stellenbosch gefunden. Er litt an Depressionen, die Ermittler gehen von Suizid aus.
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Auch außerhalb des Sports gibt es Parallelen. Der Musiker Roman Lob sprach im Juli 2026 nach zwölfwöchiger Pause und achtwöchigem Klinikaufenthalt über seine Angst vor der Rückkehr in die Öffentlichkeit.
Die Daten machen eines klar: Sportorganisationen müssen dringend spezialisierte Unterstützungssysteme aufbauen – für aktive Spieler und besonders für die kritische Phase nach dem Karriereende.
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