Flugverkehr, Powerbanks

Flugverkehr: Powerbanks im Handgepäck ab sofort strikt begrenzt

31.05.2026 - 10:18:18 | boerse-global.de

Weltweit verschärfen Airlines die Regeln für Powerbanks im Handgepäck. Grund sind zunehmende Brandvorfälle durch Lithium-Batterien an Bord.

Flugverkehr: Powerbanks im Handgepäck ab sofort strikt begrenzt - Bild: über boerse-global.de
Flugverkehr: Powerbanks im Handgepäck ab sofort strikt begrenzt - Bild: über boerse-global.de

Grund sind zunehmende Sicherheitsvorfälle mit Lithium-Batterien an Bord.

Neue Beschränkungen für Handgepäck

Die Internationale Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) veröffentlichte Ende März 2026 ein ergänzendes Regelwerk, das in 193 Mitgliedsstaaten schrittweise umgesetzt wird. Ziel ist es, Brandrisiken durch tragbare Stromquellen an Bord zu minimieren.

In Großbritannien erließ die Luftfahrtbehörde CAA im März 2026 neue Richtlinien, die große Fluggesellschaften wie British Airways im Mai übernommen haben. Powerbanks und lose Ersatzakkus sind demnach strikt im Aufgabegepäck verboten. Pro Passagier sind maximal zwei Powerbanks erlaubt – diese müssen in der Sitz- oder einer Tasche unter dem Sitz verstaut werden, nicht in den Gepäckfächern. Das Aufladen von Powerbanks während des Flugs ist untersagt.

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Auch die Lufthansa Group mit ihren Töchtern Swiss, Edelweiss und Eurowings zog zu Jahresbeginn nach. Der Auslöser: Ein EasyJet-Flug von Hurghada nach London musste im Mai 2026 in Rom zwischenlanden, nachdem eine Powerbank im Frachtraum ein Gerät geladen hatte. Laut FAA-Daten gab es 2025 insgesamt 39 bestätigte Lithium-Batterie-Vorfälle an Bord von Flugzeugen.

Asien geht noch weiter

Japan verschärfte die Regeln am 24. April 2026 deutlich: Natrium-Ionen-Akkus – auch in Powerbanks und Handventilatoren – sind nun sowohl im Hand- als auch im Aufgabegepäck verboten. China hatte bereits im Juni 2025 eine CCC-Zertifizierungspflicht für Powerbanks im Inlandsflugverkehr eingeführt.

Hersteller setzen auf Akku-Upgrades

Steigende Hardwarekosten lassen Verbraucher ihre Smartphones länger nutzen. Die Industrie reagiert mit offiziellen Akku-Tauschprogrammen für leistungsstärkere Zellen.

Xiaomi startete Ende Mai 2026 ein Programm in China, bei dem Besitzer der Xiaomi-13-Serie ihre Akkus gegen höhere Kapazitäten tauschen können – für umgerechnet rund 24 Euro. Das Xiaomi 13 Pro etwa steigt von 4.820 mAh auf 5.361 mAh.

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Vivo forscht an einem ähnlichen Dienst mit sogenannten „Blue Ocean"-Zellen, die älteren Modellen 500 bis 1.500 mAh mehr Kapazität bringen sollen. Branchenbeobachter sehen einen klaren Trend: Immer mehr Nutzer legen Wert auf Akku-Gesundheit, zumal Service-Center einen Austausch empfehlen, sobald die maximale Kapazität unter 80 Prozent fällt.

Kühlere Technik für mehr Sicherheit

Neue Hardware setzt auf bessere Wärmeableitung und Langlebigkeit. TORRAS brachte Ende Mai die MiniMag Pro Serie auf den Markt, die auf Halb-Feststoff-Batterietechnik setzt. Die Oberflächentemperatur bleibt bei etwa 37 Grad Celsius – selbst beim magnetischen Wireless-Charging, das sonst schnell überhitzt.

Anker erweiterte sein Sortiment um die Nano Power Bank mit Graphen-Kühltechnik und feuerfestem Gehäuse. Das Gerät, das Ende Mai in Japan vorbestellt werden konnte, bietet per App eine Batterie-Diagnose zur Überwachung der Zellgesundheit.

Realme testete sein P4 Power 5G mit einem 10.001-mAh-Akku, der nach 1.650 Ladezyklen noch über 80 Prozent Kapazität behalten soll – das entspricht acht Jahren Nutzung. Und auf Crowdfunding-Plattformen startete die Solly Power Bank: ein 300-Watt-Feststoffgerät mit integrierten Solarzellen und Mehrstecker-System, Auslieferung ab August 2026.

Die unterschätzte Gefahr

Diese Entwicklungen kommen nicht zu früh. Ende 2025 führte ein Großbrand in Japan, den Ermittler auf einen online gekauften chinesischen Großakku zurückführten, die Risiken unzertifizierter oder gealterter Lithium-Ionen-Produkte drastisch vor Augen. Ein Problem, das mit der wachsenden Zahl an Powerbanks im Alltag weiter zunehmen dürfte.

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