Frühstartrente: Kinder erhalten 10 Euro monatlich vom Staat
Veröffentlicht am: 25.07.2026 um 06:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung hat im Juli 2026 aktuelle Strategien zur finanziellen Vorsorge und zum langfristigen Vermögensaufbau für Kinder publiziert. Im Zentrum dieser Maßnahmen steht die Einführung einer sogenannten Frühstartrente, die Kindern bereits in jungen Jahren den Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichen und die Altersvorsorge auf eine breitere Basis stellen soll. Ein entsprechender Referentenentwurf wurde am 23. Juli 2026 vorgelegt.
Eckpunkte und zeitlicher Rahmen der staatlichen Förderung
Nach den Plänen der Bundesregierung, die durch einen Gesetzentwurf des Bundesministeriums der Finanzen vom 22. Juli 2026 konkretisiert wurden, sollen Kinder ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 Euro vom Staat erhalten. Diese Einzahlungen fließen in ein kapitalgedecktes Depot. Für Kinder des Jahrgangs 2020 ist eine rückwirkende Geltung zum 1.1.2026 vorgesehen, während das Modell regulär am 1.1.2027 starten soll.
Bundesfinanzminister Klingbeil hat den Gesetzentwurf zur Frühstartrente bereits am 23. Juli 2026 in die Ressortabstimmung gegeben. Das Modell sieht vor, dass die Ansparphase steuerfrei bleibt, um den Zinseszinseffekt über die Jahrzehnte maximal zu nutzen. Eine Auszahlung des Kapitals ist frühestens mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres vorgesehen.
Zuzahlungsmöglichkeiten und Kostenstruktur
Neben der staatlichen Grundförderung sieht die Strategie der Bundesregierung weitreichende Möglichkeiten für private Zuzahlungen vor. Eltern können demnach bis zu 6.840 Euro jährlich zusätzlich in das Depot ihrer Kinder einzahlen. Um die Renditechancen zu wahren, wurde eine Kostenbremse in den Entwurf integriert: Die effektiven Kosten dürfen maximal 1 % betragen. Zudem ist vorgesehen, dass bis zum 18. Lebensjahr keine Abschlusskosten anfallen dürfen.
Die Bundesregierung plant, ab 2027 für jedes Kind ab Jahrgang 2020 monatlich 10 Euro in ein kapitalgedecktes Depot einzuzahlen. Eltern können bis zu 6.840 Euro jährlich zuzahlen – steuerfrei. Bei einer angenommenen Rendite von 7 % wächst das Depot selbst ohne Zuzahlung auf rund 53.000 Euro bis zum 65. Lebensjahr an. Jetzt Report zur Frühstartrente anfordern
Finanztip begrüßte in einer Stellungnahme vom 24. Juli 2026 die Einführung der Frühstartrente grundsätzlich als positiven Schritt für den Vermögensaufbau. Allerdings kritisierten Vertreter der Organisation die geplante Kostenobergrenze von 1 % als zu hoch und forderten stattdessen eine Deckelung auf 0,5 %.
Verwaltung und langfristige Perspektiven
Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Sicherstellung der Anlage für alle Berechtigten. Sollten Eltern keinen privaten Vertrag für ihr Kind abschließen, ist eine kollektive Anlage durch die Deutsche Bundesbank vorgesehen. Diese Form der Verwaltung kann bis zum 25. Lebensjahr fortgeführt werden. Mit Erreichen der Volljährigkeit besteht zudem die Möglichkeit, das angesparte Kapital in ein herkömmliches Altersvorsorgedepot zu überführen.
Eltern, die die staatliche Förderung optimal nutzen wollen, sollten die Zuzahlungsmöglichkeiten kennen. Bis zu 6.840 Euro jährlich können Sie zusätzlich einzahlen – ohne Abschlusskosten bis zum 18. Lebensjahr. Bei einer monatlichen Zuzahlung von nur 50 Euro sind laut Beispielrechnung bis zu 320.000 Euro möglich. Frühstartrente: So boostern Sie das Depot Ihres Kindes
Beispielrechnungen aus Regierungskreisen verdeutlichen das Potenzial bei einer angenommenen Rendite von 7 %. Ohne zusätzliche private Zuzahlungen könnte das Depot bis zum 65. Lebensjahr auf 53.000 Euro anwachsen. Bei einer monatlichen Zuzahlung von lediglich 10 Euro würde sich der Endbetrag auf 107.000 Euro erhöhen, während bei einem monatlichen Eigenanteil von 50 Euro ein Vermögen von 320.000 Euro prognostiziert wird.
Die fiskalischen Auswirkungen für den Bundeshaushalt werden für das Jahr 2027 auf 198 Millionen Euro geschätzt. Bis zum Jahr 2030 wird mit einem Anstieg der jährlichen Kosten auf 411 Millionen Euro gerechnet.
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