Flughafen, Tallinn

Flughafen Tallinn: Auve Tech fährt mit MiCa-Shuttles ohne Operator an Bord

Veröffentlicht am: 12.10.2026 um 04:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Auve Tech betreibt MiCa-Shuttles in Tallinn fahrerlos; XPENG testet Robotaxis und plant internationale Versuche ab 2027.

Auve Tech fährt am Flughafen Tallinn ohne Operator an Bord
Weitläufiges Rollfeld vor einer Reihe von Flugzeughangars an einem Flughafen bei Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Auf dem Gelände des Flughafens Tallinn hat das estnische Unternehmen Auve Tech den fahrerlosen Betrieb seiner MiCa-Shuttles ausgeweitet. Wie mehrere Medien Anfang Oktober 2026 berichteten, verkehren die Fahrzeuge dort erstmals gänzlich ohne Sicherheitsoperator an Bord.

Die offizielle Genehmigung für den Verzicht auf das Begleitpersonal im Fahrzeug erhielt das Unternehmen im August 2026. Damit gilt Auve Tech den Berichten zufolge als erster europäischer Betreiber eines autonomen Passagiertransports an einem Flughafen, der ohne Onboard-Operator auskommt.

Level-4-Technik im regulären Flughafenbetrieb

Bei den eingesetzten Fahrzeugen handelt es sich um elektrisch angetriebene MiCa-Shuttles, die auf ein autonomes Fahren nach Level 4 ausgelegt sind und bis zu acht Passagieren Platz bieten. Zur Navigation und Umfelderkennung verfügt jedes Shuttle über zehn Kameras sowie sieben Lasersensoren, die eine vollständige Rundumsicht ermöglichen.

Die feste Fahrtstrecke führt unter anderem nah an geparkten Flugzeugen vorbei. Eingesetzt werden die Fahrzeuge für den Wartungsdienstleister Magnetic MRO, um Fachkräfte, Werkzeuge und Ersatzteile zwischen den Hangars zu befördern. Die Kooperation zwischen Auve Tech und Magnetic MRO besteht seit 2023, als auch die ersten Testfahrten begannen.

Seit 2025 läuft der Dienst auf kommerzieller Basis, fand jedoch zunächst unter Aufsicht eines mitfahrenden Operators statt. Insgesamt bewältigt die Magnetic Group fast 50.000 Kilometer pro Jahr für den Transfer zwischen den Hangars.

Die Shuttles von Auve Tech weisen dabei eine wöchentliche Fahrleistung von rund 1.000 Kilometern auf, wobei die Autonomie-Rate bei 99,9 Prozent liegt. Die Überwachung der Flotte erfolgt nun aus der Ferne: Ein einziger Remote-Operator kann mehrere Einheiten parallel kontrollieren.

Der Aufsichtsratsvorsitzende von Auve Tech, Taavi Rõivas, bezifferte die Gewinnschwelle auf einen Betrieb von etwa drei Fahrzeugen pro Remote-Operator. Das Modell weckt mittlerweile internationales Interesse. Delegationen aus Europa, Japan, Abu Dhabi und den USA beobachten den Betrieb, während Vertreter anderer Flughäfen die estnische Anlage etwa einmal wöchentlich besichtigen.

Anzeige

Der fahrerlose Shuttle-Betrieb am Flughafen Tallinn zeigt, wohin die Reise geht: Ein Remote-Operator überwacht mehrere Fahrzeuge, die Autonomie-Rate liegt bei 99,9 Prozent. Wer den Hangar-Transfer zwischen Wartungsbereichen heute noch mit Begleitpersonal fährt, verliert Personal an den Fachkräftemangel — und an Wettbewerber, die bereits ohne Onboard-Operator planen. Unser Leitfaden fasst die Schritte von der Testphase bis zur Genehmigung zusammen. Kostenlosen Leitfaden jetzt anfordern

XPENG forciert weltweite Pläne im Robotaxi-Segment

Parallel zu Fortschritten im Shuttle-Bereich treiben Fahrzeughersteller auch Angebote im Ride-Hailing-Sektor voran. Das chinesische Unternehmen XPENG stellte mit XPENG YOYO eine eigenständige Marke für sein Robotaxi-Geschäft vor und öffnete in China die Online-Registrierung über Einladungscodes.

Technisch basieren die YOYO-Fahrzeuge auf vier Turing-AI-Chips mit insgesamt 3.000 TOPS Rechenleistung, was nach Firmenangaben die weltweit höchste Rechenleistung innerhalb eines Fahrzeugs darstellt. Das System nutzt das Modell VLA-2.0 und kommt ohne Lidar-Sensoren oder hochauflösende Karten aus.

Im Juli 2026 demonstrierte XPENG einen vollständigen Ride-Hailing-Zyklus inklusive automatisiertem Ein- und Aussteigen. Im August 2026 folgte die Zulassung in Guangzhou für Remote-Tests ohne Sicherheitsoperator auf ausgewählten Teststrecken der Klassen I, II und III, nachdem zuvor kostenpflichtige interne Buchungstests zu einem Yuan pro Fahrt stattfanden.

XPENG-Chef He Xiaopeng positioniert das Unternehmen primär als Technologieanbieter, der Erlöse über Hardwareverkäufe, Servicegebühren sowie Umsatzbeteiligungen erzielt, während der Flottenbetrieb von lokalen Partnern gesteuert wird.

Anzeige

Bevor Sie Level-4-Shuttles ohne Sicherheitsoperator auf Ihr Vorfeld lassen, brauchen Sie eine belastbare Genehmigungs-Checkliste und ein klares Kostenmodell für die Fernüberwachung. Der Leitfaden zeigt, wie ein einzelner Remote-Operator mehrere Einheiten parallel steuert und ab welcher Flottengröße sich der Betrieb rechnet. Genehmigungs-Checkliste jetzt sichern

Laut XPENG-Präsident Brian Gu testen aktuell knapp 100 YOYO-Fahrzeuge in Guangzhou. Für das Jahr 2027 plant das Unternehmen erste Robotaxi-Tests in ausgewählten internationalen Städten, gefolgt von einem möglichen kommerziellen Einsatz in zwei bis drei Jahren.

Fahrassistenzsysteme machten bei XPENG bereits fast 60 Prozent der gesamten Fahrstrecke aus. Zudem kündigte das Unternehmen an, ab Anfang 2027 seinen humanoiden Roboter Iron in größeren Stückzahlen für interne Zwecke zu fertigen und ab der zweiten Jahreshälfte 2027 an Kunden auszuliefern.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70295208 |