Frugalismus, Deutschen

Frugalismus: Warum 84 Prozent der Deutschen sparen wie nie

18.05.2026 - 01:28:48 | boerse-global.de

84 Prozent der Bürger sind besorgt über die Wirtschaftslage. Der Trend zum minimalistischen Konsum und ETF-Sparplänen gewinnt an Fahrt.

Frugalismus: Warum 84 Prozent der Deutschen sparen wie nie - Foto: über boerse-global.de
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Eine aktuelle INSA-Umfrage vom 17. Mai zeigt: 84 Prozent der Bürger sind tief besorgt über die nationale Entwicklung. Die Folge ist ein regelrechter Boom des sogenannten Frugalismus – einer Lebensphilosophie, die auf maximale Kostenkontrolle und minimalistischen Konsum setzt.

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Die stillen Kostenfallen im Haushalt

Finanzexperten schlagen Alarm: Viele Haushalte zahlen monatlich für drei bis fünf Abos, die sie gar nicht nutzen. Die Kosten dafür liegen zwischen 30 und 50 Euro pro Monat. „Ein gezielter Blick auf Kontoauszüge und Versicherungen kann jährlich 500 bis 1000 Euro freisetzen", erklärt Finanzexpertin Margarethe Honisch. Ihr Tipp: Eine einzige Stunde reicht, um die größten Kostentreiber zu identifizieren.

Doch die Sparwelle geht tiefer. Professionelle Haushaltsorganisation wird zum Trend. Das Prinzip: Jeder Gegenstand bekommt seinen festen Platz. „Toy-Rotation" – also das regelmäßige Austauschen von Spielzeugen – verhindert Impulskäufe und reduziert den gefühlten Mangel. Familien, die dieses System nutzen, berichten von deutlich geringeren Ausgaben für Ersatzbeschaffungen.

Auch beim täglichen Einkauf zeigt sich der neue Geist. Wer Mahlzeiten vorkocht und auf Grundnahrungsmittel setzt, senkt seine täglichen Ausgaben von rund 30 Euro auf unter 10 Euro. Besonders clever: die 24-48-72-Stunden-Regel. Wer etwas kaufen will, wartet – je nach Preisklasse – einen, zwei oder drei Tage. Das schützt vor Spontankäufen und schärft den Blick für echten Wert.

Vom Sparbuch zum ETF-Depot

Die Deutschen entdecken den Kapitalmarkt neu. Traditionelle Sparbücher werfen kaum Zinsen ab – bei einer Inflation von zwei Prozent verlieren Anleger real Geld. Die Alternative: ETF-basierte Sparpläne.

Ein Beispiel zeigt die enorme Wirkung des Zinseszinses: Wer 18 Jahre lang monatlich 25 Euro in einen breit gestreuten ETF investiert, erhält bei fünf Prozent Rendite rund 8.650 Euro – obwohl die Einzahlungen nur 5.400 Euro betrugen. Der Unterschied: satte 3.250 Euro Gewinn.

Robo-Advisor wie OSKAR senken die Einstiegshürde auf monatlich 25 Euro. Wer mehr sparen kann, profitiert noch stärker. Aus 100 Euro monatlich – etwa durch gekündigte Abos und optimierte Verträge – können bei sieben Prozent Rendite in 20 Jahren rund 52.000 Euro werden.

Die UmweltBank sieht darin einen doppelten Gewinn: Minimalismus senkt CO2-Emissionen und schont Ressourcen. Zur Unterstützung bieten einige Institute befristet bis zu drei Prozent Zinsen auf Tagesgeld.

Vorsorge als Vermögensschutz

Zur finanziellen Disziplin gehört auch rechtliche Voraussicht. Die Anwälte Dietmar Böhmer und Stefan Hüttinger warnen: Ohne Vorsorgevollmacht bestellt das Gericht einen Berufsbetreuer. Das kostet nicht nur Geld, sondern entzieht dem Betroffenen die Kontrolle über sein Vermögen.

Besonders tückisch: Fehler in Testamenten. Der Begriff „Vorerbe" statt „Vollerbe" kann den überlebenden Ehepartner massiv einschränken – etwa beim Verkauf von Immobilien. Ein aktuelles Urteil des OLG Hamm (Az.: 11 U 148/22) zeigt die Risiken: Ein Erbverzicht war unwirksam, weil der Betroffene nicht persönlich beim Notar erschien. Die Folge: hohe Zahlungsverpflichtungen für den Nachlass.

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Zur konsequenten Kostenkontrolle gehört auch die Absicherung des Erbes vor unnötigen Abgaben und Streitigkeiten. Sichern Sie sich diesen kostenlosen PDF-Ratgeber mit geprüften Vorlagen für Testament und Vorsorge, um Ihre Familie rechtssicher zu schützen. Gratis Nachlass-Vorsorge-Paket sichern

Die Kosten für eine notarielle Vollmacht sind dagegen überschaubar. Bei einem Vermögen von 100.000 Euro liegen sie bei etwa 273 Euro – ein Bruchteil dessen, was ein Gerichtsverfahren oder eine Berufsbetreuung kosten würde.

Politische Unsicherheit als Sparantrieb

Die private Sparbewegung hat einen politischen Hintergrund. DIW-Präsident Marcel Fratzscher hält eine Rente mit 70 für unausweichlich. Die Koalition zeigt aus seiner Sicht zu wenig Reformwillen. Stabile Arbeitsmarktdaten nähmen den Druck.

Gleichzeitig tobt der Streit um den Tankrabatt. SPD-Fraktionschef Miersch stellte die Verlängerung der 16,7 Cent pro Liter infrage. Stattdessen fordert er gezielte Entlastungen für niedrige und mittlere Einkommen. Die Unsicherheit wird durch schwankende Ölpreise im Zuge des Iran-Konflikts verstärkt.

Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen ihren Lebensstil unabhängiger von fossilen Brennstoffen und hohen Konsumausgaben machen wollen.

Ausblick: Der Trend wird sich verstärken

Am 19. Mai startet die neue Förderrunde für Elektroautos. Für viele Verbraucher ist das ein weiterer Anreiz, den Umstieg vom Verbrenner zu wagen. Die Nachfrage nach spezialisierten Finanzinhalten steigt rasant. Unternehmen wie Westford Trust suchen gezielt Experten für SEO-optimierte Inhalte zu Frugalismus und nachhaltigem Konsum.

67 Prozent der Bevölkerung wünschen sich einem Bericht zufolge einen Regierungswechsel, falls die Reformen ausbleiben. Die Verbindung von persönlicher Finanzdisziplin und politischer Forderung wird die deutsche Debatte bis Jahresende prägen.

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