Frankreich, Historisches

Frankreich: Historisches Social-Media-Verbot für unter 15-Jährige ab September

Veröffentlicht am: 22.07.2026 um 08:33 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Frankreich verabschiedet als erstes EU-Land ein Gesetz, das TikTok & Co. für unter 15-Jährige sperrt. Die Umsetzung startet im September.

Frankreich beschließt Social-Media-Verbot für Minderjährige
Smartphone auf einem Schreibtisch mit digitalem Altersverifikations-Sperrsymbol für Social-Media-Beschränkungen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Frankreich hat als erstes EU-Land ein umfassendes Social-Media-Verbot für Minderjährige beschlossen. Das Parlament verabschiedete das Gesetz am 21. Juli 2026 mit großer Mehrheit. Ab September müssen Plattformen wie TikTok und Instagram neue Accounts für unter 15-Jährige blockieren.

Ein historischer Schritt zum Schutz von Kindern

Die französische Nationalversammlung stimmte mit 279 zu 81 Stimmen für das Gesetz, der Senat sogar mit 243 zu 2 Stimmen. Präsident Macron feierte die Entscheidung als „großen Fortschritt“ für den Schutz Minderjähriger. Nur die linkspopulistische Partei France Unbowed stimmte geschlossen dagegen.

Die Regelung geht über reine Verbote hinaus: Auch die Handynutzung in weiterführenden Schulen wird eingeschränkt. Frankreich reagiert damit auf wachsende Sorgen über die psychischen Auswirkungen sozialer Medien auf Jugendliche. In den vergangenen Monaten hatten mehrere Familien rechtliche Schritte gegen Plattformen wie TikTok eingeleitet.

Stufenweise Einführung ab September

Der Zeitplan ist ambitioniert. Ab dem 1. September 2026 müssen Plattformen die Erstellung neuer Accounts für unter 15-Jährige verhindern. Bestehende Accounts dieser Altersgruppe müssen bis zum 1. Januar 2027 geschlossen oder in Einklang mit dem Gesetz gebracht werden.

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Noch steht allerdings die verfassungsrechtliche Prüfung aus. Das französische Verfassungsgericht muss die Regelung absegnen – andernfalls könnte sich die Einführung verzögern.

Ausnahmen für Bildungsplattformen

Das Gesetz zielt gezielt auf soziale Netzwerke. Ausgenommen sind ausdrücklich Bildungsplattformen, Online-Enzyklopädien und bestimmte Open-Source-Verzeichnisse. Die Plattformen müssen zudem robuste Altersverifikationssysteme einführen, die von der nationalen Datenschutzbehörde genehmigt werden müssen.

Europa zieht nach

Frankreich ist nicht allein mit diesem Vorstoß. Australien hatte Ende 2024 als erstes Land weltweit ein Verbot für unter 16-Jährige erlassen. In Europa denken mehrere Länder über ähnliche Maßnahmen nach: Großbritannien plant ein Verbot für unter 16-Jährige sowie eine digitale Ausgangssperre für 16- und 17-Jährige zwischen Mitternacht und 6 Uhr morgens. Auch Spanien, Dänemark und Griechenland prüfen eigene Regelungen.

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Die EU-Kommission will nach dem Sommer 2026 ebenfalls umfassende Maßnahmen vorschlagen. Ein einheitlicher europäischer Rahmen zeichnet sich ab – Frankreich hat die Richtung vorgegeben.

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