FOP, Pasatru

FOP: Pasatru verhindert neue Knochenherde in 84-Wochen-Studie

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 20:30 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Bis Woche 84 traten mit Pasatru keine neuen Knochenläsionen auf; Placebo-Patienten entwickelten neun.

Regeneron meldet OPTIMA-Langzeitdaten zu Pasatru bei FOP
Ein steriler Labortisch in einer modernen medizinischen Forschungseinrichtung mit weichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung der ultra-seltenen genetischen Erkrankung Fibrodysplasia Ossificans Progressiva (FOP) steht vor neuen klinischen Fortschritten. Auf der Jahrestagung der American Society for Bone and Mineral Research (ASBMR) stellte das Pharmaunternehmen Regeneron im Rahmen einer Late-Breaking-Session die 84-Wochen-Ergebnisse der Phase-3-Studie OPTIMA zu seinem Wirkstoff Pasatru (garetosmab-grts) bei erwachsenen Patienten vor. Die computertomografisch (CT) erhobenen Langzeitdaten verdeutlichen eine anhaltende Unterdrückung von krankheitstypischen Knochenneubildungen.

Vollständige Vermeidung neuer Läsionen im Langzeitverlauf

Im Beobachtungszeitraum von Woche 56 bis Woche 84 traten unter der Verabreichung von Pasatru keine neuen heterotopen Ossifikations(HO)-Läsionen auf. In der Vergleichsgruppe unter Placebo wurden im selben Zeitraum hingegen 9 neue Läsionen registriert. Darüber hinaus zeigte sich bei einer Läsion, die in Woche 56 in der Dosierungsgruppe mit 3 mg/kg detektiert worden war, bis Woche 84 keine computertomografische Nachweisbarkeit mehr.

Auch bei den kliniker-bewerteten Krankheitsschüben (Flare-ups) ergaben sich von Woche 56 bis Woche 84 deutliche Unterschiede zwischen den Studienarmen.

Während in der Gruppe mit einer Dosis von 10 mg/kg Pasatru lediglich 1 neuer Schub dokumentiert wurde, traten in der Gruppe mit 3 mg/kg 14 Schübe auf. In der Placebogruppe wurden im gleichen Intervall 17 neue Schübe verzeichnet.

Design der OPTIMA-Studie und bisherige Endpunkte

Bei OPTIMA handelt es sich um eine globale, multizentrische, randomisierte, doppelblinde und placebokontrollierte Untersuchung. Insgesamt nahmen 63 Probanden ab einem Alter von 18 Jahren teil. Sie erhielten über einen Zeitraum von 56 Wochen alle 4 Wochen intravenöse Gaben von entweder Pasatru in einer Dosierung von 10 mg/kg, Pasatru mit 3 mg/kg oder Placebo. 58 der Teilnehmer beendeten die anschließende doppelblinde Studienverlängerung bis mindestens Woche 84.

Anzeige

Neue Knochenherde trotz laufender Behandlung — das ist die zentrale Sorge bei FOP. Die 84-Wochen-Daten der Phase-3-Studie OPTIMA zeigen jetzt, wie Pasatru im Langzeitverlauf wirkt: In der Verlängerung von Woche 56 bis 84 traten unter dem Wirkstoff keine neuen HO-Läsionen auf, während in der Placebogruppe 9 neue Läsionen registriert wurden. Jetzt kostenlosen Leitfaden mit Studien-Überblick und Arzt-Checkliste anfordern

Bereits in Woche 56 hatte die Studie ihren primären Endpunkt erreicht: Eine Reduktion neuer HO-Läsionen um mindestens 90 Prozent konnte nachgewiesen werden. Diese Daten wurden im Fachjournal The Lancet publiziert. Bei FOP handelt es sich um eine Erkrankung, von der weltweit rund 900 diagnostizierte Personen betroffen sind und die mit einer medianen Überlebenszeit von etwa 56 Jahren einhergeht.

Sicherheitsprofil und regulatorischer Status

Das Sicherheitsprofil von Pasatru in Woche 84 erwies sich als konsistent mit den Beobachtungen aus Woche 56. Als häufigste behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse traten Akne in der 10-mg/kg-Gruppe sowie Nasenbluten (Epistaxis) in der 3-mg/kg-Gruppe auf, wobei die Fälle von Epistaxis ausnahmslos als nicht schwerwiegend eingestuft wurden.

Haut- und Weichteilinfektionen betrafen 33 Prozent der Teilnehmer unter Placebo, 53 Prozent in der 3-mg/kg-Gruppe und 78 Prozent unter 10 mg/kg. Alle Infektionen klangen unter medizinischem Management ab; Therapieabbrüche oder Todesfälle wurden nicht verzeichnet.

Zu den behördlichen Sicherheitswarnungen für Pasatru zählen das Risiko einer Schädigung des ungeborenen Kindes, weshalb eine wirksame Verhütung erforderlich ist, sowie potenzielle schwere Hautinfektionen, Nasenbluten und mögliche Effekte auf die männliche Fertilität.

Anzeige

Die EU-Zulassung für Pasatru ist noch nicht erteilt — der Antrag liegt bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur in Prüfung. Für Betroffene und Angehörige heißt das: genau wissen, wo das Verfahren steht und welche Schritte jetzt sinnvoll sind. Unser Leitfaden fasst den regulatorischen Stand zusammen und gibt Ihnen eine Checkliste für das nächste Arztgespräch. Überblick zum EMA-Status und Arzt-Checkliste jetzt sichern

In den USA besitzt Pasatru auf Basis der 56-Wochen-Ergebnisse bereits eine Zulassung durch die Food and Drug Administration (FDA) zur Reduktion neuer HO-Läsionen und kliniker-bewerteter Schübe bei Erwachsenen mit FOP. In der Europäischen Union befindet sich ein entsprechender Zulassungsantrag bei der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) in der Prüfung.

Weitere Einreichungen plant Regeneron unter anderem in Japan. Zur Erforschung der Wirksamkeit und Sicherheit bei jüngeren Patienten soll zudem die Phase-3-Studie OPTIMA 2 bei Kindern und Jugendlichen mit FOP später im Jahr 2026 beginnen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70305665 |