Frankreich lockt 109 Milliarden Euro KI-Investitionen – SoftBank baut Mega-Rechenzentren
17.06.2026 - 07:23:46 | boerse-global.de
Die französische Regierung treibt die Entwicklung eigener KI-Technologien massiv voran – und setzt dabei auf Unabhängigkeit von US-Konzernen.
Premierminister Sébastien Lecornu kündigte am Dienstag zusätzliche 655 Millionen Euro für das Förderprogramm France 2030 an. Das Geld fließt in die Entwicklung künstlicher Intelligenz, die in öffentlichen Diensten, Forschung und Industrie zum Einsatz kommen soll. Die Ankündigung erfolgte am Vorabend der VivaTech 2026, Europas größter Technologiemesse in Paris.
Während Staaten Milliarden in die eigene Souveränität investieren, können auch Privatanleger von diesem massiven Marktwachstum profitieren. Ein exklusiver Report analysiert die drei aussichtsreichsten Unternehmen, die im globalen KI-Rennen derzeit die Nase vorn haben. Die 3 größten KI-Gewinner-Aktien jetzt kostenlos entdecken
Eigenentwicklung statt US-Software
Ein Schwerpunkt liegt auf der Digitalisierung der Verwaltung. Rund eine Million Beamte sollen künftig den KI-Assistenten „Assistant IA“ nutzen. Das System basiert auf Technologie des französischen Start-ups Mistral und kostete rund 700.000 Euro in der Entwicklung. Es unterstützt bei Verwaltungsaufgaben, juristischen Recherchen und der Bearbeitung von Forschungsanträgen.
Bis Jahresende soll zudem ein Gesundheits-KI-Assistent auf der Plattform Ameli starten. Parallel entsteht eine neue öffentliche Datenplattform für KI-Entwickler sowie das Portal GenIAl, das von den Ministerien für Justiz und Inneres genutzt wird.
Lecornu verglich den KI-Wandel mit der Erfindung von Elektrizität oder Internet: „Frankreich muss diese Entwicklung anführen, nicht ihr ausgeliefert sein.“
DGSI steigt von Palantir auf ChapsVision um
Besonders brisant: Der Inlandsgeheimdienst DGSI ersetzt die Software des US-Konzerns Palantir durch eine Lösung des französischen Anbieters ChapsVision. Der Wechsel wird mehrere Jahre dauern, der bestehende Vertrag mit Palantir bleibt während der Übergangsphase bestehen. Die Entscheidung folgt auf Fälle, in denen ausländische Mächte den Zugang zu KI-Modellen wie Anthropics „Fable“ blockierten. „Der Staat kann bei seinen Kernaufgaben nicht von ausländischen Werkzeugen abhängig sein“, so Lecornu.
Milliarden aus Japan für Rechenzentren
Die Ankündigung fällt mit dem G7-Gipfel zusammen, der vom 15. bis 17. Juni in Frankreich stattfand. Präsident Emmanuel Macron positioniert das Land als europäisches KI-Zentrum – gestützt auf die Atomkraft, die energieintensive Rechenzentren zuverlässig versorgen kann.
Mit der zunehmenden Integration von KI in den staatlichen Sektor steigen auch die regulatorischen Anforderungen für Unternehmen in Europa drastisch. Dieser kostenlose Umsetzungsleitfaden bietet Ihnen einen kompakten Überblick über alle neuen Pflichten und Fristen der EU-KI-Verordnung. Kostenlosen Leitfaden zum EU AI Act hier herunterladen
Internationale Investoren reagieren: Der japanische Konzern SoftBank hat bis zu 75 Milliarden Euro für den Aufbau von KI-Rechenzentren mit einer Kapazität von fünf Gigawatt zugesagt. Beim Investorengipfel „Choose France“ wurden insgesamt 93 Milliarden Euro an Zusagen gesammelt. Rechnet man alle KI-Investitionen zusammen, ergibt sich ein Volumen von 109 Milliarden Euro für Frankreich.
Ob der Schwung bis zur Präsidentschaftswahl 2027 anhält, bleibt abzuwarten. Die politische Unsicherheit könnte langfristige Großprojekte bremsen. Dass Branchengrößen wie OpenAI-Chef Sam Altman regelmäßig in Paris auftauchen, zeigt jedoch: Frankreich bleibt im globalen KI-Diskurs ein gewichtiger Akteur.
