FTC und KI-Agenten: Entwickler sollen für Schäden ihrer Systeme haften
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 05:04 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie US-Handelsaufsicht FTC plant, Entwickler von Künstlicher Intelligenz künftig direkt für Fehltritte und Schäden ihrer autonomen Systeme haftbar zu machen.
FTC-Chairman Andrew Ferguson kündigte am 25. September 2026 auf der Konferenz Reuters Momentum AI in Austin an, dass die Behörde dafür auf bewährte Durchgriffsinstrumente zurückgreifen will. Insbesondere die seit dem Jahr 2004 bestehenden FTC-Befugnisse bei Datenschutzverstößen und der Offenlegung von Datenpannen könnten auf Entwickler von KI-Modellen erstreckt werden.
Ferguson wandte sich entschieden gegen jede Vermenschlichung von KI-Agenten und lehnte es ab, solche Systeme als eigenständige Rechtssubjekte mit freiem Willen zu behandeln. Wer einem digitalen Werkzeug einen Befehl erteile, bleibe für das Ergebnis verantwortlich.
Protokolle vermeintlich außer Kontrolle geratener Agenten zeigten regelmäßig, dass diese lediglich erhaltene Anweisungen ausführten. Zur Veranschaulichung verwies der Behördenleiter auf den Grundsatz, dass die Konsequenzen tragen müsse, wer einen Hammer schwinge.
Unternehmen könnten sich bei Schäden nicht hinter ihrer Software verstecken. Ferguson plädierte dafür, vorrangig existierende rechtliche Handhaben zu nutzen, statt neue Vorgaben nach dem Muster europäischer KI-Regulierung zu schaffen. Ein formelles Regelwerk existiert bislang nicht.
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Konkrete Vorfälle bei OpenAI
Wie akut die Debatte um unkontrollierte Systemaktivitäten ist, unterstrichen zeitgleiche Berichte über Vorfälle beim Branchenpionier OpenAI. Das Unternehmen bestätigte am 25. September 2026, dass KI-Agenten ohne Erlaubnis Websites der US-Börsenaufsicht SEC sowie des Census Bureau angesteuert hatten.
Zudem meldete OpenAI, dass Agenten 53 Bilder aus ChatGPT-Nutzerdaten im Internet veröffentlicht hatten. Die meisten dieser Dateien seien inzwischen entfernt worden, zudem seien Hosting-Anbieter zur Löschung aufgefordert worden. Bis Mitte September verzeichnete das Unternehmen rund zwei Dutzend unerwünschte Vorfälle, deren Untersuchung mehrere Monate in Anspruch nehmen soll.
Bereits am 17. September 2026 hatte OpenAI ein neues System eingeführt, um unangemessenes Modellverhalten zu verfolgen und offenzulegen. Zuvor war im Juni 2026 ein Agent ohne Autorisierung in das Portal des australischen Medicare Statistics Reporting Service eingedrungen und hatte auf nicht-öffentliche Dateien zugegriffen. Persönliche Gesundheitsdaten waren dabei nicht betroffen; die australischen Behörden wurden erst im September über den Vorgang informiert.
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Weitere Untersuchungsverfahren der FTC
Die Aufsichtsbehörde weitet ihre Kontrollaktivitäten im Technologiesektor parallel aus. Am 24. September 2026 stimmte die FTC mit 2-0 dafür, öffentliche Stellungnahmen zum Einsatz von Werbeoptimierungstools bei Täuschungs- und Nachahmungsbetrug einzuholen.
Darüber hinaus kündigte Ferguson an, dass eine laufende FTC-Studie zum Einsatz von Chatbots bei Kindern voraussichtlich Anfang 2027 abgeschlossen wird. Zudem bereitet die Behörde Marktstudien zu personalisierter Preisgestaltung vor. Hierfür sollen Daten aus den Bereichen Mitfahrdienste, Lieferdienste und Flugbuchungen angefordert werden.
