Frühstart-Rente: Staat zahlt 10 Euro monatlich für Kinder ab 2027
Veröffentlicht am: 24.07.2026 um 20:19 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Bundesregierung hat Pläne für eine sogenannte Frühstart-Rente vorgelegt, die Kindern und Jugendlichen einen frühzeitigen Einstieg in die private Altersvorsorge ermöglichen soll. Das Vorhaben sieht vor, dass der Staat über mehrere Jahre hinweg monatliche Beiträge in ein spezielles Vorsorgedepot einzahlt, um so den langfristigen Vermögensaufbau zu unterstützen. Ziel der Initiative ist es, die Finanzbildung zu fördern und den Aufbau von Kapital für das Alter unabhängig vom finanziellen Hintergrund des Elternhauses zu forcieren.
Gesetzlicher Rahmen und Förderungsdetails
Das Bundesfinanzministerium legte im Juli 2026 einen entsprechenden Gesetzentwurf vor, der sich derzeit in der Ressortabstimmung befindet. Die Regelung sieht vor, dass der Staat für Kinder im Alter zwischen 6 und 18 Jahren monatlich 10 Euro einzahlt. Förderberechtigt sollen demnach Kinder ab dem Geburtsjahrgang 2020 sein. Das geplante Inkrafttreten ist für den 1. Januar 2027 vorgesehen, wobei die Regelung rückwirkend zum 1. Januar 2026 wirksam werden soll.
Zusätzlich zu den staatlichen Leistungen ermöglicht der Entwurf private Zuzahlungen durch die Eltern oder andere Angehörige. Diese können bis zu einem Betrag von 6.840 Euro pro Jahr geleistet werden. Die Ansparphase ist steuerfrei gestaltet, während die spätere Auszahlung der nachgelagerten Besteuerung unterliegt. Eine Auszahlung des Kapitals ist frühestens mit dem Erreichen des 65. Lebensjahres vorgesehen. Bis zum 25. Lebensjahr besteht zudem die Option, das Guthaben in ein reguläres Altersvorsorgedepot zu übertragen.
Anlagestruktur und Kostenbegrenzung
Die geplante Frühstart-Rente bringt Ihrem Kind ab 2027 monatlich 10 Euro vom Staat – doch ohne eigenes Depot fließt das Geld in die kollektive Anlage der Bundesbank. Mit einer privaten Zuzahlung können Sie den Vermögensaufbau deutlich steigern. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen in drei Schritten, wie Sie das Beste aus der Förderung herausholen. Ratgeber zur Frühstart-Rente jetzt anfordern
Ein zentraler Aspekt des Entwurfs betrifft die Verwaltung der Gelder. Sollten Eltern kein eigenes Depot für ihr Kind eröffnen, erfolgt die Anlage kollektiv durch die Bundesbank. Diese investiert die Mittel in global diversifizierte Aktien oder Aktienfonds. Um die Renditechancen zu wahren, sieht das Bundesfinanzministerium für Standarddepots einen Effektivkostendeckel von 1 % vor. Bis zum 18. Lebensjahr der Versicherten sollen zudem keinerlei Abschluss- oder Vertriebskosten anfallen.
Experten des Portals Finanztip äußerten im Juli 2026 Kritik an der Höhe dieser Kostenobergrenze. Die Fachleute bewerteten den Deckel von 1 % als zu hoch angesetzt und forderten stattdessen eine Begrenzung auf 0,5 %, um die langfristige Wertentwicklung nicht unnötig zu schmälern.
Finanzielle Projektionen und staatliche Aufwendungen
Eltern, die die staatliche Förderung optimal nutzen wollen, sollten jetzt die Weichen stellen: Die Frühstart-Rente startet rückwirkend zum 1. Januar 2026 für Kinder ab Jahrgang 2020. Mit privaten Zuzahlungen von nur 10 Euro monatlich kann das Depot Ihres Kindes bei 7 % Rendite auf über 107.000 Euro anwachsen. Erfahren Sie, wie Sie die Kostenbremse nutzen und das richtige Depot wählen. Frühstart-Rente: So profitieren Sie
Das Bundesfinanzministerium untermauerte das Vorhaben mit verschiedenen Beispielrechnungen, die auf einer angenommenen Rendite von 7 % basieren. Ohne zusätzliche private Zuzahlungen könnte ein Depotwert von rund 53.000 Euro im Alter von 65 Jahren erreicht werden. Bei einer monatlichen privaten Zuzahlung von lediglich 10 Euro würde der Wert auf etwa 107.000 Euro ansteigen. Sollten monatlich 50 Euro privat investiert werden, prognostiziert das Ministerium einen Depotwert von zirka 320.000 Euro zum Zeitpunkt des Renteneintritts.
Die Kosten für den Bundeshaushalt sind für die kommenden Jahre bereits beziffert. Demnach werden für das Jahr 2027 Kosten von knapp 200 Millionen Euro erwartet. Bis zum Jahr 2030 sollen die jährlichen Ausgaben auf über 400 Millionen Euro ansteigen. Insgesamt kalkuliert die Bundesregierung für den Zeitraum bis 2030 mit Aufwendungen in Höhe von 1,2 Milliarden Euro für die Umsetzung der Frühstart-Rente.
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