Fortschritte, Demenzforschung

Fortschritte in der Demenzforschung: Prävention und neue Immunzellen

24.05.2026 - 05:44:52 | boerse-global.de

Neue Studien zeigen: Rauchstopp, Schlaf und geistige Aktivität schützen vor Demenz. Forscher entdecken zudem unbekannte Immunzellen im Gehirn.

Fortschritte in der Demenzforschung: Prävention und neue Immunzellen - Foto: über boerse-global.de
Fortschritte in der Demenzforschung: Prävention und neue Immunzellen - Foto: über boerse-global.de

Das zeigen aktuelle Daten der WHO und der Lancet-Kommission. In Deutschland leben derzeit rund 1,8 Millionen Menschen mit einer Demenzdiagnose, jährlich kommen etwa 450.000 Neuerkrankungen hinzu. Während die Wissenschaft neue immunologische Therapieansätze untersucht, rückt die Prävention durch Kontrolle von Gefäß- und Stoffwechselgesundheit in den Fokus.

Anzeige

Vergesslichkeit ab 50: Wann ist es normal – und wann ein Warnsignal? Ein kostenloser Selbsttest zeigt, wie es wirklich um Ihre geistige Fitness steht. Diese 11 Alltagsübungen halten Ihr Gehirn bis ins hohe Alter fit

Rauchstopp senkt Risiko um 16 Prozent

Die Lancet-Kommission hat 14 Risikofaktoren definiert, die das Erkrankungsrisiko beeinflussen. Zu den wichtigsten zählen Hörverlust (acht Prozent der Fälle) und Rauchen (fünf Prozent). Weitere Faktoren sind Depressionen, soziale Isolation, Kopfverletzungen, Bluthochdruck, Bewegungsmangel und Diabetes.

Eine Langzeitstudie der Zhejiang University mit über 32.800 Teilnehmern zeigt: Wer mit dem Rauchen aufhört, senkt sein Demenzrisiko um 16 Prozent. Nach etwa sieben Jahren erreicht das Risiko das Niveau von lebenslangen Nichtrauchern. Allerdings gibt es eine Einschränkung: Eine starke Gewichtszunahme von mehr als zehn Kilogramm nach dem Rauchstopp kann den Vorteil zunichtemachen. Bei moderater Zunahme von maximal fünd Kilogramm bleibt der Schutz bestehen.

Der Mediziner Dietrich Grönemeyer betont: Demenz wird zunehmend als Resultat langfristiger Schädigungen an Gefäßen und dem Gehirnstoffwechsel verstanden.

Neue Immunzellen im Gehirn entdeckt

Wissenschaftler der Universität Augsburg melden einen Durchbruch auf zellulärer Ebene. Mit der neuen Mikroskopie-Technik „CODEX-CNS“ analysierten sie über 704.000 Zellen im Gehirn. Dabei entdeckten sie eine bislang unbekannte Gruppe von Immunzellen: die „human plaque-associated microglia“ (HPAM).

Diese Zellen sammeln sich fast ausschließlich an den für Alzheimer typischen Amyloid-Plaques. Sie weisen Marker für Entzündungsprozesse und aktive Auäräumvorgänge auf. Die Ergebnisse wurden in Nature Neuroscience veröffentlicht und eröffnen neue Perspektiven für Therapien, die gezielt Immunzellen steuern.

Anzeige

Viele Deutsche merken gar nicht, dass ihre Augen schwächer werden – bis es zu spät ist. Dieser kostenlose 3-Minuten-Test zeigt Ihnen sofort, wie es um Ihre Sehkraft wirklich steht. Sehtest ohne Arzttermin: In 3 Minuten wissen, ob Ihre Augen noch fit sind

Omega-3-Kapseln: Vorsicht bei Risikogen

Eine chinesische Studie mit 800 Probanden zwischen 55 und 90 Jahren stellt den Nutzen von Omega-3-Präparaten infrage. Über fünf Jahre beobachtet, deuten die Daten darauf hin, dass solche Kapseln den kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen sogar beschleunigen könnten. Besonders betroffen: Träger des APOE4-Gens, das das Alzheimer-Risiko ohnehin erhöht. Gehirnscans zeigten bei dieser Gruppe einen verstärkten Rückgang des Glukose-Stoffwechsels.

Positive Signale kommen dagegen aus Japan. Die Kyushu University untersuchte Procyanidin C1 (PC1), das in Kakao, Zimt und Weintrauben vorkommt. In Mäuseversuchen verbesserte der Stoff die kognitiven Fähigkeiten. Die Forscher empfehlen den regelmäßigen Verzehr entsprechender Lebensmittel als potenziellen Schutz.

Schlaf als zentrale Schaltstelle

Wissenschaftler der TU Dresden betonen die fundamentale Bedeutung des Schlafs. In einer Studie an Fadenwürmern identifizierten sie das Hormon Somatostatin als zentralen Regler. Über ein einzelnes Schlaf-Neuron steuert es Gedächtnis, Stoffwechsel und Lebensdauer. Schlaf fungiert demnach als zentrale Schaltstelle für die Regeneration neuronaler Kapazitäten. Die Ergebnisse erschienen in Science Advances.

Geistige Fitness im Alter: Einstellung entscheidet

Eine Studie der Yale University mit über 11.000 Teilnehmern (Durchschnittsalter 68 Jahre) zeigt: Geistige und körperliche Fähigkeiten müssen im Alter nicht zwangsläufig nachlassen. Über einen Beobachtungszeitraum von bis zu 12 Jahren verbesserte sich bei einem Drittel der Probanden die Denkleistung, ein Viertel entwickelte eine höhere Gehgeschwindigkeit.

Entscheidend sei die persönliche Einstellung zum Älterwerden, so die Forscher. Eine bejahende Haltung fördere den Erhalt und Ausbau kognitiver Reserven. Eine britische Studie mit über 3.500 Teilnehmern ergab zudem: Regelmäßige kulturelle Aktivitäten wie Museumsbesuche oder Konzerte senken das biologische Alter um etwa ein Jahr – vergleichbar mit regelmäßiger Bewegung.

Ausblick: Woche der Demenz und neue Therapien

Vom 20. bis 27. September 2026 ist die „Woche der Demenz“ geplant. Initiativen wie das „DemenzNetz_C“ im Chemnitzer Tierpark erproben bereits demenzsensible Führungen. In Greven bieten die Malteser Begegnungsstätten nach dem Silviahemmet-Konzept an.

Die Forschung wird sich künftig darauf konzentrieren, die Erkenntnisse über HPAM-Immunzellen in klinische Therapien zu übersetzen. Ob die neu entdeckten Mechanismen kurzfristig zu neuen Medikamenten führen, bleibt abzuwarten. Klar ist: Die Kontrolle von Blutdruck und Blutzucker sowie soziale und geistige Aktivität bieten bereits heute wirksame Strategien gegen Demenz.

So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!

<b>So schätzen die Börsenprofis Aktien ein!</b>
Seit 2005 liefert der Börsenbrief trading-notes verlässliche Anlage-Empfehlungen – dreimal pro Woche, direkt ins Postfach. 100% kostenlos. 100% Expertenwissen. Trage einfach deine E-Mail Adresse ein und verpasse ab heute keine Top-Chance mehr. Jetzt abonnieren.
Für. Immer. Kostenlos.
de | wissenschaft | 69409962 |