Flipper One: Rockchip-Prozessor und KI-Chip für Netzwerk-Hacking
31.05.2026 - 14:39:43 | boerse-global.deDer Hardware-Hersteller Flipper Devices erweitert sein Ökosystem gleich in zwei Richtungen: Während der Elektronikhändler Botland.de ab sofort ein offizielles Video Game Module für den beliebten Multi-Tool anbietet, kündigte das Unternehmen zudem den Nachfolger Flipper One an – ein Linux-basiertes „Cyberdeck" für ambitionierte Netzwerk- und KI-Anwendungen.
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RP2040-Modul: Vom Hacker-Tool zur Spielekonsole
Das neue Video Game Module basiert auf dem Raspberry Pi RP2040-Mikrocontroller. Herzstück ist ein Dual-Core ARM Cortex M0+ mit 133 MHz Taktfrequenz, ergänzt durch 264 kB RAM und 2 MB Flash-Speicher. Ein TDK ICM-42688-P Gyroskop ermöglicht bewegungsgesteuerte Eingaben – ähnlich wie bei einer Nintendo Switch oder einem Smartphone.
Für die Bildausgabe sorgt ein HDMI-Anschluss mit einer Auflösung von 640x480 Pixeln bei 60 Hz. Ein 14-Pin-GPIO-Header und ein USB-C-Port runden die Ausstattung ab. Das Besondere: Das Modul kann sowohl als Peripherie für den Flipper Zero als auch als eigenständiges Entwicklungsboard genutzt werden. Der Preis liegt bei rund 77,50 Euro.
Flipper One: Der große Bruder kommt
Die Ankündigung des Gaming-Moduls fällt zeitlich mit der Enthüllung des Flipper One zusammen – einer völlig neuen Hardware-Generation. Während der ursprüngliche Flipper Zero auf sub-GHz- und RFID-Protokolle spezialisiert war, zielt der Nachfolger auf komplexe Netzwerkaufgaben und lokale KI-Anwendungen ab.
Angetrieben wird das Gerät von einem Rockchip RK3576 mit acht Kernen, einer Mali-G52-GPU und einer Neural Processing Unit (NPU) mit 6 TOPS Rechenleistung. Damit sollen große Sprachmodelle (LLMs) direkt auf dem Gerät laufen – ohne Cloud-Anbindung. Ein Raspberry Pi RP2350 dient als Sub-Prozessor für grundlegende Funktionen, wenn das Hauptsystem heruntergefahren ist.
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Die Konnektivität lässt kaum Wünsche offen: Wi-Fi 6E, zwei Gigabit-Ethernet-Anschlüsse und ein M.2 Key-B Slot für SSDs oder Software Defined Radio (SDR) Erweiterungen. Ein Kickstarter ist für Ende 2026 geplant, der Grundpreis soll bei rund 320 Euro liegen.
Boom bei portabler Hardware
Die Neuigkeiten kommen in einer Zeit, in der der Markt für spezialisierte Handhelds boomt. Der originale Flipper Zero hat laut Unternehmensangaben die Millionen-Marke geknackt und über 150 Millionen US-dollar Umsatz generiert.
Auch andere Hersteller legen nach:
- M5Stack präsentierte am 30. Mai den CardputerZero, einen Taschen-PC auf Basis des Raspberry Pi Compute Module 0 mit 46-Tasten-Tastatur und 1,9-Zoll-Display.
- Arduino brachte das UNO Q auf den Markt – eine hybride Architektur aus Qualcomm Dragonwing QRB2210 und STM32U585 für KI-beschleunigte Entwicklung.
- Arduboy stellte den FX-C vor, ein kreditkartengroßes Gerät mit nur 5 mm Dicke und über 300 vorinstallierten Spielen.
Während das neue Video Game Module die Lebensdauer des aktuellen Flipper Zero verlängert, arbeitet Flipper Devices bereits mit Partnern wie Collabora daran, den Flipper One mit mainline Linux kompatibel zu machen. Die offene Architektur steht dabei im Fokus – auch wenn geschlossene Komponenten wie DDR-Training-Firmware noch Herausforderungen darstellen.
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