Frühe Menopause: Herzerkrankungsrisiko steigt um 40 Prozent
05.06.2026 - 07:20:33 | boerse-global.de
Lebensjahr ein, steigt das Risiko für Herzerkrankungen drastisch. Das zeigt eine aktuelle Studie in JAMA Cardiology. Die Forscher werteten Daten von über 10.000 postmenopausalen Frauen zwischen 55 und 69 Jahren aus – mit eindeutigem Ergebnis: Das Risiko für koronare Herzerkrankungen erhöht sich um rund 40 Prozent.
Besonders für Frauen ab 55 Jahren wird die Überwachung der Herzgesundheit zur Priorität, da Bluthochdruck unbemerkt das Herzinfarktrisiko steigern kann. Ein renommierter Medizinprofessor erklärt in diesem kostenlosen Ratgeber, wie Sie Ihre Werte auf natürliche Weise regulieren. 7 Tipps zur natürlichen Blutdrucksenkung jetzt kostenlos herunterladen
Dabei gibt es leichte ethnische Unterschiede: Bei schwarzen Frauen lag das Risiko bei plus 41 Prozent, bei weißen Frauen bei 39 Prozent. Verantwortlich ist vor allem der Östrogenmangel, der durch den frühen Hormonumschwung die Gefäße schädigt.
Genetik bestimmt mit – Früherkennung entscheidend
„Der Zeitpunkt der Menopause ist genetisch mitbestimmt“, erklärt Dr. Priya Freaney von der Northwestern University. Ihre Forderung: Blutdruck und Cholesterinwerte frühzeitig überwachen, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen absolvieren. Nur so lasse sich das Herzinfarktrisiko senken.
Neben hormonellen Faktoren rücken neue Diagnoseverfahren in den Fokus. Forscher der Queen Mary University of London und des Berlin Institute of Health an der Charité entwickelten den OBSCORE. Dieser Risikoscore soll Krankheiten wie Diabetes oder Herzkrankheiten präziser vorhersagen als der herkömmliche BMI.
OBSCORE: Mehr als nur Gewicht
Die Auswertung von fast 200.000 Personen aus der UK Biobank zeigt: Der OBSCORE bezieht 20 Gesundheitswerte ein – darunter Blutzucker, Entzündungsmarker und Blutdruck. Das Ergebnis: Menschen mit ähnlichem Gewicht haben oft völlig unterschiedliche Risikoprofile.
Besonders bei leichtem Übergewicht sind zwischen 19 und 45 Prozent der Betroffenen bereits stark gefährdet. Der BMI allein bildet das nicht ab.
GLP-1-Präparate senken Brustkrebsrisiko
Vielversprechende Daten lieferte der Fachkongress ASCO 2026. Eine Analyse von über 110.000 Frauen zwischen 45 und 80 Jahren deutet darauf hin: GLP-1-Präparate senken das Brustkrebsrisiko um rund 30 Prozent. Der Effekt trat unabhängig von Alter oder Ausgangsgewicht auf.
Prof. Elizabeth McDonald von der University of Pennsylvania spricht von einem „wegweisenden“ Ergebnis für künftige Krebsprävention. Eine italienische Studie ergänzt: Die Medikamente verlängern das Überleben bei fortgeschrittenem Brustkrebs um fast 19 Monate.
Muskeln schützen – und Wassermelone hilft
Doch nicht nur Medikamente wirken. Eine Langzeitbeobachtung von über 5.000 älteren Frauen in JAMA Network Open belegt: Höhere Muskelkraft senkt die Sterblichkeit um 12 Prozent. Experten empfehlen zweimal wöchentliches Krafttraining.
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Auch die Ernährung spielt eine Rolle. Studien aus den Jahren 2022 und 2025 zeigen: Inhaltsstoffe wie L-Citrullin und Lycopin – etwa in Wassermelonen – senken den Blutdruck und verbessern die Gefäßgesundheit.
Diabetes und Vorhofflimmern: Gefährliches Duo
Ein besonderes Risiko birgt die Kombination von Diabetes und Vorhofflimmern. Die Deutsche Herzstiftung warnte am 3. Juni vor den Gefahren: Diabetes begünstigt Herzrhythmusstörungen, das Risiko für einen vorzeitigen Tod steigt um 61 Prozent.
Da Vorhofflimmern oft symptomlos verläuft, ist Früherkennung essenziell. Neben SGLT2-Hemmern oder Gerinnungshemmern zur Schlaganfallprävention empfehlen Experten Gewichtsreduktion und Tabakverzicht.
Psyche und Hormone: Wechselseitige Korrelation
Auch psychische Faktoren hängen eng mit hormonellen Prozessen zusammen. Eine schwedische Langzeitstudie (2001 bis 2022) zeigt: Frauen mit prämenstruellen Beschwerden (PMD) haben ein doppelt so hohes Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen oder ADHS.
Die Botschaft der Forscher: Frauengesundheit braucht eine ganzheitliche Betrachtung – Hormone, Herz, Psyche und Lebensstil gehören zusammen.
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