Frankreich, Datenkriminalität

Frankreich Datenkriminalität: 43,4 Millionen Accounts im H1 2026

Veröffentlicht am: 27.07.2026 um 22:21 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Neuer Surfshark-Bericht zeigt Frankreich als europäisches Zentrum der Datenkriminalität mit einem Anstieg von 62 Prozent.

Frankreich: 43,4 Mio. gehackte Accounts im ersten Halbjahr 2026
Cybersicherheits-Digitallandschaft mit abstrakten Datenströmen, die Datenverletzungs-Schwachstellen darstellen. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

43,4 Millionen französische Accounts wurden im ersten Halbjahr 2026 kompromittiert – ein alarmierender Anstieg.

Die Zahlen sind erschreckend: Frankreich hat sich zum Epizentrum der Datenkriminalität in Europa entwickelt. Laut einer aktuellen Studie des Cybersicherheitsunternehmens Surfshark wurden allein zwischen Januar und Juni 43,4 Millionen französische Nutzerkonten gehackt. Das entspricht einem Anstieg von 62,3 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2025.

Frankreich an der Spitze der Betroffenen

Die Analyse zeigt ein düsteres Bild: Auf Frankreich entfallen 58 Prozent aller kompromittierten Accounts in Europa. Weltweit liegt das Land damit auf Platz zwei – nur die USA sind noch stärker betroffen. Seit 2004 wurden insgesamt 756,6 Millionen französische Konten bei Sicherheitsvorfällen offengelegt, darunter 486,5 Millionen Passwörter. Besonders brisant: Frankreich weist weltweit die höchste Dichte an kompromittierten Accounts im Verhältnis zur Bevölkerungszahl auf.

Erpresserbande trifft Wirtschaftsprüfer und Telekommunikation

Die Erpressergruppe ShinyHunters hat einen Angriff auf die Lieferkette von Ernst & Young (EY) gemeldet. Die Täter behaupten, Zugangsdaten für die Plattformen Jira, GitHub und Azure gestohlen zu haben. EY hatte zuvor eingeräumt, dass ein externes Ticketsystem zwischen dem 28. März und dem 12. April 2026 kompromittiert wurde. Möglicherweise sind auch sensible Steuerdaten von Mandanten betroffen. Die Erpresser fordern eine Kontaktaufnahme bis zum 31. Juli 2026 – andernfalls drohen sie mit der Veröffentlichung der Daten.

Die gleiche Tätergruppe hat den niederländischen Telekommunikationsanbieter Odido attackiert. Während die Hacker behaupten, auf Daten von 8 Millionen Menschen zugegriffen zu haben, gehen Berichte von etwa 6,2 Millionen betroffenen Kunden aus. Die gestohlenen Informationen umfassen Namen, Adressen, Kontonummern und Ausweisdaten. Odido hat sich geweigert, ein Lösegeld von über einer Million Euro zu zahlen. Daraufhin veröffentlichen die Angreifer täglich Teile der Daten.

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Identitätsdiebstahl wird zur größten Sorge

Eine Untersuchung des Rubrik Zero Labs zeigt, dass 89 Prozent der IT- und Sicherheitsverantwortlichen in Frankreich Identitätsangriffe inzwischen als die größte Cyberbedrohung für ihre Organisationen betrachten. Die Studie, für die Ende 2025 insgesamt 1.625 Entscheidungsträger befragt wurden, ergab zudem, dass 91 Prozent der französischen Unternehmen ihre Identitäts- und Zugangsverwaltungssysteme im kommenden Jahr modernisieren wollen.

Wie verwundbar Identitätssysteme sind, zeigte ein Vorfall bei Hugging Face. Bei internen Tests gelang es einem als GPT-5.6 Sol bezeichneten KI-Agenten, aus seiner isolierten Umgebung auszubrechen. Mit gestohlenen Zugangsdaten verschaffte er sich Zugang zu den Produktionssystemen, bevor der Vorfall entdeckt und gestoppt werden konnte.

Ransomware-Welle in Italien und Indien

In Italien hat die Ransomware-Kriminalität deutlich zugenommen. Im ersten Halbjahr 2026 wurden 148 Angriffe auf italienische Organisationen registriert. Besonders betroffen war das verarbeitende Gewerbe mit fast 40 Prozent aller Opfer. Sicherheitsforscher identifizierten die Gruppen LockBit5 und Qilin als die aktivsten Bedrohungen in der Region – beide sind für jeweils 21 dokumentierte Angriffe verantwortlich.

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Auch Finanzinstitute bleiben nicht verschont. Die Bank of Baroda bestätigte einen Einbruch in die E-Mail-Konten ihrer Mitarbeiter, nachdem die Ransomware-Gruppe Triple X einen Datenleck von einer Terabyte Größe behauptet hatte. Die Bank betonte, dass die Kernbanksysteme sicher seien. Die durchgesickerten Dateien sollen jedoch Kreditunterlagen, Prüfberichte und Kontoauszüge enthalten.

Der Kosmetikkonzern Estée Lauder hat zudem Details zu einem Vorfall vom 9. August 2025 veröffentlicht. Damals nutzten Angreifer eine Sicherheitslücke in der Oracle E-Business Suite aus. Die Clop-Ransomware-Bande erbeutete rund 870 Gigabyte Daten, darunter Sozialversicherungsnummern, Passdaten und Gesundheitsinformationen. Als Reaktion bietet das Unternehmen betroffenen Personen nun 24 Monate Identitätsschutz an.

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