Freelancer-Prüfung: Validato bündelt Identitätschecks für 39 Euro pro Person
Veröffentlicht am: 02.10.2026 um 14:34 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Prüfdienstleister Validato fordert standardisierte Überprüfungsprozesse für Freelancer in der Industrie und im IT-Bereich. Das auf Hintergrundüberprüfungen und personelles Risikomanagement spezialisierte Unternehmen empfiehlt Organisationen, freie Mitarbeitende wie externe Lieferanten zu behandeln und vor dem Arbeitsantritt einer strukturierten Identitäts- und Adressprüfung zu unterziehen.
Wie aus einem Bericht vom 2. Oktober 2026 hervorgeht, bietet das Unternehmen hierfür ein Prüfmodul an, das Identitätsüberprüfungen, Adressbestätigungen sowie Abgleiche mit internationalen Sanktions- und Risikolisten bündelt. Die Kosten liegen bei 39 Euro pro geprüfter Person, wobei weder Rahmenverträge noch Mindestabnahmemengen vorausgesetzt werden.
Sicherheitslücken beim Onboarding von Fremdkräften
Hintergrund der Initiative sind wiederkehrende Kontrollmängel in der betrieblichen Praxis. Nach Angaben von Validato laufen Kommunikation und Abrechnungen bei externen Auftragnehmern nicht selten über veraltete Kontaktdaten oder reine Briefkastenadressen.
Reto Marti, Managing Partner bei Validato, verwies darauf, dass Freelancer in Unternehmen häufig bereits am Tag ihrer Beauftragung weitreichenden Systemzugang erhalten, ohne dass zuvor deren tatsächliche Identität oder Wohnanschrift formal verifiziert worden seien.
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Auch Anbieter wie Sumsub weisen darauf hin, dass Identitätsrisiken in der Belegschaft den gesamten Lebenszyklus von Mitarbeitenden betreffen und nicht auf das Onboarding beschränkt sind. Das Marktforschungsunternehmen Gartner nennt dabei Kontowiederherstellungen und den Helpdesk als maßgebliche Treiber für das unternehmerische Interesse an Verifizierungslösungen.
Wachsender internationaler Regulierungsdruck
Die Debatte um schärfere Kontrollen bei flexiblen Arbeitskräften gewinnt auch international an Dynamik. In Großbritannien erweiterte das Innenministerium die zivilrechtliche Haftung für illegale Beschäftigung über reguläre Arbeitsverhältnisse hinaus auf Verträge mit selbstständigen Auftragnehmern, Subunternehmerregelungen und digitale Vermittlungsplattformen. Bei Verstößen drohen Organisationen Strafen von bis zu 60.000 Pfund pro Person, sofern vorgeschriebene Überprüfungen vor Arbeitsantritt unterbleiben.
Dr. Tarek Nechma, Vorstandsvorsitzender des Verifizierungsdienstleisters ComplyCube, hob in diesem Zusammenhang hervor, dass die zentrale Herausforderung künftig nicht mehr allein in der Erstprüfung liege, sondern im kontinuierlichen Nachweis, dass die tatsächlich arbeitende Person mit der zuvor geprüften übereinstimme.
Praktiken wie die Weitergabe von Benutzerkonten oder unangekündigte Vertretungen könnten andernfalls erhebliche Kontrolllücken zwischen der Überprüfung und der tatsächlichen Arbeitsausführung aufwerfen.
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Zunehmende Automatisierung im Risikomanagement
Parallel zu den regulatorischen Anforderungen verlagert sich das Management von Drittparteien zunehmend auf automatisierte Plattformen. Dienstleister wie ProHance, Charted oder ThirdNexa bieten spezialisierte Systeme an, um vertragliche Verpflichtungen, Betrugsrisiken bei Überweisungen sowie regulatorische Vorgaben für externe Belegschaften zu überwachen.
Die fortschreitende Professionalisierung zeigt, dass die Verifizierung externer Spezialisten in Beschaffung und Personalverwaltung künftig eine zentrale Voraussetzung für die Absicherung betrieblicher IT- und Compliance-Strukturen darstellt.
