FUJITSU, MONAKA

FUJITSU MONAKA: Japans erste 2nm-CPU für KI-Infrastruktur ab November

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 06:22 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Fujitsu bringt ab November 2026 eine japanische 2nm-CPU samt Server auf den Markt und plant bis 2030 Umsätze von 250 Mrd. Yen.

Fujitsu kündigt 2nm-MONAKA-CPU für KI-Rechenzentren an
Saubere, moderne industrielle Produktionsumgebung in einer Fertigungsanlage mit Fokus auf Kühl- und Infrastrukturtechnik. Illustration mit AI erstellt.

Der japanische Technologiekonzern Fujitsu hat die Einführung einer neuen, in Japan entwickelten Prozessorarchitektur für den Einsatz in Rechenzentren und KI-Infrastrukturen angekündigt. Wie aus Berichten vom 14. September 2026 hervorgeht, handelt es sich bei der „FUJITSU-MONAKA“ um eine auf der Arm-Architektur basierende 2nm-Zentraleinheit (CPU).

Das Unternehmen plant, den Chip ab November 2026 weltweit als Einzelprodukt an Cloud-Anbieter, Rechenzentrumsbetreiber und Serverhersteller zu vertreiben. Zeitgleich soll der zugehörige „Fujitsu MONAKA Server“ auf den Markt kommen.

Technologische Spezifikationen der 2nm-Architektur

Die neue Prozessorgeneration wird als weltweit erste kommerzialisierte 2nm-3D-Stacked-CPU bezeichnet. Dabei kombiniert Fujitsu 2nm-Logik-Bausteine mit 5nm-Komponenten für Cache und Ein-/Ausgabe-Funktionen (I/O).

Die CPU basiert auf dem Armv9-A-Befehlssatz und unterstützt in Dual-Socket-Konfigurationen bis zu 288 Kerne. Zu den technischen Eckpunkten gehören zudem die Unterstützung von DDR5-Arbeitsspeicher, PCIe 6.0 sowie CXL 3.0.

In Leistungsberichten wird eine maximale Taktfrequenz von 3,8 GHz sowie eine Speichertransferrate von 8800 MT/s genannt. Das Unternehmen hebt hervor, dass die CPU im Vergleich zu Konkurrenzprodukten einen doppelt so hohen Durchsatz bei KI-Inferenz-Anwendungen erreiche. Dies soll bei einer gleichzeitigen Halbierung der benötigten Serveranzahl und des Stromverbrauchs möglich sein.

Gefertigt wird der Chip den Angaben zufolge beim Auftragsfertiger TSMC, während die Produktion in Fujitsus eigenem Werk in Kasashima (Präfektur Ishikawa) bereits seit Anfang des Jahres läuft.

Fokus auf Energieeffizienz und souveräne Infrastruktur

Ein zentraler Aspekt der Neuentwicklung ist die Reduzierung des Energiebedarfs in Rechenzentren. Der MONAKA-Server im 1U-Format unterstützt CDI (Composable Disaggregated Infrastructure) und CXL. Das Kühlsystem ist für Luftkühlung bis 40 °C und Wasserkühlung bis 45 °C ausgelegt, was laut Fujitsu den Stromverbrauch für die Kühlung um bis zu 80 % senken kann.

Hintergrund dieser Entwicklung ist der steigende Bedarf an energieeffizienten Lösungen für künstliche Intelligenz. Während marktführende Grafikprozessoren (GPUs) hohe Datenmengen und erhebliche Mengen an Strom benötigen, nutze der neue Prozessor eine Inferenz-Methode, die ressourcenschonender operiere.

Zudem adressiert Fujitsu Sicherheitsaspekte: Durch die Integration von Arm CCA (Confidential Computing Architecture) soll die CPU Anforderungen an souveräne Datenverarbeitung erfüllen. Insbesondere in Europa werde eine steigende Nachfrage nach zuverlässigen japanischen Produkten aus Sicherheitsgründen beobachtet.

Anzeige

Welche KI-Systeme gelten als Hochrisiko – und was müssen Unternehmen jetzt konkret tun? Die EU-KI-Verordnung stellt neue Regeln auf, die viele noch nicht kennen – dieser kostenlose Report klärt auf. Kostenlosen Umsetzungsleitfaden zum EU AI Act herunterladen

Marktstrategie und wirtschaftliche Zielsetzungen

Für den globalen Vertrieb der CPU-Einzelkomponenten sieht Fujitsu einen Start im vierten Quartal des Fiskaljahres 2026 vor, was Märkte in den USA und der APAC-Region einschließt.

Erste Bestellungen aus Australien und Neuseeland liegen laut Berichten vom 14. September 2026 bereits vor; der Versand dort soll am 1. April 2027 beginnen. In Japan und Europa wird der integrierte Server ab November 2026 für Branchen wie Finanzwesen, Telekommunikation und Fertigung angeboten.

Fujitsu verfolgt mit der neuen Hardware ehrgeizige Ziele. Bis zum Fiskaljahr 2030 strebt der Konzern einen kumulierten Umsatz von 250 Mrd. Yen durch den externen Verkauf der CPUs an. Zudem ist der Absatz von 60.000 KI-Servern geplant.

Anzeige

Wer sich mit dem Einsatz moderner KI-Infrastruktur befasst, muss auch die neuen rechtlichen Rahmenbedingungen berücksichtigen. Dieser kompakte Überblick hilft dabei, Fristen, Pflichten und Risikoklassen der aktuellen Gesetzgebung sicher zu verstehen. Kostenloses E-Book zum EU AI Act jetzt sichern

Ein Liefervertrag mit Super Micro Computer wurde bereits abgeschlossen, und das Unternehmen befindet sich in Gesprächen mit etwa 40 weiteren potenziellen Kunden, nachdem Prototyp-Tests bei 24 Firmen erfolgreich verlaufen seien.

Für die Zukunft stellt der Konzern bereits eine Nachfolgegeneration in der 1,4nm-Fertigung in Aussicht, die möglicherweise beim japanischen Halbleiterkonsortium Rapidus produziert werden könnte.

Finanzielle Entwicklung im Kontext der Ankündigung

An der Börse wurde die Nachricht positiv aufgenommen. Die Aktie von Fujitsu (TSE: 6702) schloss am 14. September bei ¥4.026, was einem Anstieg von 7,39 % gegenüber dem Schlusskurs vom 11. September (¥3.749) entspricht.

Auch die Geschäftszahlen für das erste Quartal des Fiskaljahres 2026 zeigen ein Wachstum: Der Umsatz stieg um 3,9 % auf ¥779,4 Mrd., während der bereinigte Betriebsgewinn laut Medienberichten um 50 % zulegte.

Mehr zum Thema bei ZDNET: „?????????CPU?FUJITSU-MONAKA??AI?????????--????AI???????“

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70103064 |